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Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko Defektes Steigrohr abgesägt

03.06.2010 ·  British Petrol (BP) ist es gelungen, das defekte Rohr abzusägen, aus dem das Öl in den im Golf von Mexiko fließt. Nun soll ein Ventil angebracht werden. Vor August rechnet BP allerdings nicht mehr damit, die Quelle schließen zu können.

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BP hat es im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko geschafft, das defekte Rohr abzusägen und damit einen Teilerfolg erzielt. Nach mehreren gescheitern Anläufen, das Öl zu stoppen, hat BP das aufgerissene Steigrohr in 1500 Metern Meerestiefe mit Hilfe von Robotern aufgetrennt und will noch am Donnerstag einen Auffangtrichter anschließen, um das Leck provisorisch zu schließen. Nach Angaben der Küstenwache dürfte dies allerdings schwierig werden. Die Schnittfläche sei unsauber, teilte Küstenwachenchef Thad Allen mit. Binnen Stunden, wenn das Ventil angeschlossen ist, könnte der Konzern damit beginnen, zumindest einen Teil des ausströmenden Öls und Gases an die Wasseroberfläche abzuleiten. Dafür muss zunächst aber noch eine Absaugglocke über das Leck gebracht werden.

Parallelborungen im August sollen Ölfluss stoppen

Zum Stillstand gebracht werden kann der Ölfluss laut BP erst im August, wenn zwei Parallelbohrungen zum Grund der Quelle vier Kilometer unter dem Meeresboden abgeschlossen sind. Die größte Ölkatastrophe in der US-Geschichte nimmt ihren Lauf, seit vor mehr als sechs Wochen die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ nach einer Explosion versank.

Am Mittwoch näherte sich das Öl bis auf zehn Kilometern den weißen Stränden Floridas. Den Touristenort Pensacola wird es nach aktuellen Vorhersagen am Freitag erreichen, sofern es nicht aufgehalten werden kann, berichten amerikanische Medien. Es seien zahlreiche Helfer an die Küsten des Sonnenscheinstaates geschickt wurden, um Öl-Barrieren auf dem Meer auszulegen. In Alabama seien bereits Ölklumpen an der Küste gefunden worden und auch den Bundesstaat Mississippi bedroht die Ölpest unmittelbar.

Teuerster Ölunfall in der Geschichte Amerikas

Bisher war die Öl-Katastrophe auf Louisiana beschränkt: Dort sind über 200 Kilometer Küste verseucht. Die US-Regierung habe dem Staat jetzt erlaubt, kilometerlange Sandbänke im Wasser aufzuschütten, um den Ölteppich vom Land fernzuhalten, sagte Gouverneur Bobby Jindal. Das Weiße Haus habe BP aufgefordert, die Kosten für diesen Versuch zu übernehmen, der von Umweltschützern skeptisch gesehen wird. Sie verweisen auf die unbekannten langfristigen Wirkungen für die Umwelt.

Die Kosten für die Beseitigung der Schäden durch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sind inzwischen auf mehr 123 Millionen Dollar (100 Millionen Euro) gestiegen. Damit ist das Unglück auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ vom 20. April zum teuersten Ölunfall in der Geschichte der USA geworden. Nach der Havarie des Tankers „Exxon Valdez“ 1989 beliefen sich die Kosten zur Beseitigung der Schäden auf 121 Millionen Dollar.

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