10.01.2008 · Der New Yorker Bürgermeister habe eine aufwendige Wähleranalyse in Auftrag gegeben, weil er eine Präsidentschaftskandidatur als unabhängiger Bewerber erwäge, verlautet aus Kreisen seiner Berater. Der Demokrat Richardson ist indes aus dem Rennen um den Einzug in das Weiße Haus ausgestiegen.
Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hat Spekulationen geschürt, er könnte doch noch ins Rennen um die Nachfolge des amerikanischen Präsidenten George W. Bush einsteigen. Bloomberg habe eine aufwendige Wähleranalyse in allen 50 Staaten in Auftrag gegeben und erwäge eine Präsidentschaftskandidatur als unabhängiger Bewerber, verlautete aus Kreisen seiner Berater.
Die Datensammlung habe bereits vor Monaten begonnen. Das Ausmaß der Analyse, das der Nachrichtenagentur AP bekannt wurde, zeigt, wie ernsthaft der 65 Jahre alte Medienunternehmer eine Kandidatur in Erwägung zieht. Bisher hat Bloomberg auf Nachfrage nach seinen Ambitionen stets betont, er sei „kein Kandidat“ im Rennen ums Weiße Haus.
An den notwendigen finanziellen Mitteln würde eine Bewerbung als Unabhängiger jedenfalls nicht scheitern: Das Magazin „Forbes“ schätzt Bloombergs Vermögen auf 11,5 Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro), nach anderen Quellen könnte es auch doppelt so hoch sein. Bloombergs Lager wolle die Chancen des Bürgermeisters möglichst genau ausloten, erklärte Doug Schoen, der zum engsten Beraterkreis des Politikers gehört. Dessen Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.
Demokrat Richardson gibt Bewerbung auf
Einer der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, Bill Richardson, will unterdessen seinen Wahlkampf beenden. Richardson wolle diese Entscheidung noch an diesem Donnerstag bekanntgeben, verlautete am Mittwoch aus seinem Umfeld. Bei den bisherigen Vorwahlen in Iowa und New Hampshire war der Gouverneur von New Mexico zwei Mal abgeschlagen auf dem vierten Platz gelandet.
Der 60-Jährige verwies zwar auf seine politische Erfahrung im Kongress, im Kabinett von Präsident Bill Clinton, im Parlament von New Mexico und auf seine Zeit als Diplomat. Dennoch konnte er nie aus dem Schatten seiner innerparteilichen Konkurrenten Hillary Rodham Clinton und Barack Obama heraustreten.
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Georg Dargelies (ragnita)
- 10.01.2008, 16:54 Uhr