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Golf von Mexiko Warum sprudelt immer mehr Öl aus dem Bohrloch?

04.05.2010 ·  Warum dringt immer mehr Öl aus dem Bohrloch, obwohl der Wasserdruck in 1500 Metern Tiefe doch gewaltig ist?

Von Alfons Kaiser und Axel Wermelskirchen
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Vor zwei Wochen geschah das Unglück an der Plattform „Deepwater Horizon“, und es noch längst nicht zu Ende. In 1500 Meter Tiefe sprudelt es weiter. Das Öl ist relativ leicht, was für die Umwelt günstiger ist. So können die leichten Komponenten, sind sie einmal an der Wasseroberfläche, teilweise verdunsten, und es bleiben nicht so viele schwere Komponenten übrig, die Tier- und Pflanzenwelt gefährlich werden können. Schwerstöl mit einer Dichte von mehr als 1 wiederum, wie es in Venezuela oder Kanada gefördert wird, würde gar nicht erst an die Wasseroberfläche gelangen. Das „konventionelle Öl“ des Golfs von Mexiko, das normal gefördert werden kann, hat eine geringere Dichte und treibt deshalb nach oben.

Das Erdöl, also das natürlich vorkommende Gemisch aus flüssigen Kohlenwasserstoffen, das in Gesteinsschichten tief in der Erdkruste eingelagert ist, steht unter Lagerstättendruck. Es wird, wie Hilmar Rempel von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sagt, „eruptiv gefördert“. Das heißt, es kommt von alleine und muss nicht durch technische Hilfsmittel kompliziert nach oben befördert werden – anders als bei den sekundären und tertiären Verfahren der Ölindustrie, der sogenannten „forcierten Erdölförderung“ durch Wasser- oder Dampfeinpressung.

„Im Goldenen Dreieck spielt die Musik“

In der Regel befindet sich das Öl im Golf von Mexiko in den Poren von Sandstein – und nicht in Hohlräumen, wie man es sich vielleicht vorstellen könnte. Der Druck auf diese Speichergesteine ist weit höher als der hydrostatische Druck. Gelangt das Öl ins Wasser, steigt es nach oben. Vor allem am Anfang einer Bohrung, wie auch in diesem Fall, kommt es als reines Öl aus der Quelle. Wenn man länger bohrt, ist mehr Wasser dabei.

Rempel, stellvertretender Leiter des Arbeitsbereichs Verfügbarkeit Energierohstoffe bei der BGR, sagt, auf dem mexikanischen Schelf beginne man nun erst, in tiefere Gesteine vorzudringen. Die Suche nach weiteren Erdölvorkommen wird also – neben dem Atlantik vor Brasilien und Westafrika – in Zukunft auch im Golf von Mexiko verstärkt weitergehen. „In diesem sogenannten Goldenen Dreieck spielt die Musik“, meint Rempel. „Der Golf von Mexiko gehört zu den prospektivsten Regionen.“ Gefahr droht den Plattformen vor der amerikanischen Küste jedenfalls nicht nur durch technische Missgeschicke, sondern vor allem durch die Hurrikane, die regelmäßig im Herbst die Ölförderung bedrohen. Andererseits wird das auch nicht ewig anhalten. Denn die Exploration von konventionellem Öl wird laut BGR zwischen 2030 und 2035 weitgehend beendet sein.

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Jahrgang 1965, verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“.

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