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Confed-Cup-Kommentar Warnsignale für die Elite

29.06.2009 ·  Dass so mancher Mitfavorit beim Confed-Cup nicht so weit wie gedacht vorankam, war kein sportliches Unglück. Wohl aber ein deutlicher Hinweis auf das, was den großen Fußball-Nationen auch bei der WM in einem Jahr blühen mag.

Von Roland Zorn
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Ein Trost bleibt denen, die bei diesem Turnier höchsten Ansprüchen nicht genügten: Der Gewinner des Confederations Cups ist ein Jahr später noch nie Weltmeister geworden. Daraus eine Regel für die Ewigkeit abzuleiten verbietet sich angesichts der Unwägbarkeiten im Fußball und der jungen Geschichte dieses erst zum achten Mal ausgetragenen Wettbewerbs.

Es ist gewiss keine Strafe, bei der Probe aufs Exempel Erster zu werden, und deshalb haben sich die Mannschaften des fünfmaligen Weltmeisters Brasilien wie des Überraschungsfinalisten Vereinigte Staaten vorfreudig auf das Johannesburger Endspiel am Sonntagabend eingestimmt - mit dem besseren Ende für die Südamerikaner, die ihrer Favoritenrolle spät, aber noch rechtzeitig gerecht wurden (siehe: Confed-Cup-Finale: Lucio köpft Brasilien zum Titel).

Dass die Mitfavoriten, Weltmeister Italien und Europameister Spanien, in Südafrika nicht so weit wie gedacht vorankamen, war kein sportliches Unglück, wohl aber ein deutlicher Hinweis auf das, was den großen Fußball-Nationen auch bei der WM in einem Jahr blühen mag.

Einfach nur peinlich: „Die Helden von Berlin“

Spätestens dann können sich eurozentristische Sehgewohnheiten auf die große, weite Welt des Fußballs bitter rächen. Ein Team wie das der Amerikaner ist längst so stark und in sich gefestigt, um auch die Elite dieses Sports nachhaltig ärgern zu können. Der 2:0-Erfolg im Halbfinale über die zuvor in 35 Begegnungen unbesiegt gebliebenen Spanier war auch den Umständen eines für die Iberer unglücklich verlaufenen Abends geschuldet; er kam aber nicht aus einer Augenblickslaune heraus zustande. Dafür hatte die für ihr „Wunder auf Gras“ gefeierte Auswahl von Trainer Bob Bradley taktisch wie kämpferisch zu viel zu bieten.

Peinlicher als die Niederlage der auch im Scheitern noch charakter- und spielstarken Spanier war das Ausscheiden der Italiener bei diesem Turnier. Wohl zum letzten Mal hatte Weltmeistertrainer Marcello Lippi fast alle „Helden von Berlin“ um sich geschart, um die alten Zeiten noch einmal aufleben zu lassen. Sie sind längst vorbei, und deshalb durfte Lippi über den südafrikanischen Fingerzeig beim Testlauf zur WM letztlich sogar froh sein. Wer von Ägypten knapp besiegt und von Brasilien gedemütigt wird, weiß, dass er mit den verdienten Kameraden um den Weltmeisterkapitän Fabio Cannavaro keine Déjà-vu-Party mehr feiern kann. Neue Männer braucht das Stiefel-Land.

Auch mit Südafrika ist bei der WM zu rechnen

Für die Stars des Alten Kontinents, gewöhnt an rauschende Champions-League-Nächte und an das Luxusleben in einer geschlossenen Millionärsgesellschaft, war die Konfrontation mit Fußball-Emporkömmlingen wie Ägypten, Irak und Südafrika hilfreich. Der Afrikameister beeindruckte durch seinen offensiven Kombinationsfußball, der defensiv gut organisierte Asienmeister verdiente sich schon dadurch höchsten Respekt, dass er den lebensgefährlichen Umständen daheim sportlich trotzt, und der WM-Gastgeber bewies nach verkrampftem Start das Zeug zu mehr.

Eine gute Nachricht: Auch mit Südafrika, wo allerdings noch händeringend nach wenigstens einem treffsicheren Stürmer gefahndet wird, ist bei der WM zu rechnen. Das bekamen sogar die leichtfüßigen Brasilianer beim Confed-Cup zu spüren. Ihre knappen Erfolge über Ägypten und Südafrika verdeutlichten der Fußball-Weltmacht Nummer eins, dass auch sie im kommenden Jahr aufpassen muss. Geschenkt gibt’s nichts. Für die WM bedeutet das nur Gutes.

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