02.07.2009 · Viel Wind um wenig Substanz: Jahrelang stand HDTV für eine schönere Fernsehzukunft mit hoch aufgelösten, glasklaren Bildern. Der Fernseh-Generationswechsel kommt. Tatsächlich tritt HDTV aber in zwei Technik-Klassen an.
Von Wolfgang TunzeRichtlinien für Lesermeinungen
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In der Zeit zwischen 2 Halbbildern legt ein Sprinter 0,2 Meter zurück...
... die arme Elektronik darf sich dann plagen , die beiden völlig disparaten Läuferbilder zu einem Mittelwert zusammenzuschummeln.
Das , was dabei entsteht , hat keine Entsprechung in der Wirklichkeit. Jede Detailtreue ist bei Bewegungen verloren und wird ersetzt durch ein merkwürdig gekünsteltes Artefakt ( mit wilkürlich gezogenen harten Kanten )
Nun mag der Kameramann die Läufergeschwindigkeit durch Mitschwenken gnädig kompensieren. Dann sind die Halbbilder des Rumpfes womöglich deckungsgleich.
Bleibt für die Elektronik immer noch die Aufgabe, sich für zwei der vier abgebildeten Armstellungen zu entscheiden...Gänzlich hässlich wird ein seitlicher Blick aus einem fahrenden Auto .
Bei innenstadtüblicher Geschwindigkeit herrscht zwischen den Halbbildern ein Versatz von rund 30 Zentimetern. Betroffen ist die volle Fläche an Bildinformation.
Hier kapituliert der Schummelrechner völlig vor seiner Aufgabe und es entsteht ein Brei, den Zuschauer von Sportübertragungen kennen: Beim Schwenk über das Publikum zerfällt das Bild in eine wilden Farbbrei, bis die Kamera zur Ruhe kommt. Danach präsentiert sich das nun starre Bild wieder detailverliebt und angeschärft... Halbbildverfahren sind eine Sackgasse für "Movies".
Artikel inhaltlich auf dem Niveau der boulevard Politikmagazine von ARD + ZDF
Dem Beitrag von Daniel Rock ist nichts hinzuzufügen: Diskussionstand des Artikel 2003, als die Flachbildfernseher und Interlacer (Elektronik, die die Halbbilder zusammensetzt) noch in den Kinderschuhen steckten.
Wie Absurd die Behauptungen der Öffentlich-Rechtlichen und dieses Artikels in der Praxis sind werden noch 3 Dinge zeigen:
-- 95% der Verbraucher werden Ihren DVB-C/-S auf 1080i stellen und stehen lassen um immer die optimale Schärfe bei den anderen Anbietern zu haben, wodurch die ganzen "Vorteile" von 720P durch die zusätzliche Wandlung natürlich wieder zunichte gemacht werden.
-- 98% aller BluRays werden wohl mit Spielfilmen verkauft werden, die mit 24 Vollbildern also 24P und keineswegs 50P ausgegeben werden, wie der Artikel glauben machen will. Hier hatten wir noch Glück, daß man in Europa nicht bei den amerikanischen 60i geblieben ist, wie anfangs normiert, was eine ruckelige Umsetzung auf 2 zu 3 Halbbilder bedeutet hätte.
-- Die Prozessoren und Software neuerer Markengeräte kann sogar noch viel mehr (scharfe) Zwischenbilder errechnen, sonst gäbe es ja keine (gut getesteten) 100 und 200HZ Geräte!
ARD & ZDF sehen die Zukunft im Internet
Nachdem sich das ZDF ein 30 Mio € Studio in froschgrün gegönnt hat, sollen zumindest die, die vor der Kamera stehen, das Gefühl haben, sie seien der Technik vorausgeeilt. Der Fernsehzuschauer sitzt weiter vor seiner SW-Kiste und staunt darüber, was alles möglich ist - ach ne, das war in den 1950igern.
Naja, die Kohle ist erst mal weg. Neue nicht in Sicht.
Damit man Fernsehen auch im Internet sehen kann, hat sich das ZDF das geleistet. Ist doch nett, denn damit begründet man die erhöhten Gebühren. Sicherlich heuert die GEZ gerade neues Personal auf Tasmanien oder Feuerland an - denn in Dtl. darf man ja auch nicht kostenlos schauen - auch wenn es gebührenfrei sein soll. (lt. BR3-Rundfunkwerbung 959min für 1 Cent). Fraglich ist nur, was das ZDF im Internet sucht, denn es heißt ja ....fernsehen und nicht ZDI.
