18.03.2010 · An Silvester 1999 hat Michael K. seinen Eltern vom sexuellen Missbrauch durch einen Mönch erzählt. Kurz darauf wurde das Kloster im sauerländischen Meschede in Kenntnis gesetzt. Die Schockwellen von damals haben erst jetzt die Benediktinerabtei erreicht.
Von Timo Frasch, MeschedeAuf der Homepage der Benediktinerabtei Königsmünster im sauerländischen Meschede war am Montagabend zu lesen: „Bereits nach Inkrafttreten der ,Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Ordensobernkonferenz ist von Seiten der Abtei der Superior unserer Cella St. Benedikt als Ansprechpartner für etwaige Fälle benannt worden.“ Das klang nach Vorsorge, nach Entschlossenheit – und nach Entwarnung. „Etwaige Fälle“ durfte man so verstehen: Bisher sind der Abtei keine bekannt.
Das aber stimmt nicht, wie am Dienstag das Kloster selbst, nach einem Gespräch des Abts mit dieser Zeitung einige Stunden zuvor, in einer Pressemitteilung bekanntgab. Tatsächlich hat sich der Klostervorsteher Dominicus Meier schon vor fünf Jahren für die „Übergriffe“, um die es hier gehen soll, bei der betroffenen Familie entschuldigt und ihr für „Ihr umsichtiges Verhalten“ gedankt. Von dem Fall in Kenntnis gesetzt worden war das Kloster Anfang 2000, kurz nach den Eltern.
„Gutes - für Leib und Seele“
Die Leidensgeschichte von deren Sohn Michael K. begann etwa zehn Jahre vorher. Ende der achtziger Jahre, als sich K.s Grundschulzeit dem Ende zuneigte, war irgendwie klar: Der Junge geht nicht aufs städtische Gymnasium, sondern auf das der Benediktiner, die bis heute unter der Bevölkerung der Kreisstadt hohes Ansehen genießen: Sie engagieren sich kulturell, haben eine eigene Schmiede und in ihrer Weberei können sie ihre Priestergewänder selbst herstellen. „Gutes – für Leib und Seele“: Die Losung der Abtei scheint nicht zu ehrgeizig zu sein. Auch die Schule in der Trägerschaft der Benediktiner hat einen guten Ruf. K.s Schwester war schon drei Jahre dort, ehe K. selbst kam. Sie, die dritte Person, der sich K. Jahre später anvertrauen sollte, hatte nie schlecht über das Gymnasium gesprochen.
K. gehörte damals nicht zu den Allercoolsten. Aber er war groß und schlank und blauäugig. Große blaue Augen. So erklärt er sich heute, dass er bald die Aufmerksamkeit eines Klosterbruders, nennen wir ihn B., erregte. Jedenfalls sahen die anderen Jungen in B.s Gefolge K. sehr ähnlich. B. war nicht Lehrer. Auch nicht Priester. Eher schon: Mädchen für alles. Er verkaufte Karten, wenn im Kloster Konzerte gegeben wurden. Er machte Klosterführungen, betreute Jugendgruppen und kümmerte sich um das Gästehaus „Arche“, das auf dem Klostergelände etwas abseits liegt und in dem zu K.s Zeiten oft genug keine Gäste waren. Außerdem begrüßte B. die Schüler, wenn Sie morgens zum Unterricht kamen. Jedenfalls manche von ihnen, meist mit einer Umarmung, so, wie es auch unter den Mönchen nicht unüblich war.
