Home
http://www.faz.net/-gd1-x0in
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

Bush gratuliert Obama Kandidatur eines Schwarzen „historische Errungenschaft“

04.06.2008 ·  Der amtierende Präsident hat seinem möglichen Nachfolger Respekt gezollt. Er selbst wisse, wie hart der Prozess der Vorwahlen sei, sagte Bush. Die Kandidatur eines Schwarzen bezeichnete er als „historische Errungenschaft“.

Artikel Bilder (3) Video (2) Lesermeinungen (0)

Der amerikanische Präsident George W. Bush hat Barack Obama zu seinem Sieg im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur gratuliert. Den Durchbruch für den ersten schwarzen Kandidaten nannte er eine „historische Errungenschaft“ für die Vereinigten Staaten. In Washington sagte Bush, er selber wisse, wie hart der Prozess der Vorwahlen sei.

Obama hatte sich nach fünfmonatigem Vorwahl-Duell mit Hillary Clinton zum Kandidaten der Demokraten erklärt und zu grundlegendem politischen Wandel aufgerufen. Bush rief Obama nicht persönlich an. Perino verwies darauf, dass auch Präsident Bill Clinton Bush im Jahr 2000 nicht zu dessen Nominierung durch die Republikaner gratuliert.

Auch Rice gratuliert

Auch die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice gratulierte Obama zu seinem Sieg im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei.

Rice sagte am Mittwoch in Washington, die Wahl zeige, dass nach vielen Jahren das Prinzip „Wir das Volk“ nun endlich alle Bürger einschließe. Die Ministerin beglückwünschte auch den designierten republikanischen Kandidaten John McCain und Hillary Clinton zu ihren Wahlkampagnen.

Sie freue sich darauf, den Wahlkampf als Wählerin zu verfolgen, sagte Rice, die als mögliche Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin unter McCain genannt wurde. Die Ministerin ist die ranghöchste schwarze Mitarbeiterin der Regierung Bushs.

Obama beschwört Einheit der Demokraten

Nach dem fünf Monate langen erbitterten Vorwahlkampf hat Obama die Einheit der Demokratischen Partei beschworen. Ob dies auf eine Bereitschaft Obamas hindeutet, Frau Clinton einzuladen, an seiner Seite für das Vizepräsidentenamt zu kandidieren, blieb am Mittwoch weiter fraglich. Die Senatorin aus New York hatte am Vorabend der letzten Vorwahlen von Montana und South Dakota angedeutet, sie würde ein entsprechendes Angebot Obamas annehmen.

Der 46 Jahre alte Senator aus Illinois, der als erster Schwarzer in der amerikanischen Geschichte die Nominierung zum Präsidenschaftskandidaten durch eine der beiden bestimmenden Parteien erreichte, hatte schon vor Schließung der Wahllokale in Montana und South Dakota in der Nacht zum Mittwoch die Nominierung faktisch sicher.

Immer mehr sogenannte Superdelegierte hatten sich am letzten Wahltag der Anfang Januar begonnenen Vorwahlsaison auf die Seite Obamas geschlagen, so dass diesem nur noch wenige Stimmen zum Erreichen der zur Nominierung erforderlichen Zahl von 2118 Delegiertenstimmen fehlten. In South Dakota hatte Frau Clinton mit 55 zu 45 Prozent einen letzten Achtungserfolg erzielt, während sich Obama in Montana mit 57 zu 41 Prozent gegen Frau Clinton durchsetzen konnte.

Clinton hat noch nicht gratuliert

Die frühere „First Lady“ wollte in ihrer Ansprache in der Nacht auf Mittwoch Obama noch nicht zum Sieg gratulieren und setzte auch ihren Wahlkampf nicht aus. Vielmehr wolle sie sich in den kommenden Tagen mit führenden Parteivertretern und Vertrauten über die kommenden Schritte beraten. Sowohl Obama als auch Frau Clinton sprachen am Mittwoch bei der Jahreskonferenz der einflussreichen Lobby-Organisation „American Israel Public Affairs Committee“ (Aipac) in Washington und bekannten sich zur Sicherheitsgarantie für den Verbündeten Israel.

Obwohl Obama bei den Vorwahlen in den 50 Bundesstaaten, im Hauptstadtbezirk Washington sowie in den abhängigen Territorien mehr Delegiertenstimmen mit imperativem Wählermandat erringen konnte, gaben letztlich die nicht an ein Votum gebundenen gut 800 Superdelegierten den Ausschlag.

Die demokratische „Sprecherin“ des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, sowie andere Parteiführer riefen am Mittwoch die noch etwa 150 unentschiedenen Superdelegierten auf, sich bis Freitag zu erklären. Das sei nötig, um die Partei rasch zu einen und für den Wahlkampf gegen den republikanischen Kandidaten John McCain zu rüsten.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen