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Weltjugendtag in Sydney Generation WJT

20.07.2008 ·  Seit dem Pariser Weltjugendtag 1997 kehrt die Faszination des Ereignisses regelmäßig wieder: Rom, Toronto, Köln und Sydney stehen für einen Rhythmus von Ekstase und Alltag, der es erlaubt von einer weltumspannende „Generation WJT“ zu sprechen.

Von Daniel Deckers
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Am Anfang war es nur eine vage Idee, und noch dazu eine, die dem „Konzil der Jugend“ nachempfunden war. Die Gemeinschaft von Taizé mit Frère Roger an der Spitze hatte seit den frühen siebziger Jahren Jahr um Jahr Zehntausende Jugendliche und junge Erwachsene versammelt, um sie für ein Leben als Christen in einer zunehmend säkularen Welt zu rüsten.

Doch zunächst wollte der Weltjugendtag in der katholischen Kirche nicht heimisch werden, jedenfalls nicht in der westlich-aufgeklärten Hemisphäre. An der Form, einer Mischung von Gottesdienst und Glaubensfeier, lag es nicht. Es war etwas anderes: Sich um ein Kirchenoberhaupt namens Papst zu scharen, noch dazu um Johannes Paul II., der sich in Fragen der Moral und der „heißen Eisen“ der Kirche als unbeirrbar erwies, galt noch in den neunziger Jahren bis in die Ränge der Bischöfe hinein als Ausweis reaktionärer Gesinnung und anachronistischen Triumphalismus.

Nicht nur Bilder ausgelassener Jugendlicher sprechen eine andere Sprache

Mittlerweile sind es aber nicht nur die perfekt inszenierten Bilder ausgelassener Jugendlicher und feierlicher Liturgien, die eine ganz andere Sprache sprechen. Seit dem Pariser Weltjugendtag im Sommer 1997 kehrt das Staunen über die Faszination, die von einem solchen Ereignis ausgehen kann, in regelmäßigen Abständen wieder: Rom, Toronto, Köln und nunmehr Sydney stehen nicht für eine Steigerung, sondern für einen Rhythmus von Ekstase und Alltag, der es mittlerweile erlaubt, von einer in die Millionen gehenden, weltumspannende „Generation WJT“ zu sprechen.

Sie eint ein Lebensgefühl, das sich von dem der Achtundsechziger und ihrer Kinder elementar unterscheidet. Nicht der Kalte Krieg und der Kampf konkurrierender Weltanschauungen ist ihr beengender und beängstigender Horizont; nicht die Einteilung der Welt in Kategorien von eins bis vier, sondern eine in jeder Hinsicht entgrenzte Welt, in der die Globalisierung und die mit ihr einhergehende Beschleunigung alle Grenzen überwinden, aber auch jede Gewissheit unter sich begraben können. In dieser Welt ohne Halt erweist sich die katholische Kirche mit ihrem Anspruch, Institution und nicht nur Organisation zu sein, immer mehr als retardierendes und zunehmend widerständiges Moment. Gerade deshalb steht sie im Einklang mit den Hoffnungen der Menschheit in Nord und Süd auf Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

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