B. war leutselig, ein guter Unterhalter, „locker drauf“, jedenfalls für einen Klosterbruder. Er beherrschte die Sprache der Jugend, sagte auch mal „Arschloch“ oder machte Sprüche, die K.s Mutter schon damals als frauenfeindlich empfand. Auf jeden Fall gab B. zu sehr den Macho, als dass man ihm etwas mit kleinen Buben nachgesagt hätte. Belächelt wurden in dieser Hinsicht allenfalls andere. B. aber hat man ernst genommen. Mit ihm konnte man reden, auch über Dinge, die Pubertierende beschäftigen: Konflikte mit den Eltern, Sexualität, Mädchen. „Die anderen haben schon Freundinnen“, sagte er einmal zu K. „Wie sieht es denn bei Dir aus?“
Wer von B. ins Vertrauen gezogen wurde, durfte sich als etwas Besonderes fühlen. Denn es waren längst nicht alle, vielmehr eine Art „Kreis der Erleuchteten“, wie K. sagt. Zunächst ging er zu B. mit einer Klassenkameradin, zum Tischtennisspielen, auf eine Cola und bald auch auf ein Glas Rotwein – bis B. irgendwann einmal zu K. sagte: „Musst Du eigentlich immer Deinen Schatten mitbringen?“ Damals war K. elf oder zwölf Jahre alt, ganz genau weiß er das selbst nicht mehr. Er sagt: „Vieles habe ich eingekapselt.“ So, als wäre er damals ein anderer gewesen, zu dem inzwischen der Kontakt abgerissen ist. Er müsse sich dazu zwingen, für B. überhaupt etwas zu empfinden, sagt K. heute. Wenn ihm das nicht gelingt, kommen schnell Gedanken auf wie damals: „Ist das alles wirklich passiert? Oder nur in Deinem Kopf?“ K. muss sich bewusst machen, dass ihn selbst keine Schuld trifft. Dass er B. nicht schützen muss.
K.s Mutter hat nichts „eingekapselt“. Sobald in der Zeitung etwas im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch steht, kommt bei ihr alles wieder hoch. 2008 zum Beispiel, als die Lokalpresse schrieb, das Kloster sei nach kinderpornografischem Material durchsucht worden. B. war damals nicht verstrickt. Dafür wurde ein anderer aus dem Kloster, nach einem Geständnis und ohne Verhandlung, zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Dieser Tage, da ständig neue Missbrauchsfälle bekannt werden, ist das Thema in der Familie K.s besonders präsent. „Wenn wir jetzt nicht auf Veröffentlichung drängen“, haben sich K. und seine Eltern gefragt, „wann denn dann?“ Jetzt, wo sich so viele trauen, wo der einzelne Fall nicht mehr einschlägt wie eine Bombe. Die Eltern, die heute ihre Kinder auf das Gymnasium der Benediktiner schicken, sollen schließlich wissen, dass B. längst wieder im Kloster lebt.
Der Sohn wich ihr aus
In jedem Fall will die Familie K. jetzt alles richtig machen, wo sie doch alle miteinander nie das Gefühl losgeworden sind, früher viel zu viel falsch gemacht zu haben. Freilich: K.s Mutter hatte immer ein komisches Gefühl wegen B. Ihr Mann nicht. So logisch, so zwingend, wie sich die Tatsachen heute darstellen, so unbedeutend oder sinnlos schienen sie damals zu sein. Als B. das erste Mal im Haus von K.s Eltern war, auf eine Einladung hin, da hat ihn K.s Mutter auf der Terrasse gefragt, was er denn gemacht habe, bevor er ins Kloster gegangen sei. B. sagte, er habe Heimkinder betreut. Warum er damit aufhörte? Das habe sich so ergeben, sagte er. Ein andermal, nachdem das mit dem Rotwein herausgekommen war, hat die Mutter den Sohn gefragt, was er denn bei den Treffen mit B. sonst so mache. Der Sohn wich ihr aus.
