11.12.2009 · Ab Mitte nächster Woche können sich Schwangere mit einem neuen Impfstoff gegen die Schweinegrippe immunisieren lassen. Das Serum enthält keine Reaktionsverstärker, das Risiko fiebriger Reaktionen sei dadurch wesentlich kleiner, so die Gesundheitsministerien.
Von Andreas Mihm und Peter-Philipp SchmittSchwangere können sich von der nächsten Woche an mit einem neuen Impfstoff gegen die Schweinegrippe immunisieren lassen. Dienstag oder Mittwoch dürfte das Serum in vielen Frauenarztpraxen zur Verfügung stehen, hieß es am Freitag von Seiten der Gesundheitsministerien. Der Impfstoff unterscheidet sich von dem seit sieben Wochen in der H1N1-Massenimpfung verwendeten Serum Pandemrix dadurch, dass er keine Reaktionsverstärker enthält. So soll das Risiko einer fiebrigen Reaktion kleiner sein. Die für die Impfaktion zuständigen Länder hatten 150.000 Dosen bei dem australischen Hersteller CSL Biotherapies bestellt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Impfung. Allerdings gehen die Länder davon aus, dass nur ein Teil der Schwangeren sich impfen lassen will.
Die Zahl der Infektionen hatte sich in Deutschland nach Angaben des RKI zuletzt rückläufig entwickelt. Insgesamt seien 192.348 Fälle registriert worden, bis Mittwoch seien 94 Menschen daran gestorben. Der Scheitelpunkt sei vermutlich überschritten. Allerdings schließen Fachleute eine „zweite Welle“ nicht aus. In den Vereinigten Staaten sind inzwischen etwa 9820 Menschen an der Schweinegrippe gestorben. Rund 47 Millionen Einwohner - knapp ein Sechstel der Bevölkerung - haben sich infiziert, 213.000 Patienten mussten in Krankenhäusern behandelt werden, wie die Gesundheitsbehörde CDC mitteilte. Das entspricht ungefähr der Zahl von Patienten, die normalerweise während einer Grippesaison stationär betreut werden.
Peter-Philipp Schmitt Jahrgang 1967, Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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