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Kirchensteuer Einnahmen der evangelischen Kirche steigen

18.05.2007 ·  Nach Jahren sinkender Einnahmen aus der Kirchensteuer rechnet die Evangelische Kirche in Deutschland in diesem Jahr mit einem Zuwachs um 6,5 Prozent. Die Konsolidierung der Ausgaben soll dennoch fortgeführt werden.

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Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) rechnet nach Jahren des Rückgangs in diesem Jahr wieder mit einem Anstieg der Kirchensteuereinnahmen um etwa 6,5 Prozent. Das Nettoaufkommen werde demnach 3,85 Milliarden Euro betragen.

Wirtschaftliche Rezession und sinkende Kirchenmitgliederzahlen hatten in den Jahren 2000 bis 2005 zu Kirchensteuereinbußen von etwa 600 Millionen Euro geführt. Der derzeitige Anstieg sei bei allen 23 Landeskirchen, auch den mitgliederschwachen östlichen, zu beobachten. Die evangelische Kirche profitiert damit nach Einschätzung der EKD von der Belebung der Konjunktur und den sinkenden Arbeitslosenzahlen.

Mitgliederschwund erwartet

Doch sei es trotz des aktuellen „Zwischenhochs“ weiter notwendig, am Konsolidierungskurs festzuhalten, der in den vergangenen Jahren vereinbart worden war. Es gebe keine Forderungen in den Landeskirchen, den gegenwärtigen Einnahmezuwachs für neue Projekte zu verwenden.

Aufgrund der demographischen Entwicklung rechnet die EKD langfristig weiter mit einem Rückgang der Einnahmen aus Kirchensteuern. Nach ihren Prognosen wird sich die Zahl der Protestanten bis zum Jahr 2030 um ein Drittel von derzeit 25 Millionen auf 17 Millionen verringern. Dies werde eine Halbierung der Einnahmen aus Kirchensteuern auf zwei Milliarden Euro zur Folge haben.

„Geistliche Profilierung“

Vor diesem Hintergrund hatte der Rat der EKD 2006 das umstrittene Papier „Kirche der Freiheit: Perspektiven für die Evangelische Kirche im 21. Jahrhundert“ veröffentlicht. (Siehe dazu: Zukunftskongress der EKD in Wittenberg) Darin wurde von den Mitarbeitern und Mitgliedern der evangelischen Kirche ein „Mentalitätswechsel“ gefordert. Es gehe künftig um „geistliche Profilierung statt undeutlicher Aktivität“.

Der Rat der EKD hatte darin auch die strukturelle Überbesetzung in den Landeskirchen bemängelt und zu Sparmaßnahmen aufgefordert. Die Gliedkirchen der EKD vereinbarten einen erweiterten Solidarpakt als „Frühwarnsystem“ für finanzielle Engpässe. Darin wurden Mindeststandards festgelegt, die die Aufnahme von Schulden begrenzen und die Versorgung sichern sollten. Auch wollte man damit dazu beitragen, ausreichende Rücklagen zu bilden und die Personalkosten in einem „vertretbaren“ Rahmen zu halten.

Nach Angaben der EKD verließen 2005 fünfzehn Prozent weniger Menschen als im Vorjahr die evangelische Kirche - bei sechs Prozent mehr Eintritten. Insgesamt verlor sie in dem Jahr 78 324 Mitglieder. Damit sind knapp 25 Millionen Menschen in Deutschland evangelischen Glaubens. Besorgt zeigt sich die EKD darüber, dass wegen der demographischen Entwicklung immer weniger Kinder evangelisch getauft würden. Im Jahr 2005 waren es 201.176 Taufen, knapp 6000 weniger als 2004 und 27.000 weniger als im Jahr 2000.

Quelle: Gri. / Frankfurter Allgemeine Zeitung
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