Damals ist die Mutter zur Schule gegangen und hat K.s Klassenlehrer auf B. angesprochen. Der Lehrer sagte, es sei ihm schon aufgefallen, dass sich B. gerne mit Jungen umgebe. Etwas Konkretes wisse er aber nicht. Die Mutter ist daraufhin nicht zum damaligen Abt Stephan Schröer gegangen, aus Angst, der Sohn könnte alles abstreiten und sie dadurch bloßstellen. Die Angst der Mutter, sagt K. heute, sei nur allzu berechtigt gewesen. Es ist nicht leicht, mit einem Sohn, der kaum eine Vorstellung von normaler Sexualität hat, über deren Perversion zu sprechen. Die Mutter von K. hat es dann so versucht: „Du hast Dich verändert, seit Du so viel bei B. bist. Wenn er Dir irgendwie zu nahe kommt, wenn Du etwas nicht willst, dann lass alles stehen und liegen und lauf, lauf nach Hause so schnell Du kannst.“ Der Sohn war damals dreizehn Jahre alt. Da war alles schon zu spät.
Die Beziehung zwischen B. und K. wurde intensiver
Das Mädchen, der angebliche Schatten K.s, ist bald nicht mehr zu den Treffen mit B. mitgegangen. Warum auch, es war ja nur geduldet. Die Beziehung zwischen B. und K. wurde derweil intensiver, das heißt: B. forcierte sie. Mal schenkte er K. ein Kalenderblatt mit einem netten Sprüchlein, das er K. so zusteckte, wie es Großväter manchmal mit 50-Euro-Scheinen machen. Ein anderes Mal kam es zu Umarmungen, zu intimen Gesprächen oder gemeinsamen Fotos. Die erste eindeutige Grenzüberschreitung hat K. noch abgewehrt. Danach hat B. auf das Kind eingeredet, dass alles nicht so sei wie es scheine und überhaupt. Den nächsten Übergriff konnte K. nicht mehr verhindern.
Wann und wo genau das war, dafür hat er jedes Gefühl verloren. Er weiß aber noch, dass ihm klar war: Darüber werde ich mit niemandem sprechen können. Er hätte ja erklären müssen, warum. Warum er es zugelassen hat, warum er nicht Nein gesagt hat. Die Eltern fragen sich bis heute, wie ihr Sohn so denken konnte, warum er nicht genug Vertrauen hatte, um ihnen alles zu erzählen. Auch K. fragt sich das. Damals, so glaubt er, habe er sich alles irgendwie zurecht geredet. Vielleicht, sagt er heute, habe er geglaubt, sich wie eine Prostituierte zu fühlen, die meint, sie müsse das eine in Kauf nehmen, um das andere nicht zu verlieren. Aber was war das andere? Das Schweigen? Die Exklusivität? Die Aussicht, mit B. nach Israel in den Urlaub zu fahren, so, wie es ein anderer Schüler, der K. sehr ähnlich sah, einmal machte?
In den Jahren des Missbrauchs hatte K. zwei, drei Liebeleien mit Mädchen, nichts Großes. Zu diesen Zeiten hat er versucht, die Kontakte zu B. auf ein Minimum zu beschränken. Das war nicht einfach. B. war immer mal wieder zu Gast im Elternhaus, in dem er K. irgendwann auch missbrauchen sollte. Der Junge wandte sich unterdessen immer mehr von seiner Familie ab. B., sein Firmpate, unterstützte ihn dabei nach Kräften. „Die halten Dich aber wirklich sehr knapp“, sagte er, wenn sich K. über sein Taschengeld beklagte. Oder: „Was haben sie Dir denn da wieder für hässliche Bergschuhe gekauft“, nachdem der Junge mit den Eltern beim Einkaufen war. Als das Verhältnis mit seinem Elternhaus besonders angespannt war, ist K. für ein paar Wochen in das Klostergästehaus „Oase“ gezogen. B. hatte ihm das Zimmer großzügig angeboten. Auch dort kam es mehrfach zum Missbrauch. Seine Mahlzeiten hat K. damals zusammen mit den anderen Mönchen eingenommen.
