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iPod-Dock Onkyo ND-S1 Digital gezapft klingt deutlich besser

08.08.2010 ·  Onkyo bietet ein Dock für die digitale Wiedergabe an, das schon für 140 Euro zu haben ist. Das passt ins Freizeit-Budget. So haben wir uns mit der ND-S1 genannten Onkyo-Station näher befasst: ein iPod-Dock für hellhörige Genießer.

Von Wolfgang Tunze
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Soll man eigentlich über Docking-Stationen für den iPod berichten? Es gibt sie zu Hunderten in Bauformen, die einander zum Verwechseln ähneln. Und auch ihre Arbeitsweisen unterscheiden sich kaum: Kabelverbindung mit der HiFi-Anlage aufnehmen, den Player über die Steckleiste kontaktieren, mit der Fernbedienung die Wiedergabe starten. Das alles also wäre recht langweilig, gäbe es nicht doch die kleine, aber feine Differenz. Und die liegt in der Art der Musikausgabe.

Dass Apple eine Vorliebe für geschlossene Strukturen hat, weiß man nicht erst, seit der App Store als exklusive Quelle für iPhone-Software funktioniert. Kontrolle war auch schon angesagt, als mit dem iPod die iTunes-Software kam. Sie ist bis heute die exklusive Schnittstelle für den digitalen Musikaustausch zwischen Taschenspieler und PC. Da ist es nur konsequent, dass auch die Docking-Stationen den Ton nicht einfach in digitaler Form aus dem iPod saugen dürfen. Folglich zapfen sie zumeist jene Kontakte in der 30-poligen Leiste an, die das Repertoire in analoger Form weitergeben.

Und das ist schade: Weil die Digital-Analogwandler und die analogen Ausgangsstufen im iPod nicht das Niveau von entsprechenden Baugruppen in hochkarätigen HiFi-Anlagen haben, bleibt ein Teil der eigentlich möglichen Wiedergabequalität auf der Strecke. Manche, besonders schlicht gestrickte Docks kontaktieren sogar die Klinkenbuchse des Kopfhörer-Ausgangs. Und weil dessen elektrische Werte nicht dafür ausgelegt sind, die Eingänge eines HiFi-Verstärkers zu speisen, leidet die Musik noch mehr.

Die Stärken des i170 genannten Geräts sind unüberhörbar

Aber es gibt einige wenige Ausnahmen. Wadia etwa, eine amerikanische High-End-Schmiede, erhielt von Apple schon anno 2008 die Lizenz, ein Dock für digitale Tonausgabe zu bauen. Die akustischen Stärken des i170 genannten Geräts sind unüberhörbar, aber sein Preis ist mit 450 Euro dann doch schon eine ernsthafte Hürde. Es geht aber deutlich günstiger: Onkyo bietet ein weiteres Dock für die digitale Wiedergabe an, das schon für 140 Euro zu haben ist. Das passt schon eher ins Freizeit-Budget, und so haben wir uns mit der ND-S1 genannten Onkyo-Station näher befasst.

Sie steckt in einem schmucklosen, flachen Kunststoffkästchen mit einer schmalen Aluminiumfront - entweder silberfarben oder schwarz lackiert. Die Anschlussmulde für den iPod lässt sich mit einem Schieber verschließen und damit gegen Staub schützen. Ein Steckernetzteil sorgt für die nötige Energiezufuhr. Auf der Rückseite finden sich ein optischer und ein elektrischer Digitalausgang für den Ton. Eine weitere Buchse gibt Videosignale an einen Fernseher aus - sofern der iPod Bewegtbilder liefert. Und dann gibt es dort noch einen USB-Anschluss. Er kann die Verbindung zu einem Notebook herstellen; mobile Rechner kommen also ebenfalls als Musiklieferanten in Frage. Die Docking-Station funktioniert dann wie eine externe Soundkarte. Tasten auf dem Oberdeck legen fest, ob der iPod oder der Rechner musikalische Vorfahrt hat. Sind beide Geräte angeschlossen, lassen sich das iPod-Repertoire und das iTunes-Archiv sogar synchronisieren: Eine weitere Taste löst den Vorgang aus.

Dennoch funktioniert auch das iPhone

Die Onkyo-Station ist nur für die Modellfamilien des iPod zertifiziert. Dennoch funktioniert auch das iPhone; wir haben es mit einem Modell der dritten Generation ausprobiert. Das Handy schlägt zwar nach dem Andocken vor, in den Flugzeug-Modus zu gehen, damit sich die Abspielstation keine Funkstörungen einfängt. Wir hatten aber auch im normalen Telefonmodus keine Probleme.

Nicht ganz so glücklich waren wir mit der Fernbedienung: Sie schöpft die Navigationsmöglichkeiten des iPod längst nicht aus. Die Tasten des Infrarotsenders erlauben nur, Wiedergabelisten nacheinander aufzurufen oder innerhalb eines gewählten Albums von Musikstück zu Musikstück zu springen. So bleibt Handarbeit direkt an der "Clickwheel"-Taste des iPod unvermeidlich. Allerdings: Am jüngsten iPod Nano (er steht für die fünfte Generation) streikt das Clickwheel, sobald der Player auf dem Dock sitzt. Dagegen hilft nur, vor der stationären Wiedergabe eine Playliste mit den Wunschtiteln anzulegen und sie dann mit der Fernbedienung abzuarbeiten.

Mit ihren Klängen allerdings überzeugt die Onkyo-Station restlos. An einen Verstärker mit gutem Digitaleingang angeschlossen, gibt sie Musik aus dem iTunes Store oder von CDs, die mit gleich hoher Datenrate oder gar mit der verlustfreien Kodierung Apple Lossless in den iPod übertragen wurden, in einer Qualität wieder, die dem Klang der Silberscheibe in nichts nachsteht. Und damit übertrifft diese Abspielstation deutlich hörbar all ihre Artgenossen, die den Ton auf analogem Weg aus dem iPod saugen.

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