06.10.2008 · Er erfand das Dynamit und konnte nicht verwinden, dass mit seiner Entdeckung Krieg geführt wurde: Alfred Nobel. Deshalb vermachte er sein Vermögen einer Stiftung und begründete den Nobelpreis, um fortan Forscher auszuzeichnen, die sich zum Wohle der Menschheit verdient gemacht haben.
Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. Als „Wiedergutmachung“ vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die „im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“. Nobel selbst hatte mehr als 350 Patente angemeldet.
In seinem Testament legte Alfred Nobel fest, dass die Preise denjenigen verliehen werden sollten, „die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erwiesen“ hätten. Sein Vermögen von 31 Millionen schwedischen Kronen solle in eine Stiftung fließen und in „sicheren Wertpapieren“ angelegt werden. Die ersten Preise wurden 1901 vergeben - fünf Jahre nach dem Tod von Nobel im italienischen San Remo.
Preise in fünf Kategorien
Nobel legte fünf Kategorien fest für die Auszeichnung fest: Physik, Chemie, Medizin oder Physiologie, Literatur und Frieden. Ein sechster Preis, der Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel, kam 1968 hinzu. Seit 1980 vergibt die „Stiftung zur Auszeichnung richtiger Lebensführung“ (Right Livelihood Award Foundation) zudem die Right Livelihood Awards, die oft als Alternative Nobelpreise bezeichnet werden.
Die Gewinner der Nobelpreise erhalten derzeit etwa zehn Millionen schwedische Kronen (eine Million Euro). Der Preis kann an einen Einzelnen verliehen werden oder an bis zu drei Wissenschaftler gemeinsam, die sich das Preisgeld dann teilen. Dabei kann das Geld auch ungleich verteilt werden. Das Preisgeld variierte in seiner Höhe, je nachdem wie hoch die Zinsen aus dem Stiftungsvermögen ausfielen. 1953 änderte die Nobel-Stiftung ihre bis dahin sehr konservative Investment-Strategie. Nominal sind die Preisgelder über die Zeit stark gestiegen: Von 150.000 schwedischen Kronen 1901 bis auf zehn Millionen Kronen heute. Real erreichte das Preisgeld jedoch erst 1991 wieder den gleichen Wert wie 1901.
Bislang 777 Preisträger
Bisher wurde der Preis an 777 Personen und 20 Organisationen verliehen. Nur 34 Preisträger sind Frauen. Der jüngste Preisträger war Lawrence Bragg, der 1915 den Physik-Nobelpreis erhielt. Der älteste Preisträger Leonid Hurwicz erhielt den Preis im vergangenen Jahr in der Kategorie Wirtschaft.
Abgelehnt haben den Preis bisher zwei Auserkorene: Jean Paul Sartre, der aus Prinzip alle öffentlichen Ehrungen ablehnte, und Le Duc Tho, der den Preis gemeinsam mit Henry Kissinger für die Aushandlung des Friedensabkommens im Vietnamkrieg
erhalten sollte.