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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Engpässe in der Computerbranche Merkel warnt Europa davor, den Anschluss zu verlieren

 ·  Kanzlerin Merkel hält den Durchschnitt Europas global für nicht wettbewerbsfähig. Das sagte sie zur Eröffnung der Computermesse Cebit in Hannover. Europa müsse aufpassen, in der Informationstechnologie nicht den Anschluss zu verlieren.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält einen Großteil Europas nicht für wettbewerbsfähig. „Europa muss aufpassen, dass es sich nicht zu sehr an sich selbst orientiert“, sagte Merkel am Montagabend zur Eröffnung der Computermesse Cebit in Hannover. Europa müsse aufpassen, dass es in Schlüsselbranchen wie der Informations- und Kommunikationstechnologie nicht den Anschluss in der Welt verliert. „Der Durchschnitt Europas ist nicht wettbewerbsfähig global.“ Deshalb habe sie mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy den Pakt für Wettbewerbsfähigkeit vorgeschlagen.

Türkischen Geschäftsleuten stellte sie Visaerleichterungen in Aussicht. „Gerade für Geschäftsleute müssen sich die Reisebedingungen verbessern“, sagte Merkel weiter. Zur Forderung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan nach Visafreiheit mit Deutschland und der EU sagte die Kanzlerin, dass darüber noch einmal geredet werden müsse.

Die Bundesregierung habe für Deutschland eine Strategie zur gezielten Entwicklung neuer Hochtechnologien vorgelegt. Darüber hinaus habe sie die Ausgaben für Forschung, Entwicklung sowie Bildung aus den Sparpaketen zur Sanierung des öffentlichen Haushalts ausgenommen und in der laufenden Legislaturperiode um 3 auf 12 Milliarden Euro gegenüber der vorhergehenden Legislaturperiode erhöht. Damit liegt Deutschland in Europa mit an der Spitze.

Die deutsche IT-Branche ging mit großem Optimismus in die Cebit. Sie ist wieder ein Jobmotor für Deutschland. Dennoch beklagt die Branche einen hohen Fachkräftemangel. Aktuell äußern 59 Prozent der Unternehmen, dass diese Knappheit ihr Wachstum behindert. Der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Bitkom, Bernhard Rohleder, bezifferte den dadurch verursachten Umsatzausfall auf 2,5 Milliarden Euro in diesem Jahr. Selbst in konjunkturell schwierigen Zeiten habe ein Viertel bis ein Drittel der Unternehmen Schwierigkeiten gehabt, geeignetes Personal zu finden, hieß es. Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer sprach sich für mehr Technikunterricht in den Schulen, niedrigere Abbrecherquoten in den technischen Studiengängen und bessere Qualifizierungsangebote für ältere IT-Experten aus. Außerdem sei es notwendig, mehr Frauen in technische Berufe zu locken und qualifizierten ausländischen Fachkräften die Zuwanderung zu erleichtern.

Der Verein deutscher Ingenieure (VDI) schlug ebenfalls Alarm: „Schon jetzt können rund 16 500 Stellen für Informatiker nicht besetzt werden – eine besorgniserregende Entwicklung für den IT-Standort Deutschland“, sagte VDI-Vizebereichsleiter Dieter Westerkamp. Wirtschaftlich findet die Hightech-Industrie keinen Grund zur Klage. Der Umsatz mit Informationstechnik, Telekommunikation und Konsumelektronik dürfte in Deutschland in diesem Jahr um 2 Prozent auf 145,5 Milliarden Euro zulegen. Auch für das kommende Jahr sei ein Wachstum von 2 Prozent zu erwarten, glaubt der Bitkom. Besonders gefragt sei derzeit Hardware.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft.

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