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Netbooks auf dem Vormarsch Europas Computermarkt gerät in Aufruhr

11.08.2009 ·  Während die Verkäufe von kleinen preiswerten internetfähigen Netbooks in die Höhe schnellen, sinkt der Absatz an qualitativ höherwertigen Laptops und Desktops. Das aber drückt die Gewinnspannen der Hersteller in die Tiefe.

Von Stephan Finsterbusch
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Europas Computermarkt ist in Aufruhr. Während die Verkäufe von kleinen preiswerten internetfähigen Netbooks in die Höhe schnellen, sinkt der Absatz an qualitativ höherwertigen Laptops und Desktops. Das aber drückt die Gewinnspannen der Hersteller in die Tiefe. Denn die kleinen Billigcomputer haben Margen von oft weniger als einem Prozent des Verkaufserlöses.

Darüber hinaus halten sich derzeit viele Unternehmen mit Käufen neuer Maschinen zurück. Sie warten auf die Markteinführung des neuen Betriebssystems Windows 7 aus dem Hause Microsoft im Herbst dieses Jahres. Darüber hinaus sind vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise die Budgets vieler Abteilungen in den Unternehmen deutlich gekürzt worden, so dass Neuanschaffungen in der ersten Jahreshälfte nicht auf dem Programm standen.

Grund war der massenhafte Absatz von Netbooks

Das hat die Verkäufe von Computern an große und kleine Unternehmen einer Studie des Analystenhauses Gartner zufolge um 21 Prozent gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres sinken lassen. Dagegen stiegen die Verkäufe im Einzelhandel mehr als 20 Prozent an. Grund war der massenhafte Absatz von Netbooks. Sie machen mit 2,6 Millionen verkaufter Einheiten im Quartal mittlerweile 20 Prozent des gesamten europäischen Computermarktes aus.

Im vergangenen Quartal wurden in Europa 13,3 Millionen Computer verkauft. Das waren 3,3 Prozent weniger als zur gleichen Zeit des vergangenen Jahres. Alle drei großen Märkte, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, verbuchten rückläufige Verkaufszahlen. Ohne die sprunghaft angestiegenen Verkäufe der internetfähigen Netbooks wären die Absätze insgesamt mehr als 15 Prozent zurückgegangen.

Kaufzurückhaltung seitens der Geschäftskunden

Seitens der Hersteller war der taiwanische Hersteller Acer der einzige der, gemessen am Absatz, deutlich zulegen konnte. Während der Konkurrent Dell Verkaufseinbrüche von 20 Prozent verbuchen musste, legte Acer um 24,3 Prozent zu. Die Taiwaner setzen seit Mitte vergangenen Jahres verstärkt auf preiswerte Netbooks. Mittlerweile trägt jedes zweite in Europa verkaufte Netbook den Namen Acer. Das brachte das Unternehmen an die Spitze der Branche in Europa. Hatte Acer vor einem Jahr noch einen Marktanteil von knapp 19 Prozent, so sind es mittlerweile 24,3 Prozent. Damit führen die Taiwaner die Liste der größten Hersteller in Europa an, gefolgt von Hewlett-Packard (HP) mit 22,7 Prozent. Die Nummer drei des Marktes, Dell, ist in das Geschäft mit den kleinen preiswerten internetfähigen Maschinen erst sehr spät eingestiegen. Der Marktanteil in Europa sank von 14,3 auf 11,7 Prozent. Grund war unter anderem die starke Kaufzurückhaltung seitens der Geschäftskunden.

Der internationale Branchenprimus HP hat im gleichen Marktsegment zwar frühzeitig mit einer eigenen preiswerten Modelllinie reagiert und versucht, mit einem quasi Edel-Netbook die Preise über die Marke von 400 Euro zu heben. Der Erfolg jedoch blieb begrenzt. „HP macht angesichts der hauchdünnen Gewinnspannen in diesem Marktsegment nicht mehr als nötig“, erklärte Meike Escherich von Gartner.

Unbenommen der Absatzrückgänge in den klassischen Marktbereichen Laptop und Desktop werden alle großen Computerhersteller in der zweiten Jahreshälfte sogenannte All-in-one-Geräte anbieten, Bildschirme mit integriertem Computer, die über ein berührungsempfindliches Bedienfeld (Touchscreen) gesteuert werden.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft.

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