20.12.2008 · Will der gewählte Vizepräsident Joe Biden die verwöhnten Amerikaner auf schmerzhaften Verzicht vorbereiten? Oder war seine Warnung vor einer Wirtschaft, die „total baden geht“, wieder „just Joe talking“?
Von Bertram EisenhauerJoe Biden ist ein kluger Kerl, aber wenn die Amerikaner wegen ihm morgen massenhaft Konserven kaufen und sich zitternd in ihre Keller zurückziehen, wird man ihnen das nicht verdenken können.
Amerika, so sagte der amerikanische Vizepräsident, brauche ein riesiges Investitionsprogramm, um „die Wirtschaft davor zu bewahren, dass sie total baden geht“. (Siehe auch: Biden: Amerikanische Wirtschaft könnte völlig kollabieren) Weiß Biden etwas, will er die verwöhnten Amerikaner auf schmerzhaften Verzicht vorbereiten? Oder ist das wieder „just Joe talking“? Bei Biden weiß man nie.
Der Mann ist ein Meister des rhetorischen „Oups!“ Im Wahlkampf sagte er etwa, noch in den ersten sechs Monaten von Barack Obamas Amtszeit werde eine ausländische Macht es darauf anlegen, den neuen Präsidenten zu „testen“. Biden kann von Glück sagen, dass sein Chef von kühlerem Kaliber ist.
Bertram Eisenhauer Verantwortlich für das Ressort „Gesellschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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