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Ölpest Die Katastrophe

04.05.2010 ·  BP wird die finanzielle Verantwortung für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko übernehmen. Das ist die einzig akzeptable Reaktion. Doch das Unglück zeigt, dass die Ölindustrie die steigenden Risiken ihres Geschäfts nicht im Griff hat.

Von Marcus Theurer
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Fachleute sind sich einig, dass der Ölpreis auf längere Sicht nur eine Richtung kennen wird: Er wird steigen. Denn der Energiehunger der Welt wächst und wächst, und zugleich wird es immer schwieriger, neue Lagerstätten zu erschließen. Doch wie schmerzhaft der Ölpreis tatsächlich nach oben schießen kann, das hat die Welt in den vergangenen zwei Wochen drastisch erfahren müssen.

Gelingt es nicht rasch, das Ausströmen des Öls in den Golf von Mexiko zu stoppen, droht der Untergang der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ zu einer der größten Umweltkatastrophen in der amerikanischen Geschichte zu werden. Der finanzielle Schaden ist bisher nicht annähernd abzusehen, wird aber wahrscheinlich Milliardenhöhe erreichen. Das Schadenspotential ist enorm: Anders als die Havarie des Tankers Exxon Valdez vor mehr als zwanzig Jahren spielt sich dieses Drama nicht fern der Zivilisation vor Alaska ab, sondern an der dichtbesiedelten Südküste der Vereinigten Staaten.

Die Risiken nicht im Griff

British Petroleum (BP) hat inzwischen bekundet, die finanzielle Verantwortung für das Desaster zu übernehmen. Das ist die einzig akzeptable Reaktion des Unternehmens. BP hat zwar die Bohrplattform nicht selbst betrieben, ist aber Inhaber der Bohrlizenz und damit in letzter Konsequenz verantwortlich. Der Konzern hat zudem die Mittel, um den Schaden für Menschen, Fauna und Flora zumindest monetär auszugleichen. Es gibt wenige Unternehmen auf der Welt, die ähnlich finanzstark sind wie die großen Ölgesellschaften. BP hat allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres mehr als sechs Milliarden Dollar verdient.

Die Unfallursache liegt nach wie vor im Dunkeln und wird womöglich nie geklärt werden. Konsequenzen müssen trotzdem gezogen werden. So viel steht fest: Die Ölsuche ist in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden, die leicht erschließbaren Förderstätten werden vor allem für die großen westlichen Ölkonzerne wie BP, Shell und Exxon Mobil zunehmend rar. Sie müssen deshalb in immer tieferen Gewässern bohren und mit immer schwerer einzuschätzenden geologischen Verhältnissen zurechtkommen. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigt, dass die Ölindustrie die damit einhergehenden größeren Risiken trotz allen technischen Fortschritts nicht im Griff hat. Das darf es in Zukunft nicht mehr geben.

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Jahrgang 1972, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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