31.08.2010 · Nach Blockbustern wie „Avatar“ sind 3D-Filme nicht mehr aus den Kinos wegzudenken. Jetzt soll die dritte Dimension auch zu Hause erlebt werden können - mit den passenden Fernsehgeräten. Das Interesse ist groß, obwohl man eine Spezialbrille braucht.
Kinofilme wie „Avatar“ haben den Trend ins Rollen gebracht - den 3D-Fernseher fürs eigene Wohnzimmer. Der Fantasy-Film spielte 2,7 Milliarden Dollar ein und überholte den bis dahin erfolgreichsten Film „Titanic“. Vor einem Jahr wurde auf der Funkausstellung IFA noch diskutiert, ob sich wirklich jemand mit einer dicken Brille ins eigene Wohnzimmer setzt, um fernzusehen. Mittlerweile wurden jedoch schon um die 40.000 3D-Fernseher verkauft.
Die Kunden lassen sich von den Nachteilen nicht abschrecken. 41 Prozent planen in den nächsten drei Jahren ein Gerät zu kaufen, mit dem sie 3D-Filme ansehen können. Das ergab eine Umfrage der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikations-Elektronik. Der Vorsitzende der Blu-ray Group Deutschland, Kai Uwe Marner, rechnet gegen Ende des Jahres mit einer sechsstelligen Zahl an 3D-Fernsehern.
Noch ein dünnes Angebot an Filmen
Das Angebot an Filmen ist allerdings dünn. Selbst „Avatar“ gibt es noch nicht in 3D zu kaufen. Außerdem ist noch nicht klar, wann es 3D-Filme in nennbarer Zahl zu kaufen geben wird. Die Händler versuchen trotzdem mit unterschiedlichen Angeboten ihre Geräte attraktiv zu machen. In Deutschland offeriert Samsung beispielsweise den Käufern seiner 3D-Fernseher ein Paket mit zwei Spezial-Brillen und dem Animationsfilm „Monsters vs. Aliens“.
Die Angebote scheinen anzukommen. „Die kleinen Mengen, die geliefert werden, sind in zwei bis drei Tagen wieder weg“, heißt es beim Händlerverband BVT. Der Geschäftsführer des BVT glaubt außerdem, dass die breite Masse der Käufer noch gar nicht erreicht sei.
Ein weiteres Problem ist allerdings, dass dreidimensionale Fernsehsendungen in der nächsten Zeit nicht geplant sind. Die Sender ARD und ZDF etwa haben erst vor kurzem ihr Programm auf das hochauflösende HDTV umgestellt. Aus der Stuttgarter ARD-Pressestelle heißt es: „Wir beobachten natürlich die Entwicklung - im Moment ist 3D aber kein Thema für die ARD.“
Tennis und Fußball in 3D
Bisher ist es bei einzelnen Versuchen geblieben. Panasonic übertrug im Juni Tennis-Spiele der French Open in 3D zu sehen im Hamburger Tennisstadion am Rothenbaum und bei Fachhändlern. Sony zeigte Spiele der Fußball-WM in Südafrika. Demokanäle für 3D gibt es bei den Satelliten-Anbietern Astra und Eutelsat.
Und dann war da noch die Diskussion über die Brille: Bei den neuen Fernsehern benötigt man eine sogenannten Shutterbrille, um dreidimensional sehen zu können. Über ein Signal öffnen und schließen sich linkes und rechtes Brillenglas im Wechsel. So sieht jedes Auge immer das richtige Bild - und der 3D-Effekt entsteht. Ohne Brille würde 3D-Fernsehen nur von einem bestimmten Betrachtungswinkel aus funktionieren, erklärt Sharp-Sprecher Martin Beckmann. Andere technische Lösungen seien derzeit schlichtweg zu teuer.