„Da laufen Dinge im Kloster ab“
Es war allerdings nicht so, dass K. sein Schicksal nur erduldet hätte. Er erinnert sich heute noch an den Tag, als B. zu Hause anrief und der Vater ans Telefon ging. K. war zwar da, er hat sich aber verleugnen lassen. Auch zu Musikproben, in die B. involviert war, wollte er irgendwann nicht mehr gehen. K.s Vater hat ihn dann zur Seite genommen: „Du kannst B., der sich so viel um Dich kümmert, nicht so hängenlassen.“ Kurz vor dem Abitur versuchte es K. auf andere Art und vertraute sich – zum ersten Mal überhaupt – einer anderen Person an. „Da laufen Dinge im Kloster ab“, sagte er einer Schulfreundin, „die sind nicht in Ordnung, das kannst Du Dir gar nicht vorstellen.“ Die Freundin antwortete: „Du bist 18, Du kannst Nein sagen.“ Sie konnte nicht wissen, dass die über Jahre bewusst aufgebaute psychische Abhängigkeit das nicht mehr zuließ.
So verstrich weitere Zeit, bis K. schließlich 1999 die Frau kennenlernte, mit der er heute verheiratet ist und drei Kinder hat. Sie war damals in einem Alter, zwanzig, in dem man Entscheidungen, die das ganze Leben verändern, noch scheut. Schon nach wenigen Monaten haben die beiden, K. und seine Freundin, über alles gesprochen, auf dem Balkon, bis morgens um sechs. Es war eine warme Nacht. In den Jahren, die folgten, gab es immer wieder Rückschläge in der Beziehung, die K. auf den Missbrauch zurückführt, die er aber nicht damit erklären will. „Die Missbrauchsgeschichte soll kein As sein, das ich dann, wenn es brenzlig wird, aus dem Ärmel ziehen kann“, sagt er.
Irgendwann rückte die Jahrtausendwende näher. Es war Weihnachten, K.s Verhältnis zu seinen Eltern war nach wie vor sehr schlecht. Zu deren Verdruss verbrachte er Heiligabend nicht zu Hause. An den Feiertagen hat ihn dann seine Schwester angerufen. Wie er sich das eigentlich weiterhin vorstelle? Dann hat sich K. auch der Schwester offenbart. An Silvester folgten die Eltern. Es war ein Schock. Wie K. selbst konnten sie erst einmal gar nichts sagen, nur weinen. „Ich habe meine Eltern noch nie so schwach, so weich gesehen wie damals“, sagt K. An diesem letzten Tag des alten Jahrtausends, den sie immerhin noch mit einem Bier und ein bisschen Normalität beendeten, sei es gewesen, als komme er nach vielen Jahren endlich wieder nach Hause.
Zum Missbrauch kein Wort
Was danach geschah, hat K.s Mutter fein säuberlich dokumentiert. Jeden Brief, jedes Gespräch. Am 17. Januar rief sie zum ersten Mal beim Kloster an. Es brauchte fünf Anrufe, bis Abt Stephan schließlich zu erreichen war. Worum es gehe, fragte er. „Das fragen Sie am besten Bruder B.“, sagte die Mutter. Eine knappe Woche später hatte K. einen Termin im Büro des Abts. Der wusste Bescheid. Woran sich K. vor allem erinnert, sind die Nervosität des Klostervorstehers und die Bilder in dessen Büro, von denen der Geistliche so schwärmte. K., sagte er, solle doch auch einmal eine Ausstellung des Künstlers besuchen. Zuletzt ließ er sich einen Underberg-Kräuterschnaps bringen. Er sei schließlich Geheimnisträger des Rezepts. Ob K. auch einen wolle? Zum Missbrauch kein Wort.
