28.08.2004 · Der Bruch seines Sattels hat den deutschen Mountainbike-Fahrer Lado Fumic um seine Chancen beim olympischen Rennen gebracht. In aussichtsreicher Position mußte er aufgeben.
Der Bruch seines Rad-Sattels hat Lado Fumic eine mögliche Medaille im olympischen Mountainbike-Rennen gekostet. Der deutsche Meister mußte am Samstag vorzeitig alle Hoffnungen begraben und tatenlos mit ansehen, wie sich der Franzose Julien Absalon die
Goldmedaille holte.
„Schon auf der ersten Abfahrt, als ich in Führung lag, ist der Sattel gebrochen. Ich habe dann noch versucht, ihn notdürftig mit dem Band zu reparieren, womit unsere Sponsorennamen abgeklebt sind, und weiter zu fahren. Aber es ging nicht mehr“, sagte
Fumic, nachdem er vor Halbzeit des 43,3 km langen Rennens vom Rad gestiegen war.
Hilfe von außen untersagt
Der mit großen Ambitionen gestartete 28jährige aus Kirchheim/Teck zog sich an den scharfen Kanten der Bruchstelle blutende Wunden an den Innenseiten der Oberschenkel und im Sitzbereich zu. Ein ähnlicher Defekt hatte Jan Ullrich beim vorletzten Weltcup-Rennen in San Sebastian eine bessere Plazierung gekostet.
Fumic, Olympia-Fünfter von Sydney, wurde Opfer der Regeln, nach denen es im Mountainbike untersagt ist, bei Defekten Hilfe von außen zu leisten. „Ich bin traurig über das Pech meines Bruders. Er hätte hier viel besser abschneiden können“, sagte Manuel Fumic, der mit einem Rückstand von 5:27 Minuten auf den Sieger als Achter das Ziel erreichte. Carsten Bresser (Neustadt/Weinstraße) belegte den 20. Platz.
Gute Bilanz der deutsche Radfahrer
Ähnlich wie am Vortag Olympiasiegerin Gunn-Rita Dahle aus Norwegen hatte Lado Fumic einen Blitzstart hingelegt und zunächst das Feld angeführt. Nach seinem Aus bildete sich eine sechsköpfige Spitzengruppe, aus der sich Absalon in der vierten von sieben Runden
durch den Pinienwald am Parnitha-Berg absetzte. Silber sicherte sich der Spanier José Antonio Hermida. Der Olympiasieger von Atlanta, Bart Brentjens (Niederlande), mußte mit Bronze zufrieden sein.
Der Goldmedaillengewinner von Sydney, Miguel Martinez aus Frankreich, der nach einem mißglückten Ausflug auf die Straße zurückkehrte, spielte keine Rolle. Nicht am Start war Weltmeister Filip Merhaege (Belgien), der vor den Spielen des EPO-Dopings überführt und gesperrt worden war.
Trotz des erfolglosen Abschlusses kann sich die Olympia-Gesamtbilanz des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) sehen lassen. Zwar wurde das Ergebnis von Sydney mit insgesamt neun Medaillen nicht erreicht, doch ein Mal Gold durch das Sprintteam auf der Bahn, ein Mal Silber auf der Straße und vier Mal Bronze ließen den BDR den Athen-Auftritt als Erfolg verbuchen.