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Andrea Bunjes Mal lachende Dritte, meistens Unvollendete

03.06.2009 ·  Im Schatten von Betty Heidler, Kathrin Klaas und anderen: Andrea Bunjes, ostfriesische Hammerwerferin von der LG Eintracht Frankfurt, muss auch vor der Leichtathletik-WM in Berlin um ihren Start zittern.

Von Uwe Martin, Fränkisch-Crumbach
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Wer sich der Karriere von Andrea Bunjes steckbriefartig nähert, bekommt schnell einen Überblick, um was es geht. Die deutsche Nummer drei im Hammerwurf kämpft im Schatten von Betty Heidler und Kathrin Klaas beinahe alljährlich um die Zulassung zu internationalen Wettkämpfen, seien es nun Olympische Spiele, Europa- oder Weltmeisterschaften. Und hat sie es dann geschafft, wie etwa vor sieben Jahren bei der EM oder im Jahr 2004 bei Olympia in Athen, türmt sich als nächste Hürde auf - die Qualifikation für das Finale.

So ungefähr ist das bei Andrea Bunjes, die wie Betty Heidler und Kathrin Klaas für die LG Eintracht Frankfurt startet und von Michael Deyhle als Heim- und Bundestrainer betreut wird. Und während die Konkurrenz aus dem eigenen Verein bereits für die WM in Berlin gesetzt ist, kämpft die 33 Jahre alte Polizei-Kommissaranwärterin noch um die zweite Normerfüllung. Einmal bereits hat sie weiter geworfen als die geforderten 70 Meter. Zuletzt, beim Hammerwurf-Meeting in Fränkisch-Crumbach im Odenwald, waren es nur 68,94 Meter. „Es war der Kopf“, sagt sie. „Das ist bei allen Werfern das Problem.“

„Eigentlich bin ich in der Form meines Lebens“

Andrea Bunjes befindet sich im Herbst ihrer Karriere, doch so gut wie in diesen Tagen war sie selten. Sicher, ihre Bestleistung von 70,73 Meter erzielte sie schon 2004. Doch eigentlich deutet alles darauf hin, dass der Hammer weiter fliegen müsste. „Ich bin fitter, athletischer und technisch besser als vor fünf Jahren. Ich muss nur alles auf den Punkt kriegen.“ Dann führt auch ihr Weg im August zur WM nach Berlin. Danach sollte eigentlich Schluss sein mit der Karriere. Doch angesichts des jüngsten Aufschwungs hat sie sich anders entschieden, sie will weitermachen. Bis 2010. „Denn eigentlich bin ich in der Form meines Lebens.“

Sie möchte endlich, dass in irgendeiner Ergebnisliste 71 oder 72 Meter hinter ihrem Namen stehen. Am nächsten Wochenende wirft sie in ihrer ostfriesischen Heimat - in Holtland, wenige Kilometer entfernt von ihrem Heimatdorf Neuburg. „Das ist ein kleines Kaff, da wohnen vielleicht fünfzig, sechzig Leute.“ In puncto WM wird sie das Mini-Meeting selbst im Erfolgsfall, also bei einem Wurf über 70 Meter, nicht weiterbringen, denn es ist kein anerkannter Normwettkampf des Verbandes. „Aber ich will eine gute Weite als Bestätigung, dass ich es nicht nur im Training oder beim Einwerfen kann.“

„Ich bin die lachende Dritte“

Seit 1992 ist Andrea Bunjes Hammerwerferin, 2001 kam sie nach Frankfurt zu Coach Deyhle, seit 2006 startet sie für die LG Eintracht. Dass sie öffentlich stets im Schatten ihrer Trainingskolleginnen Betty Heidler, der aktuellen Weltmeisterin und deutschen Rekordhalterin, sowie von Kathrin Klaas steht, stört sie nicht. Obwohl der Bekanntheitsgrad der deutschen Vorzeigewerferin nicht unbedingt abstrahlt auf die beiden anderen Weltklasseathletinnen. „Hier ist unsere Weltmeisterin, hier ist Betty Heidler“, sagte der Stadionsprecher in Fränkisch-Crumbach. Lauter Applaus - bei Andrea Bunjes gab es höflichen Beifall. „Ich bin die lachende Dritte“, sagte sie und grinst. Nur einmal, 2004, war sie deutsche Meisterin, ansonsten zweimal Zweite und viermal Dritte. Stets haben andere weiter geworfen. So auch die Olympiadritte von 2000, Kirsten Münchow, oder Susanne Keil - beide für die LG Eintracht Frankfurt. Später waren es Betty Heidler und Kathrin Klaas.

Gerade hat Andrea Bunjes wieder das Gefühl, dass auch sie es besser kann, dass sie mehr draufhat, als sie bislang gezeigt hat. Unvollendet darf man sie wohl nennen. Aber dabei soll es nicht bleiben.

Vom 15. bis 23. August 2009 werden die 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin ausgetragen. FAZ.NET berichtet von den Vorbereitungen der Topathleten auf das Sportereignis des Jahres: Berlin, Berlin - Der Countdown zur Leichtathletik-WM 2009. Noch elf Wochen.

Quelle: F.A.Z.
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