Die Familie beobachtete in der Folge, wie sich das Kloster verhielt, schaute immer mal wieder auf dessen Internetseite nach. Irgendwann im Frühjahr fiel K.s Vater eine Vorankündigung für eine Bergtour auf Korsika ins Auge, die sich ausdrücklich an „eine kleine Gruppe Jugendlicher“ richtete. Begleitung: Bruder B. Danach ging es vergleichsweise schnell. Nachdem eine Anwältin der Familie von einer Anzeige abgeraten hatte, um die Anonymität des Opfers zu wahren, wendeten sich K.s Eltern an Erzabt Notker Wolf, an dessen Wirken die Öffentlichkeit wegen seiner Begeisterung für Rockmusik und seiner Bücher noch immer regen Anteil nimmt. In einem Brief an die Familie schreibt der heutige Abtprimas der Benediktiner am 17. Juni 2000: Bruder B. „wird aus seinem Bereich herausgenommen und in einem Umfeld eingesetzt, wo die Voraussetzungen fehlen, dass seine Neigungen zum Tragen kommen könnten.“ Er werde „in ein außereuropäisches Missionskloster unserer Kongregation gehen. Um die für diese Aufgaben nötigen Sprachkenntnisse zu erwerben, wird er in Kürze in ein Kloster außerhalb Deutschlands wechseln.“ Außerdem werde er „auch an sich arbeiten, damit von innen her eine Wiederholung eines ähnlichen Falles nicht mehr möglich wird“. Die Bergfreizeit war da schon abgesagt worden.
Einmal kam es seitdem zu einer Begegnung
Seit 2005 ist B. wieder in seinem Professkloster Meschede, wo er allerdings nicht mehr in die Kinder- und Jugendarbeit eingebunden ist. Nach Angaben des Klosters war er in den fünf Jahren zuvor in einer Abtei „im deutschsprachigen Ausland“. Während dieser Zeit habe er sich einer „mehrjährigen Therapie“ unterzogen. Der heutige Abt Dominicus Meier, ein Kirchenrechtler, der seit dem 31. August 2001 im Amt ist und dem Beraterstab der Erzabtei St. Ottilien in Missbrauchsfällen angehört, hat die Rückkehr mit den Eltern und mit K. abgestimmt. Einmal kam es seitdem zu einer Begegnung mit B., im Sommer, auf einem Fest im Klostergarten. Die Eltern hatten dem Abt zuvor Bescheid gegeben, dass sie kommen würden. Als dann die Mutter ein Getränk kaufen ging und sich in der Schlange umdrehte, stand B. hinter ihr.
Und K.? Er ist weit weggezogen. Es gebe Nächte, sagt er, in denen er mehrfach aufwache. Er leide unter Migräneanfällen und werde wohl nie in der Lage sein, Sexualität als etwas Schönes, Normales, nicht Verbotenes wahrzunehmen. Er habe in den vergangenen Jahren aber auch viele Tage verlebt, glückliche Tage, in denen er nicht eine Sekunde an B. und damals gedacht habe. K. selbst wollte seinen Fall, den B. inzwischen zur Anzeige gebracht hat, nicht nur der Staatsanwaltschaft Arnsberg, sondern einer breiten Öffentlichkeit bekanntmachen. Es war seine eigene Entscheidung, nicht dem Abt zu überlassen, wie „Opferschutz“ zu definieren sei. K. hat also gesprochen und weiß dabei doch, dass er bis zum Ende seines Lebens sein Schweigen nicht wird brechen können: gegenüber den Schwiegereltern, gegenüber Kumpels, vor allem gegenüber seinem Arbeitgeber, der fragen könnte, warum er sich mit seiner Vergangenheit ausgerechnet einen Pflegeberuf aussuchen musste, in dem er es mit schwachen, auf Hilfe angewiesenen Menschen zu tun hat.
Abt Dominicus hat noch am Montagabend gegenüber dieser Zeitung versichert, ihm seien neben K. keine weiteren Missbrauchsopfer bekannt. Die Selbstanzeige B.s, von der er Kenntnis hatte, war da schon einen Monat alt. Am Mittwoch teilte nun die Staatsanwaltschaft Arnsberg mit, B. habe insgesamt 19 Opfer benannt, an denen er sich „seit Ende der siebziger Jahre“ vergangen hat. Die Übergriffe reichten „von leichten Vorwürfen bis zu Taten, die nach heutigem Recht als Geschlechtsverkehr“ gewertet würden. Ob sich B. vor Gericht verantworten muss, sei noch völlig unklar.