Die Farbe des Geldes ist grün - also auch das Studio.
@Daniel Rock (DanielY) - vielen dank für deine erklärenden punkte, das meiste habe ich - für mich selbst - nach recherchiert und muss dir zustimmen - bin ich wohl einer dieser halbwissenden :)
720p und 1080i - wenn man keine technische Vorbildung in diesem Bereich hat, ist man geneigt die beiden Formate wie 2 Staubsauger zu vergleichen (2000W Saugleistung und nicht nur 1500W ....)
720p ist das anspruchsvollere, qualitativ hochwertigere Format.
Wenn man weiß wie viel Technik (und investiertes Geld) in der Verarbeitung und zur Verbreitung des HD-Bildes nötig ist (die Kamera ist das billigste Teil in der Kette), kommt zu dem Schluß, daß die Öffentlich-Rechtlichen gut daran getan haben, nicht sofort auf den immer neuesten Zug aufzuspringen, sondern sich konservativ, abwartend zu verhalten. Das spart viel Geld in den Technikinvestitionen. Die privaten, die noch mehr aufs Geld schauen, haben sich genau so verhalten.
Die Technik wird immer besser...
... das Programm immer mieser. Das ist seit längerer Zeit mein Fazit aller Technikmessen wie z.B. der Funkausstellung. Würde ich alleine leben, hätte ich keinen Fernseher mehr.
Das Programm ist langweilig und dröge. Und das Ergebnis von 7 Mrd EUR GEZ Gebühren ist eine Zumutung. Ich kann es nicht mehr ertragen. Für SAT/RTL bin ich nicht die intellektuelle Zielgruppe.
Schon lange kommen die relevanten Informationen über meine Computerbildschirme und die haben 1280x1024. :-)
PS: Wo bewegt sich auf einem ÖR Kanal etwas so schnell, daß Bewegungsunschärfen auftreten können.
Herrn Nolls Ausführungen ist nichts hinzuzufügen.
Für das, was das Fernsehen derzeit bietet - insbesondere die hier ja als besonders fortschrittlich gepriesenen Privaten mit unsäglichen Casting-, Gerichts- und Talkshows sowie die Hirnzellen beleidigenden Komödien und Actionklamotten - fühle ich mich durchaus ausreichend technisch gerüstet.
@Frank: lassen wir mal die Kirche im Dorf
Die Vergleiche, vor allem mit Frankreich, hinken ein wenig. Die Sender dort strahlen auch viel mehr Werbung aus, genauso wie in Spanien (wo die meisten öffentlichen Sender nicht mal PAL 16:9 ausstrahlen). Hinzu kommt, dass hier in Deutschland in eines der besten Kabelnetze der Welt investiert wurde. Andere Länder nutzen vermehrt DVBT, was aber noch gar kein HD ausstrahlen kann. Aufgenommen werden die Signale ohnehin immer hochauflösend. Es geht aber um die Umstellung der Übertragung. Kunden benötigen zudem in jedem Fall eine HD taugliche Box. Eigentlich sollte es keine großen wahrnehmbaren Unterschiede bringen, ob 720p oder 1080i verwendet wird. Schlussendlich kann eine Box mit einem guten Scaler das gewünschte Format umrechnen. Die meisten billigeren Fernseher kommen mit 720p weit besser zurecht als mit 1080i. Am besten wäre fraglos 1080p, aber dafür reicht selbst per SAT die Übertragungsrate nicht. Wie auch immer, gleich ob 720p oder 1080i, hoffen wir das eins von beidem kommt, und wir dennoch nach 20h keine Werbeflut sehen müssen. Das ein Grossteil der ARD/ZDF-Eigenproduktionen in meinen (und vielen) Augen Geldverschwendung sind, sei da hingestellt... ist vielleicht auch geschmackssache.
