25.12.2010 · Der Duisburger Oberbürgermeister räumt Fehler im Umgang mit dem Unglück bei der Love Parade im Sommer ein. Das schreibt der scharf kritisierte Adolf Sauerland in einer „Weihnachtsgrußwort“. Bislang wies er jede Verantwortung zurück.
Von Peter-Philipp SchmittDer wegen der Love-Parade-Katastrophe am 24. Juli scharf kritisierte und seither umstrittene Duisburger Oberbürgermeister, Adolf Sauerland, hat sich mit einem „Weihnachtsgrußwort“ an die Öffentlichkeit gewandt und dabei Fehler im Umgang mit dem Unglück eingeräumt: „Ich bedauere es sehr, dass ich mich in der Vergangenheit selbst an den Diskussionen über öffentlich-rechtliche Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten beteiligt habe und somit der Situation nach dem Unglück und insbesondere den Gefühlen der Geschädigten nicht gerecht geworden bin“, schreibt der CDU-Politiker auf der Internetseite der Stadt.
„Diese unglückliche Situation war wahrscheinlich dem menschlichen Bedürfnis geschuldet, so schnell wie möglich nach Erklärungen zu suchen, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte. Ich möchte mich auch an dieser Stelle ausdrücklich entschuldigen, wenn bei den Betroffenen der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich mich meiner Verantwortung entziehen will. Dies war nicht nur nicht beabsichtigt, sondern entspricht auch nicht den Tatsachen.“
Sauerland hatte bislang jede persönliche und politische Verantwortung für das Unglück zurückgewiesen. Einen Rücktritt lehnte er ab, ein Abwahlantrag gegen ihn scheiterte in einer Sondersitzung des Duisburger Rates Mitte September. Weil es sogar Todesdrohungen gegen ihn gab, zeigte er sich im Sommer wochenlang nicht in seiner Stadt.
Nicht einmal zur offiziellen Trauerfeier Duisburgs eine Woche nach dem schweren Unglück, bei dem 21 Personen ums Leben kamen, wagte sich Sauerland. In seiner Weihnachtsbotschaft spricht er sich dafür aus, „vertrauensvoll den objektiv ermittelnden Behörden“ die Aufklärung des Unglückshergangs zu überlassen: „Sollten dann berechtigte Vorwürfe erhoben werden, werde ich mich der Verantwortung stellen und diese auch wahrnehmen.“
Peter-Philipp Schmitt Jahrgang 1967, Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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