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Im Porträt: Ralf Jäger Ein Duisburger als Innenminister

25.07.2010 ·  Als Oppositionspolitiker forderte er viele schwarz-gelbe Koalitionäre zum Rücktritt auf: der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger. Nur wenige Tage im Amt, versucht er sich nun als besonnener Krisenmanager.

Von Reiner Burger
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Kaum mehr als eine Woche im Amt hat der neue nordrhein-westfälische Innenminister ausgerechnet in seiner Heimatstadt Duisburg seine erste große Herausforderung zu bestehen: Ralf Jäger (SPD) muss an der Aufklärung der Loveparade-Katastrophe mitwirken. Nur wenige Stunden nach der Massenpanik auf dem ehemaligen Duisburger Güterbahnhof machte sich Jäger am Samstagabend selbst ein Bild von der Lage, wollte aber „keine schnellen Spekulationen“ über Ursachen anstellen. Jäger trug als Oppositionspolitiker wegen seiner schnellen, scharfen, manchmal auch brutalen Attacken auf Mitglieder der am 9. Mai abgewählten schwarz-gelben Landesregierung den Spitznamen „Jäger 90“. Legendär ist die hohe Frequenz seiner Rücktrittsforderungen. Nun versucht Jäger, sich als besonnener Krisenmanager zu präsentieren.

Der am 25. März 1961 in Duisburg geborene Jäger ist, wie er am Tag seiner Ernennung zum Innenminister sagte, „Duisburger aus Überzeugung“. 1981 machte er in der Stadt Abitur, während seiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann trat er 1983 in Duisburg der SPD bei. Auch sein (allerdings nicht abgeschlossenes) Studium der Pädagogik absolvierte Jäger in Duisburg. Und mit Ehefrau und drei Kindern lebt der neue Innenminister in seiner Geburtsstadt. Auf die Frage, wer ihn zur Politik gebracht hat, antwortete Jäger vor wenigen Wochen schmunzelnd: „Helmut Kohl.“ Ihn habe gestört, dass der damalige Bundeskanzler Anfang der achtziger Jahre die „geistig-moralische Wende“ ankündigte.

„Minister für Innen und Kommunales“

Seine politische Karriere begann Jäger als Ratsherr in Duisburg. Selbst politische Gegner bescheinigen ihm, er habe seiner Partei im Stadtrat in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender bis Mitte des Jahres 2000 ein professionelles, starkes Auftreten verschafft. Auch nach seinem Wechsel in den nordrhein-westfälischen Landtag vor zehn Jahren blieb Jäger einer der einflussreichsten Sozialdemokraten in Duisburg. 2005 wurde er Vorsitzender der Duisburger SPD, und ohne ihn wäre auch das rot-rot-grüne Ratsbündnis in seiner Geburtsstadt nicht zustande gekommen.

Der Organisator der Love Parade, Rainer Schaller, will die Veranstaltung aus Respekt vor den Opfern nicht mehr fortsetzen. Das erklärte er in der Pressekonferenz am Sonntag mittag, nachdem 19 Menschen am Samstag bei einer Massenpanik zu Tode kamen.

Seit Hannelore Kraft (SPD) sich Mitte Juni entschieden hatte, doch das Wagnis einer rot-grünen Minderheitsregierung einzugehen, war klar, dass Jäger Mitglied des Kabinetts der ersten nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin werden würde. Jäger gehört zu den engen Parteifreunden Frau Krafts. Dass er keinen juristischen Hintergrund hat, sieht die Ministerpräsidentin offenbar auch durch die parlamentarische Erfahrung des neuen Innenministers aufgewogen.

Jäger bearbeitete seit November 2004 als stellvertretender Fraktionsvorsitzender nicht nur die Themen Innen- und Rechtspolitik, sondern auch die Kommunalpolitik. War Jäger bis vor kurzem noch stundenweise als Fachreferent bei einer Krankenkasse tätig, so ist er heute nicht nur „Chef“ von 900 Ministeriumsmitarbeitern und 40000 nordrhein-westfälischen Polizeibeamten. Als „Minister für Innen und Kommunales“ hat er den Auftrag bekommen, daran mitzuwirken, die größte Finanznot der Städte zu lindern.

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