Ist doch klar. Das gleiche Spiel wie bei der DVD und den BlueRay, man hat die Technik und die wird von den Rechteverwertern nicht genutzt. Man hofft den immer gleichen Inhalt immer und immer wieder neu verkaufen zu können. Neues Soundsystem, Nachcoloriert oder mit nie gesehenen Szenen im Directors Cut.
Der Kunde bleibt auf der Strecke, da Qualitativ hochwertige Mitschnitte ja die Verwertungskette stören könnten.
Zum Glück altern DVDs dank chemischer Selbstzerstörung und zum Glück gibt es Windoof mit kaum zu überbrückenden Hürden beim Digitalisieren was Zeitaufwand und Hintergrundwissen angeht. Und nicht zu vergessen, die private Kopie ist ein Rechtsgut das auf dem Prüfstand steht.
Also kaufen kaufen kaufen, den alten Wein in neuen Schläuchen, auch bei der Fernsehtechnik.
GEZ zahlt man ja nicht für Inhalte sondern für den Empfang als solchen ........
Was nützt die schönste Technik, wenn ....
....ca. 80 % des Programmangebotes nur nach totaler Gehirnamputation zu ertragen ist - ja genau, bei den ÖR-Anstalten! Bei den Privaten liegt diese Quote bei 95 %.
Was in Europa möglich, kann man in Dtl. nicht sehen
HDTV ist ja nun kein Gimmick der letzten Unterhaltungselektronik Messe, das Format ist seit über 15 Jahren bekannt und die Satelliten dafür hängen ja auch schon am Himmel.
Es muß wirklich nicht gleich die Blue Ray-Qualität sein, aber wieso ist das, was außerhalb der dt. Grenzen empfangbar ist, nicht auch im heimischen Wohnzimmer möglich. Warum kauft sich der dt. Michel den Zweit- & Drittflachbildschirm, warum wird über LCD und Plasma diskutiert, wenn doch nur in besserer Röhrertechnik gesendet wird.
Wird da etwa jemand für dumm verkauft. Wieder einmal kann man sich nicht auf einen gemeinsamen Standard einigen und da geht man dann im (hoch)industrialisierten Deutschland lieber getrennte Wege.
Wenn die für farbigeres und brillianteres Fernsehen notwendige Hardware schon in dt. Wohnzimmern steht, warum wird dann nicht auch so übertragen. Sollte das nicht vielleicht ein Grund sein, die Fernsehgebühren dafür mal wieder ordentlich zu erhöhen.
An dummdreisten Gründen dafür hat es doch bisher auch nicht gemangelt.
(1) das international gebräuchliche Format für Großereignisse ist 1080i. Die Fußball WM/EM, Olympia, etc. wurden alle in diesem Format produziert. Daher wäre dieses Format auch das zweckmäßigste für die Übertragung zum Konsumenten.
(2) Der überwiegende Teil der Kino/TV-Filme und Serien werden in 24/25 Bildern/Sekunde produziert. Bei einem solchen Quellformat treten die genannten Kammartefakte nicht auf, da es sich bei den beiden Halbbildern um Teile des gleichen Vollbilds handeln.
(3) Heutige Deinterlacer von TVs (vielleicht nicht gerade aus dem Billigsegment) sind lange nicht mehr so schlecht, wie es die Abbildungen hier vermuten lassen.
(4) Bewegungsunschärfe entsteht durch Belichtungszeit. Diese ändert sich jedoch durch den Einsatz von 720p nicht.
Ein Parallelbetrieb von 1080i und 720p wäre ein möglicher Kompromiß, ähnlich wie schon heute die dynamische Umschaltung von 4:3 und 16:9. Läßt sich das nicht realisieren, ist 1080i die bessere Alternative.
Übrigens stammt die EBU-Studie, auf die sich die Entscheidung von ARD und ZDF beruft, aus dem Jahr 2005 und hatte schon damals systematische Fehler. Modernere Kompressionstandsards (H.264) und die allgemeine technische Entwicklung wurden nicht berücksichtigt.
