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Nikon D5000 Für einen Einstieg auf hohem Niveau

25.02.2010 ·  Wer glaubt, das Schlagwort „Einsteigermodell“ bezeichne eine besonders schlichte Spiegelreflexkamera, sieht sich nicht nur bei der Nikon D5000 getäuscht. Die Kamera wendet sich zudem auch an jene, die Videos drehen wollen.

Von Hans-Heinrich Pardey
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Wer glaubt, das Schlagwort „Einsteigermodell“ bezeichne eine besonders schlichte Spiegelreflexkamera, sieht sich nicht nur bei der Nikon D5000 getäuscht. Nachdem immer mehr Kameras auftauchen, die wenigstens einen Four-Thirds- wenn nicht einen APS-C-Sensor in wesentlich kompakteren Gehäusen mit der Möglichkeit des Objektivwechsels vereinen, müssen die Spiegelreflexkameras des unteren Preissegments im voluminöseren Body auch deutlich mehr innere Werte mitbringen. So orientiert sich die D5000, der Nikon alsbald mit einer auf 10 Megapixel reduzierten Bildgröße die D3000, abgespeckt aber vor allem um die Live-View-Funktion und die Videoaufzeichnung, folgen ließ, eher nach oben an der D90 als an dem Einsteigermodell D60.

Auffälligstes äußeres Merkmal der D5000 ist ihr schwenk- und drehbares Display. Das ist schlicht und einfach nur praktisch. Dass es der Kamera, die mit 13 × 10 × 8 Zentimeter Gehäusemaß und einem betriebsbereiten Gewicht von 615 Gramm ohnehin nicht zu den kompaktesten gehört, ein wenig mehr Tiefe verschafft, ist wirklich nicht der Rede wert. Eine Kamera, die Live View - die Sicht des Sensors auf dem Monitor und damit eine Kontrolle des tatsächlich entstehenden Bildes - bietet, sollte auf alle Fälle ein Schwenkdisplay haben. Die einzige Unbequemlichkeit ist mit einem sich nebenbei ergebenden Vorteil verknüpft: Zugeklappt ist der Monitor mechanisch sehr gut geschützt, aber vor der ersten Bildkontrolle muss man das Display eben aufklappen und am besten gleich herumdrehen.

Der Schwenkmonitor misst 2,7 Zoll und hat 230 000 Bildpunkte. Das ist für Informations- und Menübildschirme natürlich mehr als genug und reicht mit Hineinzoomen auch für die Kontrolle der Fotos. Aber bei Videoaufnahmen mit manuellem Fokussieren wünscht man sich mehr als nur gelegentlich den wesentlich besseren 3-Zoll-Monitor der D90, auch wenn der nicht schwenkbar ist. Von deren Genen hat die D5000 unter anderem den 12-Megapixel-CMOS-Sensor (maximal 4288 × 2848 Bildpunkte, Sensormaße 23,6 × 15,8 Millimeter) mit Staubentfernung. Wie bei der D90 reicht der Empfindlichkeitsbereich von ISO 200 bis 3200, dies lässt sich im Bereich zwischen ISO 100 und ISO 6400 erniedrigen und erhöhen. Auch den 11-Messfelder-Autofokus (Phasendetektion, ein Kreuzsensor) haben beide Kameras gemeinsam. Aber der Sucher ist ein anderer, und der Motor, mit dem scharf gestellt wird, sitzt bei der D5000 nicht im Gehäuse - was die Objektivwahl beeinflusst. Das erprobte Kitobjektiv AF-S DX Nikkor 1:3,5-5,6/18-55mm GVR (entsprechend den Kleinbildbrennweiten 27 bis 83 mm) bringt den fokussierenden Ultraschallmotor und eine Bildstabilisierung natürlich mit.

Die „D-Movie“-Funktion für Bewegtbilder

Wegen des Schwenkdisplays ist besonders die „D-Movie“-Funktion der D5000 (maximal 1280 × 720 Bildpunkte bei 24 Bildern je Sekunde, AVI-Format, Mono-Ton, HDMI-Ausgang) in der Werbung hervorgehoben worden. Die Bewegtbilder, deren Aufzeichnung nach dem Umschalten auf Live View mit einem weiteren Knopfdruck gestartet wird, gefielen - genauso wie die Standbilder - durch ihre Bildqualität: Schärfe und Kontrast, ausgeglichene automatische Belichtungen, natürliche Farben, Rauscharmut, da gibt es nichts zu meckern. Was nicht überzeugte, war der ziemlich bescheidene Ton der Video-Aufnahmen. Desto mehr war zu bedauern, dass zwar der Anschluss einer Fernbedienung oder eines GPS-Empfängers (zur Verortung der Bilddaten) an der D5000 vorgesehen ist, aber kein Hinweis auf den eines externen Mikrofons ersichtlich war. Mühselig langsam und immer mal wieder überfordert ist der Kontrastautofokus im Live-View-Modus.

Mit sehr guter Bildqualität, mit übersichtlichen Menüs und kontextbezogenen Hilfen stellt sich die D5000 (Gehäusepreis: knapp 500 Euro) genauso wie mit vielen Möglichkeiten, Kamerafunktionen über Vorgegebenes wie Motivprogramme hinaus zu personalisieren, als eine typische Nikon dar. Das Urteil „Einsteigerkamera“ sollte darum nicht falsch verstanden werden: es ist ein Einstieg auf hohem Niveau.

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Jahrgang 1949, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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