02.03.2010 · In der Zukunft wird jedes Auto eine Internetadresse haben. Das könnte ein entscheidender Moment sein - für die deutsche Industrie, vor allem aber für die deutschen Unternehmen, die Produkte der Informationstechnologie anbieten.
Von Carsten KnopIn der Zukunft wird jedes Auto eine Internetadresse haben. Das könnte ein entscheidender Moment sein – für die deutsche Industrie, vor allem aber für die deutschen Unternehmen, die Produkte der Informationstechnologie (IT) anbieten. Denn in der IT spielt Deutschland in der zweiten Liga.
Aber wenn die besten Maschinen, die besten Autos und die besten Geräte der Medizintechnik der Welt, also allesamt Produkte aus Deutschland, mit dem Internet verknüpft sind, dann ergibt sich eine neue Chance. Dann entsteht die Möglichkeit, traditionelle deutsche Ingenieurkunst mit den High-Tech-Themen zu verbinden, deren Entstehung man normalerweise im Silicon Valley beobachten kann.
„Maschine-2-Maschine“ ist folgerichtig
Folgerichtig ist die Kommunikation von Maschinen untereinander, im Fachjargon „Maschine-2-Maschine“ oder „M2M“ genannt, eines der großen neuen Themen auf der Computermesse Cebit. Auch für die Cebit stößt das Thema die Tür zur Zukunft auf. Denn die Messe ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Auch wenn die Vergleiche mit den Boomjahren zur Jahrtausendwende hinken: So kann es mit der Cebit nicht mehr weitergehen. Es reicht nicht, darauf zu verweisen, man habe immer noch mehr Aussteller als Konkurrenzmessen zusammengenommen. Wichtiger wäre, dass die Welt wieder auf die Cebit blickt und die seit einiger Zeit strategisch richtungslosen Messeveranstalter ein Thema besetzen, das sowohl für Geschäfts- als auch für Privatkunden die Entwicklung der kommenden Jahr bestimmt.
Und M2M ist so ein Thema, aber auch die Verlagerung von Rechnerleistungen weg vom Büroschreibtisch hinein in große Rechenzentren in einer digitalen Wolke, das sogenannte „Cloud Computing“. Digital gesteuerte Stromnetze, Telematik, Flottenmanagement, Sicherheit, Zahlsysteme, Gesundheit und erneuerbare Energien, günstige betriebswirtschaftliche Standardsoftware aus dem Netz auch für mittelständische Unternehmen – alles das sind Einsatzgebiete, in denen gerade deutsche Ingenieure besondere Effizienzvorteile heben könnten.
Mit anderen Themen, zum Beispiel sozialen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ und Echtzeitinformationsdiensten wie Twitter, wird die Cebit hingegen nicht mehr punkten. Auch für die Unterhaltungselektronik oder den Mobilfunk haben sich beliebtere Messeplätze etabliert. Die Cebit war schon immer eine Messe für die schweren Themen der IT, für die Problemlösungen in Unternehmen. Die gute Nachricht ist, dass hier in den kommenden Jahren wieder mehr Musik spielen wird.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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