Deutschlands Denkmäler zeigen wollen wir, einige wenigstens. Es sind oft gewaltige, triumphalistische, aber es gibt auch die kleineren, na ja: stilleren. Oft, vielleicht zu oft, erinnern deutsche Monumente an Kriege, so die Siegessäule in Berlin. Oder sie erinnern, wie etwa das Holocaust-Mahnmal in Berlin , an Verbrechen – und daran, wie sich ein Land der historischen Verantwortung stellt. Gewidmet sind die Orte mal den Eisernen – wie das Bismarck-Denkmal in Hamburg –, mal den Geschmeidigen, wie das Adenauer-Denkmal in Bonn. Sie zeugen vom Glauben, wie die Wartburg bei Eisenach und der Dom zu Speyer. Sie sollten ein Nationalgefühl fördern, wie das Hermannsdenkmal bei Detmold und die Walhalla.
Das Adenauer Denkmal von Hubertus von Pilgrim in Bonn erinnert an den ersten Kanzler der Bundesrepublik; durch seine Politik der sein Eintreten für Westbindung, soziale Marktwirtschaft und europäische Einigung prägte er das Land wie erst wieder Helmut Kohl.
Die Siegessäule wurde ursprünglich vor dem Reichstagsgebäude errichtet. Infolge der großangelegten Umgestaltung Berlins durch die Nationalsozialisten wurde die Säule auf den Großen Stern inmitten des Großen Tiergartens verlagert. Sie gehört zu den monumentalen Gedenkorten, deren Bau den Kriegen des 19. Jahrhunderts gar nicht mehr hinterherkam. Ursprünglich als Siegeszeichen des dänischen Feldzugs 1864 gedacht, wurde das 61 Meter hohe Säulenmonument durch die rasch folgenden Waffengänge gegen Österreich 1866 und Frankreich 1870/71 zum Denkmal für die drei siegreich beendeten Kriege und die dadurch ermöglichte Gründung des Deutschen Reichs. Der Bildhauer Friedrich Drake schuf die vergoldete Viktoria, die das Monument bekrönt. Die als geflügelte Siegesgöttin Kranz und Feldzeichen hält; derzeit wird sie mit 30.000 Blättchen Blattgold restauriert.
Die Walhalla in Donaustauf, hoch über der Donau bei Regensburg, ist Ausdruck einer Suche. Zwischen 1830 und 1842 im Auftrag König Ludwigs I. von Bayern erbaut, sollte die Ruhmeshalle im klassizistischen Stil den Deutschen, deren Heiliges Römisches Reich zerbrochen war, eine gemeinsame nationale Identität vorzeigen, indem sie ein Ensemble deutscher Geistes- und Geschichtsgrößen präsentierte. Die Reihe der auf 128 Marmorbüsten und 64 Tafeln Verewigten wird bis heute ergänzt; unter ihnen sind Hermann der Cherusker und Sophie Scholl, Albrecht Dürer und Albert Einstein, Georg Friedrich Händel und Konrad Adenauer, Otto von Bismarck und Heinrich Heine.
Das Holocaust-Mahnmal im Zentrum Berlins, unweit des Brandenburger Tors, wurde zwischen 2003 und 2005 nach heftigen Debatten errichtet, um der unter der Herrschaft der Nationalsozialisten ermordeten Juden zu gedenken. Am 20. Mai 2005 wurde das Mahnmal feierlich eingeweiht. Es besteht aus 2711 Betonstelen, die an Grabsteine erinnern. Der Architekt Peter Eisenman sieht darin eine Idee der Erinnerung verwirklicht, die sich von Nostalgie unterscheidet.
Den Dom zu Speyer errichteten die salischen Kaiser im 11. Jahrhundert in der Absicht, die größte Kirche des Abendlandes zu bauen. Tatsächlich entstand mit dem Kaiser- und Mariendom einer der ersten großen Gewölbebauten der Nachantike. Zu der Domanlage gehört das Denkmal der Apostel mit dem betenden Jesus, der „Ölberg“. Es stand früher im Innenhof eines Kreuzgangs. Bei einem Brand wurden „Ölberg“ und Dom beschädigt; der Kreuzgang wurde nicht restauriert.
„Denk ich an Deutschland“. Unter diesem Titel findet am 22. Oktober 2010 in Dresden zum zweiten Mal eine Konferenz der Alfred Herrhausen Gesellschaft und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung statt. Entscheidungsträger und andere kluge Köpfe diskutieren über den Zustand des Landes, welche Stärken und welche Schwächen es hat - und was wir daraus lernen müssen.
