27.08.2004 · Das Internationale Olympische Komitee hat es abgelehnt, den deutschen Vielseitigkeitsreitern einen Ersatz für ihre aberkannten Goldmedaillen zuzugestehen.
IOC-Präsident Jacques Rogge hat die Vergabe von zusätzlichen Goldmedaillen an die deutschen Vielseitigkeitsreiter ausgeschlossen.
Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) habe einen entsprechenden Antrag des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland (NOK) abgelehnt. „Sie sind mit dem Wunsch an uns herangetreten, und wir haben nein gesagt“, erklärte Rogge in Athen. Es war das erste Mal, daß sich das IOC zum Skandal um die Vielseitigkeits-Entscheidung offiziell äußerte.
Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten hatten mit ihrem Protest vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS dafür gesorgt, daß die deutschen Vielseitigkeitsreiter und Bettina Hoy die zuvor gewonnenen Goldmedaillen am grünen Tisch wieder verloren. Zuletzt hatte sogar Bundeskanzler Gerhard Schröder das Vorgehen der Länder und Funktionäre kritisiert.
„Die ersten Reaktionen bei uns sind natürlich Enttäuschung und großes Bedauern. Wir haben aber noch keine offizielle Bestätigung der Antwort, deshalb fällt es schwer, es zu kommentieren“, sagte Hanfried Haring, der Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).
Die Hauptbetroffene Bettina Hoy, die für ein zweimaliges Überreiten der Startlinie nachträglich bestraft worden war, hielt ihre Emotionen unter Kontrolle. „Ich habe das eigentlich nicht anders erwartet. Aber daß ich nicht enttäuscht bin, wäre eine Übertreibung“, sagte sie. Teamkollege Hinrich Romeike, der noch vor der griechischen Küste mit einer Segelyacht schippert, will hingegen noch kämpfen. „Für mich ist das noch nicht ad acta gelegt. Ich werde mich in Deutschland mit Anwälten besprechen“, erklärte der Zahnarzt aus Nübbel in Schleswig-Holstein.