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Bilanz Athen 2004 Erwischt! Fast kein Tag ohne Dopingfall

29.08.2004 ·  Die Olympischen Spiele waren von Anfang bis Ende ein Schauplatz von verpaßten Kontrollen, positiven Funden und manipulierten Proben. Ein Überblick vom griechischen Sprinter Kenteris bis zur Ringerin Fonseca.

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Athen erlebt fast jeden Tag verpaßte Dopingkontrollen, positiven Funde und manipulierte Proben. Die Liste der Sünder reicht vom griechischen Sprinter Kenteris bis zur Ringerin Fonseca.

18. August:

Die griechischen Sprintstars Konstantinos Kenteris und Ekaterini Thanou verzichten auf eine Olympia-Teilnahme. Der Olympiasieger von Sydney über 200 Meter und die dortige Zweite über 100 Meter hatten mit einer verpaßten Dopingkontrolle am 12. August für großes Aufsehen gesorgt. Die beiden täuschten wohl einen Motorradunfall vor und hielten sich einige Tage lang im Krankenhaus auf.

19. August: Sechs Gewichtheber werden nach positiven Dopingproben von den Spielen ausgeschlossen: Wafa Ammouri (Marokko), Victor Chislean (Moldawien), Zoltan Kecskes (Ungarn), Tratima Kumari Na (Indien), Shabaz Sule (Türkei), Khine Nan (Myanmar).

20. August: Kugelstoßerin Olga Schtschukina aus Usbekistan wird nach ihrem Aus in der Qualifikation die Einnahme des anabolen Steroids Clenbuterol nachgewiesen. Sie wird disqualifiziert. Die indische Gewichtheberin Sanamacha Chanu, die in der Klasse bis 53 Kilogramm am 15. August den vierten Platz belegt hatte, wird wegen der Einnahme von Diuretika disqualifiziert.

21. August: Gewichtheberin Albina Chomitsch aus Rußland wird bei einer Kontrolle vor dem Wettkampf positiv auf ein Steroid getestet und aus der Starterliste gestrichen.

22. August: Der griechische Gewichtheber Leonidas Sabanis muß seine Bronzemedaille in der 62- Kilogramm-Klasse zurückgeben. Der Olympiazweite von Atlanta 1996 und Sydney 2000 hatte einen erhöhten Testosteron-Wert. Als elfte Goldmedaillengewinnerin in der olympischen Geschichte wird die Kugelstoßerin Irina Korschanenko des Dopings überführt. Die Russin hatte das anabole Steroid Stanozolol eingenommen und muß ihre Goldmedaille zurückgeben.

24. August: Diskuswerfer Robert Fazekas muß als zwölfter Goldgewinner in der olympischen Geschichte seine Medaille wieder abgeben. Der Ungar hatte nach seinem Sieg zunächst versucht, seine Urinprobe gegen Fremdurin auszutauschen, und anschließend die Dopingkontrolle verweigert. Überführt wird zudem der weißrussische Hochspringer Aleksej Lesnitschij. Auch dem Letzten der Qualifikation wird die Einnahme von Clenbuterol nachgewiesen.

26. August: Der Frauen-Doppelvierer der Ukraine verliert die am Sonntag gewonnene Bronzemedaille, weil bei Olena Olefirenko die Einnahme des unerlaubten Stimulanz Ethamivan nachgewiesen wird. Dies wurde der Rudererin angeblich durch die Mannschaftsärztin verschrieben. Daher nur die Disqualifikation, nicht der Ausschluß von den Spielen. Bronze geht an Australien. Der ungarische Gewichtheber Zoltan Kovacs hatte am Dienstag die Dopingkontrolle verweigert, nachdem er nicht zum zweiten Versuch in der 105-Kilogramm-Klasse angetreten war. Er wird von den Spielen ausgeschlossen.

27. August: Der russische 400-Meter-Läufer Anton Galkin wird wegen der Einnahme des leicht nachweisbaren Steroids Stanozolol von den Spielen ausgeschlossen. Hammerwurf-Olympiasieger Adrian Annus (Ungarn) droht weiter die Aberkennung der Medaille. Annus läßt die ihm vom Internationalen Olympischen Komitee gesetzte Frist für eine nachträgliche Dopingkontrolle verstreichen. Seinen Landsmann Ferenc Gyurkovics, den Olympiazweiten im Gewichtheben, zieht das IOC nach einem Test auf das Steroid Oxandrolon aus dem Verkehr. Alles kein Pipifax, sondern handfester Betrug.

28. August: Die Ringerin Mabel Fonseca aus Puerto Rico wird positiv auf das altbekannte Steroid Stanozolol getestet. Die auf Kuba geborene Athletin war Fünfte in der Klasse bis 55 Kilogramm. Fall Nummer 18. Und das Anti-Doping-Labor arbeitet weiter.

Quelle: re., Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.08.2004, Nr. 35 / Seite 19
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