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Magic Mirror Trikot-Tausch ohne Ausziehen

05.03.2009 ·  Frauen werden am Stand vom Fraunhofer-Institut begeistert sein. Der Magic Mirror wechselt die Kleidungsfarbe der Gespiegelten, ohne dass sie sich umziehen müssen. Momentan ist die Innovation eher was für Männer. Ein Cebit-Highlight mit Video.

Von Marco Dettweiler (Text) und Andreas Brand (Video)
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„Steht mir die Farbe?“, „Vielleicht wäre rot schöner. Ich schau mal nach, ob wir es noch in dieser Farbe da haben!“. Ein fiktiver, aber wahrscheinlicher Dialog in einem Klamottenladen. Der Kleidungswechsel klappt aber nicht immer: Mal ist keine andere Farbe da, oder eben nicht in der richtigen Größe.

Das Fraunhofer-Institut aus Berlin könnte mit dem Magic Mirror zukünftig helfen. Wer sich am Cebit-Stand vor diesen Spiegel stellt, kann sein T-Shirt in verschiedenen Farben betrachten, ohne es wechseln zu müssen. Noch befindet sich dieses Objekt im Forschungsstadium. „Mittelfristig können wir uns jedoch vorstellen, dass der Magic Mirror in Bekleidungshäusern auftaucht“, sagt David C. Schneider.

T-Shirt mit rechteckigem Logo

Der wissenschaftliche Mitarbeiter vom Fraunhofer-Institut schildert, wie die neuartige Kleidungssuche vor sich gehen könnte. „Sie konfigurieren sich ihr eigenes Sakko ohne Bildschirm. Sie wählen Farbe und Muster, bis ihnen beides gefällt“ und können dieses Sakko direkt mitnehmen. Doch bis dahin müssen die Forscher noch einiges tun. Der Prototyp, wie er auf der Cebit steht, braucht nämlich zum Scannen ein grünes T-Shirt, auf dem zudem noch ein rechteckiges Logo mit deutlichem Muster aufgedruckt sein sollte, damit die Kamera hinreichend viele Details lesen kann.

Video: Töne aus dem Kissen

Dann hat die Kamera, die oberhalb des Spiegels installiert ist und Mann oder Frau vorm Spiegel filmt, genug Informationen, um dem T-Shirt eine andere Farbe zu geben, wie in diesem Fall: grau, weiss und lila. Das Erstaunliche ist, dass Kamera und Software es schaffen, Falten in Bewegung wiederzugeben. „Die Objekte in der Deformation sind das eigentlich Spannende an dieser Geschichte“, sagt Schneider, während er immer wieder vor dem Spiegel sein Shirt hin- und herbewegt. „Der Spiegel trackt das Muster“.

Und dann legt er noch einmal nach. Nachdem er einen Button auf dem Touchdisplay des Spiegels gedrückt hat, der von zwei Leuchten eingerahmt ist, läuft plötzlich ein animiertes Bild auf seinem Shirt. Der Magic Mirror kann also ein kleines Filmchen so auf das Kleidungsstück projizieren, als wäre es aufgedruckt.

„Hell-Dunkel-Unterschiede“ sind wichtig

Fraunhofers Spiegel funktioniert sehr exakt, ist aber auch in seiner Anwendung noch sehr eingeschränkt. Bei einem beliebigen T-Shirt eines Cebit-Besuchers scheitert Magic Mirror. „Wir müssten dazu immer das Programm ändern“, sagt Schneider und bekennt, dass dies zu aufwändig wäre. Zudem sei zur Zeit noch wichtig, dass es auf dem Kleidungsstück deutliche „Hell-Dunkel-Unterschiede“ gibt, wie etwa Karos oder dicke Streifen mit scharfen Kanten.

Die Fraunhofer haben übrigens auch schon Ideen für den Privatgebrauch. Per Webcam könnte jemand seine Klamotten vorführen und die Freundin zu Hause sieht die verschiedenen Farben und Muster. Erst wenn diese ihre Zustimmung gibt, darf gekauft werden. Vielleicht könnten auch Fußballer sich nach Ende des Spiels gemeinsam vor den Spiegel stellen. Dann müssten sie nicht mehr das Trikot tauschen.

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