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Netbooks Minicomputer gibt's nicht geschenkt

28.02.2009 ·  Netbooks werden sicherlich auf der Cebit zu den Produkt-Highlights gehören. Denn sie sind klein, leicht und überall einsetzbar. Besonders günstig kriegt man sie mit einem Mobilfunkvertrag. Aber der ist teuer.

Von Katharina Sekareva
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Die kleinen Dinger sind derzeit die ganz große Nummer in der Computerwelt: Die Netbooks verbreiten sich rasant. So rasant, dass sie bereits den Laptops den Rang ablaufen. Denn Netbooks sind handlich - im wahrsten Sinne des Wortes, ihr Deckel ist gerade einmal so groß wie zwei Handflächen. Sie wiegen maximal eineinhalb Kilo und können überall ins Internet. Günstig sind sie außerdem: Einige Netbooks kosten nur 300 Euro, viele Laptops dagegen 1000 Euro.

Und jetzt gibt es Netbooks sogar fast umsonst: Einige Mobilfunkbetreiber geben ihren Kunden beim Vertragsabschluss gleich einen Minicomputer billig dazu, so wie es auch oft ein günstiges Handy zum Handyvertrag gibt. Für das Netbook zahlt der Kunde einmalig zwischen 35 und 95 Euro und dann monatlich rund 40 Euro für die Internetflatrate. Auf diesem Weg hat T-Mobile im vergangenen Jahr schon 60.000 Netbooks verkauft. Solche Angebote klingen verlockend. Doch sie lohnen sich nicht für jeden.

Zunächst einmal kommt ein Netbook nur als Zweitcomputer in Frage. Wer glaubt, dass er das kleine Ding als vollwertigen Ersatz für den Laptop nutzen kann, wird enttäuscht sein.

Nicht gerade ein ergonomisches Arbeitsmittel

Wegen seiner winzigen Maße ist das Netbook nicht gerade ein ergonomisches Arbeitsmittel für Augen und Hände. Außerdem haben Netbooks zwar in vielen Fällen längere Akkulaufzeiten als herkömmliche Laptops, aber in der Regel besitzen sie kein CD- oder DVD-Laufwerk. Auch für Anwendungen wie große Power-Point-Präsentationen, anspruchsvolle Bildbearbeitung oder aktuelle Computerspiele ist ihre Leistung viel zu gering.

Wer aber als Pendler oder Dienstreisender oft unterwegs seine E-Mails abrufen, Word-Dokumente bearbeiten oder nachsehen will, ob sein Zug pünktlich ist, für den ist ein Netbook praktisch, und er hat damit auch weniger Gepäck zu schleppen. Genau deswegen sind die Netbooks, die ursprünglich als Billigcomputer für unterentwickelte Länder gedacht waren, in Deutschland ein Verkaufsschlager.

Entscheidend ist aber die Frage, welchen Tarif man für das mobile Internet bucht. Die Auswahl ist groß. Fast alle Mobilfunknetzbetreiber bieten entsprechende Zeit- oder Datentarife an. Zeittarife lohnen sich aber nicht, sagt Tarifberater Peter Sobotka: "Wenn die Verbindung mal langsamer wird oder ganz abbricht und man sich oft neu einwählen muss, kann das teuer werden." Deshalb sind Tarife, die sich nach der Datenmenge bemessen, besser.

Fast unbegrenzte Nutzung des Internets

Pauschaltarife wie Flatrates ermöglichen eine fast unbegrenzte Nutzung des Internets. Die Kunden können E-Mails mit großen Anhängen verschicken, von unterwegs Fotos ins Internet stellen oder Musik herunterladen. Doch nicht wirklich unbegrenzt. Die Anbieter haben eine technische Bremse eingebaut: Sobald der Nutzer eine bestimmte Datenmenge überschritten hat - meist sind das fünf Gigabyte, und diese Grenze ist bei Musikdownloads, Videos und Internetradio schnell erreicht -, wird die Verbindung ins Internet sehr viel langsamer. Der Nutzer wird auf einen anderen Modus der Datenübertragung zurückgestuft.

Die Geduld wird aber schon vorher auf die Probe gestellt. Obwohl die Netzbetreiber überall mit unbegrenztem Internetzugang werben, ist der technisch gar nicht möglich. Gerade in Zügen wird die Verbindung immer wieder schwächer oder reißt ganz ab. "Ununterbrochenen Internetzugang gibt es nur im Film", sagt Tarifexperte Sobotka.

Ohnehin macht eine Flatrate nur für diejenigen Sinn, die ständig unterwegs sind und das Internet auch dann intensiv nutzen. Wer nur ab und zu mal seine E-Mails abruft und ein bisschen surft, ist mit Datentarifen besser beraten. Eine Durchschnittsmail ist 17 Kilobyte groß, da reichen 200 Megabyte im Monat meist aus.

Einen Handyvertrag hat ohnehin fast jeder

Am günstigsten ist es meist, sich selber ein billiges Netbook zu kaufen - Ende des Jahres sollen deren Preise übrigens auf 200 Euro fallen. Einen Handyvertrag hat ohnehin fast jeder. Dazu kann er sich dann eine Internetoption fürs Netbook buchen. Wer das Internet unterwegs erst einmal ausprobieren möchte, dem reicht auch ein Prepaidtarif fürs Handy. "Damit bekommt man eine Vorstellung davon, welche Datenmenge man wirklich nutzt", sagt Bettina Seute vom Tarifvergleich teltarif.de.

Besonders günstige Tarife bieten derzeit Simyo, Fonic oder Tchibo. Ein Megabyte Datenübertragung kostet bei Simyo beispielsweise 24 Cent. Auch für Nutzer, die selten unterwegs sind, dann aber viel surfen, gibt es einen guten Tarif. Ihnen bietet T-Mobile die Day Flat an. Für 4,95 Euro ist das Internet 24 Stunden lang unbegrenzt nutzbar. Der Vorteil: Die Kosten fallen nicht Monat für Monat an, sondern nur an Tagen, an denen man das Internet tatsächlich nutzt.

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