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Admiral Thad Allen Der mit der Ölpest kämpft

04.05.2010 ·  Admiral Thad Allen muss sich als Chef der amerikanischen Küstenwache wohl ein letztes Mal als Krisenmanager beweisen. Elf Tage nach der Explosion auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko ist immerhin die Botschaft unter Kontrolle, wenn auch nicht die Lage.

Von Matthias Rüb
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Seit Admiral Thad Allen den Einsatz gegen die Ölpest am Golf von Mexiko leitet, ist immerhin die Botschaft unter Kontrolle, wenn auch nicht die Lage. Am 1. Mai, elf Tage nach der Explosion auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“, wurde der Kommandeur der amerikanischen Küstenwache von Präsident Obama zum nationalen Koordinator zur Bekämpfung der Unfallfolgen am Golf von Mexiko ernannt.

Zuvor hatte die für den Küstenabschnitt zuständige Konteradmiralin Mary Landry den Einsatz geleitet und sich dabei manche Fehleinschätzung geleistet. Zuerst gab sie die Version des Ölkonzerns BP wieder, wonach aus dem Bohrloch in 1500 Metern Tiefe kein Öl austrete, sondern nur aus der am 20. April explodierten und zwei Tage später gesunkenen Bohrinsel. Nachdem sich diese Behauptung als falsch erwiesen hatte, sagte sie, die Einsatzkräfte hätten „noch viel Zeit“ zur Bekämpfung des Ölteppichs, weil dieser fast 70 Kilometer von der Küste entfernt sei. Auch dies hat sich im rauhen Wind und wüsten Wetter rasch zerschlagen.

„Asymmetrisch, anomal und so komplex wie kein Ölunfall bisher“

Ganz anders Thad Allen. Der am 16. Januar 1946 in Tucson (Arizona) geborene Chef der Küstenwache ist buchstäblich mit allen Krisenwassern gewaschen. Allen weiß, dass man die Öffentlichkeit besser auf die schlimmstmöglichen Folgen einer Katastrophe vorbereitet, um dann als Retter oder doch kompetenter Nothelfer dazustehen, wenn es am Ende glimpflicher abgeht.

Das Unglück auf der Plattform „Deepwater Horizon“ bezeichnet Allen als „asymmetrisch, anomal und so komplex wie kein Ölunfall bisher“. Die Aussicht, dass der Ölfluss ins Meer bald gestoppt werden könne, bestehe nicht: „Wir haben es mit einem vorerst unbefristeten Vorfall zu tun“, sagt Allen. Selbst wenn es BP gelingen sollte, das Bohrloch bald provisorisch abzudichten, könne erst eine weitere Bohrung in das betroffene Ölfeld, die Monate dauern würde, das Leck dauerhaft schließen.

Die Fähigkeit Allens, überzeugend zu kommunizieren und straff zu organisieren, hat sich schon einmal ein Präsident während einer Katastrophe am Golf von Mexiko zunutze gemacht. Als die Inkompetenz des ersten Leitungsteams um Katastrophenschutz-Chef Michael Brown beim Kampf gegen die Folgen des Hurrikans „Katrina“ von Ende August 2005 bald vor aller Augen lag, schickte George W. Bush den alerten Admiral an die Golfküste.

Mit den Hubschraubern der Küstenwache wurden Hunderte von den Dächern ihrer Häuser gerettet, die nach dem Bruch der Deiche bei New Orleans rasch überflutet worden waren. Im Jahr darauf wurde Allen für seinen Katastrophenschutzeinsatz mit dem vierten Admiralsstern und der Beförderung zum Kommandeur der Küstenwache belohnt.

Nach gut vierzig Dienstjahren soll Allen, dessen Vater auch bei der Küstenwache war, Ende Mai in den Ruhestand treten. Man kann für die Menschen an der Golfküste, für die Flora und Fauna des Marschlandes, für Fischerei und Fremdenverkehr von Louisiana bis nach Florida nur hoffen, dass Admiral Allen bis dahin seine wohl letzte wichtige Mission erledigt haben wird.

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Jahrgang 1962, politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

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