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Deutsche Bischöfe in Rom Papst mahnt zu Treue im Glauben

19.11.2006 ·  Der Papst hat im Vatikan die Leistungen der Kirche in Deutschland gewürdigt. Benedikt XVI. drängte aber zu einer entschiedenen Antwort auf die Herausforderungen in der Gesellschaft.

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Vor den katholischen deutschen Bischöfen hat Papst Benedikt XVI. am Wochenende im Vatikan die Leistungen der Kirche in Deutschland gewürdigt, doch noch mehr zu einer entschiedenen Antwort auf die Herausforderungen in der Gesellschaft gedrängt. Dabei ermahnte er mehrfach alle Katholiken in Deutschland zur Treue im Glauben. Nur aus diesem lebendigen Zeugnis heraus ließen sich, so der Papst, die Reformen in der Kirche angehen und die geistigen Auseinandersetzungen in einer Gesellschaft bestehen, „in der Gott immer mehr aus dem öffentlichen Bewußtsein verschwindet“. Das gelte auch für den Umgang mit den Angehörigen anderer Religionen, „vor allem den vielen Muslimen“.

Zwei Wochen lang, vom 6. bis zum 18. November, hatten die Leiter der 27 deutschen (Erz-)Bistümer zusammen mit ihren „Auxiliar“-Bischöfen den vom Kirchenrecht vorgeschriebenen „Ad limina“- Besuch in Rom „an den Schwellen“ der Apostel-Kirchen und -Gräber absolviert. Sie legten dabei vor den vatikanischen Ämtern, Kongregationen und Räten einen Rechenschaftsbericht über ihre Amtsführung ab und wurden von Benedikt zu Einzelgesprächen und zwei gemeinsamen Audienzen empfangen.

Bedeutung des Zölibats bekräftigt

Bereits am 10. November hatte der Papst in einer Ansprache an die erste Gruppe der Bischöfe (mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann) Lob für das Gute im deutschen Katholizismus und die Leistungen der Oberhirten gespendet, jedoch auch bei manchen Entwicklungen freundlich zu Korrekturen ermutigt. So wies er etwa im Verhältnis zwischen Priestern und Laien auf „die spezifischen Sendungsprofile“ und „die von Jesus Christus gestiftete sakramental-hierarchische Struktur der katholischen Kirche“ hin. Zeitgleich bekräftigte ein Kardinalsrat unter dem Papst im Vatikan die Bedeutung des Zölibats, der vom Kirchenrecht vorgeschriebenen Ehelosigkeit für Priester.

Am Samstag warnte Benedikt vor einem „äußerlichen Aktivismus“ bei Reformen. „Angesichts der augenblicklich abnehmenden Zahl der Priester wie leider auch der (sonntäglichen) Gottesdienstbesucher kommen in verschiedenen deutschsprachigen Diözesen Modelle der Um- und Neustrukturierung der Seelsorge zur Anwendung, bei denen das Bild des Pfarrers, das heißt des Priesters, der als Mann Gottes und der Kirche eine Pfarrgemeinde leitet, zu verschwimmen droht.“ Solche „situationsgerechte Weiterentwicklung der pastoralen Strukturen“ dürfe nicht „kühlen Planern“ überlassen, sondern müsse mit „Seeleneifer“ erfüllt werden.

„Verengende Fixierung“

Wenn manchmal gesagt werde, die Laien könnten sich in der Kirche nicht genug einbringen, „so liegt eine verengende Fixierung auf die Mitarbeit in kirchlichen Leitungsgremien, auf hauptamtliche Stellen in kirchlich finanzierten Strukturen oder auf die Ausübung bestimmter liturgischer Funktionen zugrunde“.

Besonders stellte Benedikt das notwendige Laienapostolat in der modernen Gesellschaft, „die Verkündigung der Frohbotschaft an Millionen von Mitbürgern aus dem Geist des Dienens“ und die Hinwendung zu den jungen Menschen heraus. Die kirchlichen Hilfswerke für Projekte in den weniger entwickelten Weltgegenden seien „unverzichtbarer Ausdruck des Glaubens in der Kirche“, dürften jedoch nicht in politische Abhängigkeiten geraten.

„Für die jungen Menschen wird es schwer“

Besondere Beachtung verdiene das Thema Ehe und Familie, so der Papst. „Die Schöpfungsordnung der Ehe“, von der die Bibel spreche, werde „heute immer mehr verwischt“. Die Fundamente, auf denen die Existenz des Menschen und die der Gesellschaft stehen, gerieten so ins Wanken. „Für die jungen Menschen wird es schwer, zu endgültigen Bindungen zu finden. Sie haben Furcht vor der Endgültigkeit, die nicht realisierbar und der Freiheit entgegengesetzt scheint. So wird es auch immer schwerer, Kinder anzunehmen und ihnen jenen dauerhaften Raum des Wachsens und des Reifens zu schenken, der nur die auf der Ehe gründende Familie sein kann.“

Zur Ökumene sagte der Papst, sie dürfe sich nicht in gemeinsamen Papieren erschöpfen. „Ein geeintes Bekenntnis zu Jesus Christus wird sichtbar und wirksam, wo Christen verschiedener Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften inmitten eines zunehmend religiös entfremdeten sozialen Umfeldes sich gemeinsam und überzeugend zu den vom christlichen Glauben vermittelten Werten bekennen und diese im politischen und gesellschaftlichen Handeln kraftvoll zur Geltung bringen.“

Quelle: hjf./F.A.Z., 20.11.2006, Nr. 270 / Seite 5
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