07.04.2008 · Knapp zwei Wochen vor der nächsten wichtigen Vorwahl in Pennsylvania hat der politische Chefstratege von Hillary Clinton das Handtuch geworfen. Auslöser für den Rücktritt Mark Penns ist laut Medienberichten eine Kontroverse über den Abschluss eines Wirtschaftsabkommens mit Kolumbien.
Abermals Turbulenzen im Wahlkampfteam der amerikanischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton: Nach jüngsten Querelen ist der Chefstratege des Vorwahlkampfes, Mark Penn, zurückgetreten. In einer heißen Phase des amerikanischen Vorwahlkampfs habe er Clinton gebeten, ihn zu entlassen, teilte Wahlkampfleiterin Maggie Williams am Sonntag mit. Penn werde den Wahlkampf aber weiterhin beratend begleiten.
Hintergrund des Rücktritts ist ein Treffen von Penn mit der kolumbianische Botschafterin, bei dem es um die Chancen eines Freihandelsabkommens ging. Clinton hat sich im Wahlkampf wiederholt gegen ein solches Abkommen ausgesprochen.
Letzte Chance für Clinton
Penn entschuldigte sich mittlerweile für das Treffen am 31. März. Er hatte den Termin in seiner Eigenschaft als Chef der Lobby-Firma Burson-Marsteller Worldwide verabredet, die im Auftrag Kolumbiens für das angestrebte Freihandelsabkommen in den Vereinigten Staaten Werbung macht. Aus dem Umfeld von Clintons Wahlkampfteam verlautete, die Senatorin sei von Penn enttäuscht.
Bereits im Februar hatten die Wahlkampfchefin Clintons, Patti Solis Doyle, sowie ihr Stellvertreter Mike Henry das Handtuch geworfen. Dies hing mit dem unerwartet schwachen Abschneiden bei den Vorwahlen am „Super-Dienstag“ am 5. Februar zusammen.
In zwei Wochen finden wichtige Vorwahlen in Pennsylvania statt. Die Abstimmung wird als die wahrscheinlich letzte Chance von Clinton gesehen, zu ihrem parteiinternen Rivalen Barack Obama Boden gut zu machen. John McCain, der die Nominierung als Präsidentschafts-Kandidat der Republikanischen Partei schon sicher hat, kündigte ein verstärktes Werben um Wähler an, die die Republikaner normalerweise nicht ansprechen. Er wolle sich um die Stimmen von Schwarzen und Hispanics - traditionell Stammwähler der Demokraten - sowie von jungen Leuten und Unabhängigen bemühen. Die Republikaner sprechen vor allem konservative Wähler an, deren Stimmen der als liberal geltende McCain noch nicht sicher hat.
Die vermeidliche Hillary
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 07.04.2008, 16:38 Uhr