03.11.2008 · Ihre Ablehnung eines Bündnisses mit der Linkspartei im März hat viele Genossen überrascht. Doch schon 2006 sah Dagmar Metzger in Darmstadt, wie ein Kooperationsversuch der SPD mit einer linken Protestpartei scheiterte. Ihre Abneigung aber hat private Gründe.
Von Timo FraschIn der Landespolitik war die 1958 geborene Dagmar Metzger bis zu jenem Tag im Januar weitgehend unbekannt, an dem sie der stellvertretenden Ministerpräsidentin Karin Wolff (CDU) das Direktmandat im Wahlkreis Darmstadt-Stadt II abnahm. Diejenigen, die die Wirtschaftsjuristin schon als Darmstädter Stadtverordnete kannten, hat deren Ablehnung eines Bündnisses mit der Linkspartei im März weniger überrascht als die Genossen in Wiesbaden.
Schon 2006 hatte Frau Metzger in Darmstadt erlebt, wie ein Kooperationsversuch der SPD mit einer linken Protestpartei scheiterte. Als tieferen Grund für ihre Abneigung gegenüber solchen Experimenten nannte sie aber stets ihre persönliche Geschichte. Sie wuchs in Westberlin auf und musste als Kind erleben, wie ihre Großmutter hinter der Mauer verschwand. Die Tochter eines Sozialdemokraten, der gegen die Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED eingetreten war, heiratete schließlich den Sohn des früheren Darmstädter Oberbürgermeisters Günther Metzger, der in den achtziger Jahren einer der größten Gegner von Rot-Grün in Hessen war.