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Erster Testlauf gescheitert Supertanker im Kampf gegen die Ölpest

05.07.2010 ·  Nach Hurrikan „Alex“ hat BP den Kampf gegen die Ölpest wieder aufgenommen. Die Hoffnungen ruhten zunächst auf einem eigens für die Operation im Golf von Mexiko umgerüsteten Supertanker, der Öl von der Wasseroberfläche abschöpfen soll. Doch ein erster Testlauf verlief ergebnislos.

Von Matthias Rüb, Washington
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Der Testlauf eines zum Ölabsauger umgebauten Riesentankers im Golf von Mexiko ist vorerst ergebnislos verlaufen. Schwere See über die vergangenen 48 Stunden habe schlüssige Resultate verhindert, sagte ein Sprecher der Eignerfirma TMT der Zeitung „Times-Picayune“ am Montag.

Nach dem glimpflich verlaufenen Durchzug des ersten Hurrikans der Saison waren die Arbeiten zum Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko wieder aufgenommen worden. Während an der Küste die von Wind und Wellengang des tropischen Sturms Alex zerstörten Barrieren gegen das Öl ausgetauscht wurden, hatten die Hoffnungen auf See vor allem auf dem taiwanesischen Supertanker „A Whale“ (Ein Wal) geruht. Dieser soll in großen Mengen Öl aus dem Meer abschöpfen. Der eigens für die Operation im Golf von Mexiko umgerüstete Tanker war schon Mitte vergangener Woche nahe der Unglücksstelle vor der Küste Louisianas eingetroffen und sollte auf Anordnung der Küstenwacht zunächst 48 Stunden lang erprobt werden. Nun heißt es, man werde für die Tests mehr Zeit brauchen.

Der Tanker der taiwanesischen Gesellschaft TMT soll Öl von der Wasseroberfläche abschöpfen. Er kann täglich bis zu 80 Millionen Liter ölverschmutztes Meerwasser aufsaugen und das vom Wasser getrennte Öl in seinen Tanks lagern. Die Kapazität der rund 550 Schiffe, die seit dem Unglück auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ vom 20. April das ausgetretene Öl abschöpfen, liegt bei zusammen 100 Millionen Liter pro Tag.

Rettungsaktion für Meeresschildkröten

Auch am Montag mussten in den Bundesstaaten Alabama, Mississippi und Florida viele Schiffe wegen des hohen Wellengangs weiter in den Häfen bleiben. Nach Angaben des Energiekonzerns BP sind insgesamt 44.500 Helfer, mehr als 6500 Schiffe und 113 Flugzeuge im Kampf gegen das aus einem lecken Bohrloch austretende Öl im Einsatz. Die Kosten des Kampfes gegen die größte Ölkatastrophe in der amerikanischen Geschichte belaufen sich nach Angaben von BP inzwischen auf 3,12 Milliarden Dollar. In dieser Summe seien die Kosten für die Eindämmung des Ölteppichs, die Säuberung verschmutzter Küsten sowie erste Entschädigungszahlungen enthalten.Bei dem Konzern gingen demnach 95.000 Forderungen nach Schadenersatz ein.

Das Öl zwingt Tierschützer nun zu einer bislang einmaligen Rettungsaktion für Meeresschildkröten. Tausende Eier sollen in den kommenden Tagen an Stränden am Golf von Mexiko ausgegraben und nach Cape Canaveral an der Ostküste Floridas geflogen werden. Dort sollen die Schildkröten in einem Lagerhaus schlüpfen und dann ins Meer ausgesetzt werden, wo sie sicher vor dem Öl sind.

Druck von der Ölquelle nehmen

In einer Woche soll der von Präsident Obama eingesetzte Untersuchungsausschuss zur Ölkatastrophe erstmals öffentlich tagen. Bei dem Treffen in New Orleans am 12. und 13. Juli werde die Kommission Betroffene und Fachleute anhören, teilten Mitglieder des siebenköpfigen Ausschusses mit.

Die erste von zwei Entlastungsbohrungen für das leckgeschlagene Bohrloch ist unterdessen nahe am Ziel. In den kommenden Wochen würden die Arbeiten aber nur langsam vorankommen und große Präzision erfordern, sagte der frühere Küstenwacht-Admiral Thad Allen. Die erste Bohrung werde Mitte August das Bohrloch über dem Macondo-Ölfeld erreichen. Sie soll den Druck von der Ölquelle nehmen, die danach mit Bohrschlamm und Zement abgedichtet werden soll. Die zweite Bohrung wird vorangetrieben für den Fall, dass die erste das Bohrloch verfehlt.

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Jahrgang 1962, politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

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