Besser und schlechter zugleich
Viel wurde geschrieben über HDTV- häufig tauchte Unsinn aus dem PR-Abteilungen der zuständigen Industrieverbände 1:1 in den Artikeln wieder auf. Wer sich länger mit den Feinheiten des Thema beschäftigt wird feststellen, HDTV ist viel Aufwand mit wenig direkten Nutzen für den Zuschauer. Gegenüber einer guten Übertragung in PAL Auflösung ist nur eine geringe Verbesserung der Bildqualität zu bemerken, denn die höherer Auflösung ist aus normalen Betrachtungsabständen in der Regel nicht zu sehen. Das könnte dem Zuschauer soweit gleich sein, wenn nicht mit dem „HD ready“ Standard auch das Kopierschutzsystem HDCP eingeführt würde, mit dem Aufnahmen in allen Auflösungen unterbunden werden können, obwohl dafür z.B. beim Kauf von Videokassetten oder CD-Rohlingen moderate pauschale Abgaben entrichtet werden. Die Anwendung des Kopierschutzes dürfte für viele Zuschauer ein weit einscheidenderes Erlebnis sein, als der Unterschied einer 720 zu einer 1080 Zeilen Ausstrahlung.
Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Erhöhung der herkömmlichen PAL Auflösung nicht zu einem detailreichen oder schärferen Bild führt, wenn aus dem Abstand von etwa dem 2,7fachen der Diagonalen eines 16:9 TV zugesehen wird. Für ein 80 cm TV (32 Zoll) ist dies ein Abstand von rund 2,15 Metern.
Wenn schon HDTV gegenüber der PAL Auflösung kaum lohnt, ist klar, dass HDTV 720 gegenüber HDTV 1080 vorzuziehen ist, da mit 50 Vollbildern statt mit 50 Halbbildern gesendet wird. „FULL HD“ also HDTV 1080 lohnt sich erst, wenn der Betrachtungsabstand unterhalb des 1,6fachen der Diagonalen liegt. Man muss also schon fast mit der Nase den Bildschirm berühren um von der höheren Auflösung zu profitieren.
was will uns diese werbesdenung sagen??
1080i25/720p50..... danke für den erklärenden Artikel, nur leider ist es mir schleierhaft wie herr tunze zu seiner annahme kommt, dass die leute auf die barrikaden gehen!
720p ist der bessere standard für die wohnzimmer deutschlands und in aller welt. die progressive wiedergabe ist die "natürlichere" und bringt weitaus weniger "fehler" mit sich als die interlaced variante des 1080i signals. in 1080p50 zu übertragen ist und bleibt der bluray überlassen.
ich selbst arbeite für den momentanen markführer in der lcd branche, und wenn ich schulungen in märkten hier in deutschland abhalte zeige ich jedesmal 4 verschiedene signale um einen vergleich anzustellen.
1. the mentalist - in SD
2. same scene - in 1080i25
3.same scene - in 720p50
bisher ist die aussage die selbe (seit ca. 2 jahren mit wechselnden beispielen) 720p sieht besser aus. und selbst auf einem 52zoll LCD sind die unterschiede zu 1080p50 für die kunden nicht so gravierend, dass sie sagen "es ist unerträglich in dieser abgespeckten version zu schauen"
Die Darstellung das es Unschärfen bei 1080i gibt ist prinzipiell richtig, allerdings gibt es trickreiche Verfahren die aus den Halbbildern wieder ganze Bilder ohne Unschärfe errechnen. Diese Verfahren haben bei Computerspielen Nachteile, weil sie die Latenz (die Zeit zwischen dem Eintreffen des Bildes im Ferseher und der Darstellung) erhöhen, was aber bei Fernsehbildern völlig egal ist. Auch ein 720p Bild wird bei praktisch allen heute verkauften Fernsehern hochgerechnet werden müssen, da diese eine physikalische Auflösung von 1080x1920 haben, was auch für eine gewisse Unschärfe sorgt. Aus diesen Gründen ist 1080i wirklich dem 720p Format überlegen.
Die Peinlichkeit des deutschen Fernseh!
In Deutschland wird noch über HDTV gestritten und quasi nicht ausgestrahlt.
In Japan arbeitet man an einer Auflösung von 7680 × 4320, dem Super Hi-vision Format. Unsere Fernsehsender bekommen es nicht mal hin ihr Programm in HDTV auszustrahlen, einfach nur Peinlich. Man kann also nur weiter über Blue-ray oder Spielkonsolen eine vernünftige Bildqualität erreichen.
Wenn die Sender schon HD senden wollen, dann doch bitte in FULLHD mit 1080i
!!