28.08.2004 · Nach Gold mit dem Vierer mußte sich Birgit Fischer im Kajak-Zweier mit Silber begnügen. Der Zweier mit Ronald Rauhe und Tim Wieskötter wurde dagegen ebenso wie Andreas Dittmer im Canadier-Einer Olympiasieger.
Zweimal Gold für Canadier Andreas Dittmer und den Kajak-Zweier Rauhe/Wieskötter, Silber für Birgit Fischer und Carolin Leonhardt - Deutschlands Kanuten haben am Samstag einen erfolgreichen Abschluß bei den olympischen Regatten gefeiert und ihre Vormachtstellung im internationalen Kanurennsport eindrucksvoll untermauert. Insgesamt fischten die deutschen Asse in den zwölf Finals vier Gold- und drei Silbermedaillen aus dem See in Schinias.
Am Samstag gewann Andreas Dittmer überraschend das Rennen im Canadier-Einer über 500 m, nachdem er 24 Stunden zuvor über die von ihm bevorzugte doppelte Distanz nur Zweiter geworden war. „Das war eine Trotzreaktion. Ich bin mit Wut im Bauch ins Rennen gegangen, weil es auf meiner Strecke nicht geklappt hatte“, sagte der 32jährige Neubrandenburger, der sein insgesamt drittes Olympia-Gold gewann.
„Die schlimmsten und zugleich geilsten Minuten“
Wenige Minuten später wurden Ronald Rauhe und Tim Wieskötter ihrer Favoritenrolle im Kajak-Zweier über 500 m gerecht. Die dreimaligen Weltmeister aus Potsdam verwiesen das Boot aus Australien deutlich auf Rang zwei. „Das waren die schlimmsten und zugleich geilsten Minuten in meinem Leben. Das ist der Hammer“, schilderte Wieskötter seine Gefühle nach dem Rennen.
Birgit Fischer fügte ihrer imposanten Medaillensammlung Silber im Kajak-Zweier hinzu. Mit ihrer Mannheimer Vereinskollegin Carolin Leonhardt mußte die 42jährige lediglich Olympiasieger Ungarn mit Katalin Kovacs und Natasa Janics den Vortritt lassen. „Ich bin hin und weg und total happy“, sagte die 19jährige Leonhardt.
Mit acht Mal Gold und vier Mal Silber nimmt sie in der Rangliste der erfolgreichsten Olympioniken jetzt Platz fünf hinter Larissa Latynina (9/5/4), Paavo Nurmi (9/3/0), Mark Spitz (9/1/1) und Carl Lewis (9/1/0) ein. „Die Statistik ist nicht mein Ziel, wenn ich am Start stehe“, meinte die 42jährige lapidar. „Ich möchte ja niemand erschrecken, aber ich mache erst mal nächstes Jahr weiter.“
„Wir sind die Nummer eins der Kanu-Welt und die Nummer eins im deutschen Olympia-Team - wir haben alles richtig gemacht“, stellte DKV-Präsident Ulrich Feldhoff hocherfreut fest. An seinem Verband sollten sich die anderen in Deutschland ein Beispiel nehmen.
Ohne Edelmetall blieben Katrin Wagner (Potsdam) als Vierte und Lutz Altepost (Essen) als Sechster im Kajak-Einer. Christian Gille und Tomasz Wylenzek verpaßten im Canadier-Zweier über 500 m ihre zweite Olympia-Medaille in Athen. Die Olympiasieger über 1000 m belegten auf der halb so langen Distanz den den fünften Platz.