09.11.2008 · Die Wahl von Barack Obama wird auch die Grenzen des Sagbaren über Amerika hinaus neu ziehen. Zwar werden rassistische Vorurteile nicht verschwinden, ihr ideologisches Fundament ist aber durch diese politische Entscheidung der Weltführungsmacht Amerika schmal und bröckelig geworden.
Von Richard WagnerRichtlinien für Lesermeinungen
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Man könnte manchal, beim Lesen von Berichten aus Amerika glauben, dass sich eine große Mehrheit der Farbigen die Freiheit von dem Joch einer kleinen Minderheit der rassistischen weißen erstritten hat. Abver es ist nicht so! Wenn es Rassismus in Amerika gibt, dann auf der Farbigen seite. Eine Farbige Fernseh-Milliadärin hat nut den Farbigen Obama vorgestellt - nicht aber den Weißen McCain und 95% der Farbigen hat für Obama gestimmt, nur wiel er farbig ist. Das haben die frei gesagt. Stellen Sie sich mal vor die Weißen hätten das gesagt. Und obnwohl der Herr Obama den Herrn Bush bei JEDER Wahlveranstalltung beschimpfte, hat der Herr Bush ihn so freundlich eigeladen ins Weiße Haus, wie noch NIE in der gerschichte zuvor. DAS IST AUCH GESCHICHTE! Was den deutschen Medien fehlt, im Gegensatz zu den amerikanischen, ist mehr EHRLICHKEI! Mehr als 70% sind Weiße in den USA und unter 15% sind Farbige!
Noch einmal: Obamas Vorfahren waren im Gegensatz zu seinen "afroamerikanischen" Wählern keine Sklaven, er mußte seinen Platz im Bildungssystem nicht erkämpfen wie die Schüler in Alabama in den 60ern - er hat lediglich seine braune Hautfärbung geschickt instrumentalisiert. Hätte er sich in Kenia zur Wahl gestellt, wäre er dort wegen der Herkunft seiner Mutter der "erste weiße Präsident" geworden. Liebe Obama- Fans, bleibt auf dem Teppich; er muß erst noch zeigen, ob er außer Wahlkämpfen noch etwas drauf hat...
Die hier vertretene Vorstellung ist in der Mehrheit der US-Bevölkerung so nicht anzutreffen. Ich habe lange genug dort (auch in verschiedenen Gebieten, die sich z.T. so sehr voneinander unterscheiden wie europäische Staaten) gelebt. Was die Amerikaner eint, ist die Ablehnung zu starker staatlicher Einmischung in persönliche Dinge - im Gegensatz zu den meisten Europäern. Obama ist dagegen eher europäisch regulativ orientiert: Umwelt, Umverteilung, Sozialstaat ...
Der Rassismus existiert nach wie vor in gewissen Kreisen, wie die Wahlergebnisse in den Südstaaten deutlich zeigen. "Der Bürgerkrieg ist da unten noch immer nicht vorbei", sagte ein Kommentator. Dennoch zeigen sich Fortschritte. Der befürchtete "Brady-Effekt" trat nicht ein, denn die Umfrageziffern vor der Wahl stimmten genau mit den tatsächlichen Wahlergebnissen überein. In anderen Worten: Man mag in gewissen Teilen des Landes zwar noch immer rassistisch denken, doch hat man keine Angst mehr, es laut zu sagen.