04.03.2009 · Wie ein Architekt zunächst ein Haus entwerfen muss, hat der Chef des Chip-Design Centers mit seiner Mannschaft in einem ersten Schritt den Chip zu konzipieren, Literatur- und Patentrecherchen zu betreiben und den gesamten Plan auf seine Machbarkeit zu prüfen.
Am Anfang ist der Plan: „Ich muss erst einmal wissen, wofür der Chip verwendet werden soll“, sagt Gerd Teepe. Denn je nach späterem Einsatz in einem Computer, einem Auto oder einem Mobiltelefon werden von den kaum daumennagelgroßen Steuerbausteinen bestimmte Leistungen verlangt.
Wie ein Architekt zunächst ein Haus entwerfen muss, hat der Chef des Dresdner Chip-Design Centers mit seiner Mannschaft in einem ersten Schritt den Chip zu konzipieren, Literatur- und Patentrecherchen zu betreiben und den gesamten Plan auf seine Machbarkeit zu prüfen.
Ähnlich technischer Zeichner in der Baubranche entwarfen die Entwicklungsingenieure in der Chip-Industrie die Architektur ihrer Bausteine vor 20 Jahren oft noch mit Stift und Lineal an nicht selten schrankwandgroßen Reißbrettern. Teepe hat diese Arbeitsweise nach dem Studium an der RTWH Aachen in den frühen achtziger Jahren zunächst bei NEC in Tokio und dann bei Motorola in Amerika selbst noch erlebt. Heute sitzen er und sein etwa 80 Mitarbeiter umfassendes Team vor Hochleistungsrechnern. Hier können die Designer für ihre Arbeit auf ausgefeilte Programme mit ellenlangen Zahlenreihen und Datenbanken mit den jeweiligen Spezifikationen eines Bausteins zurückgreifen. „Mit diesen Codes kann man das Innenleben eines Chips quasi so zusammenstellen, dass er später auch wirklich das macht, was er machen soll“, sagt Teepe. So lässt er sämtliche Parameter eines Bausteins in einem Fertigungsplan festgelegen - von den Kantenlängen bis zur Stromversorgung, von der Anzahl der aufzutragenden Transistoren, deren Verdrahtung, den zu verfolgenden Signalverläufen bis zur Leistungsfähigkeit. Auf diesen von den Chip-Designern auch „Layout“ genannten Plan aufsetzend, werden erste Schaltungen mit Halbleitern, Widerständen und Verbindungen gebaut. Diese Elemente werden wie in einem Hochhaus auf acht, zehn oder zwölf Ebenen angeordnet.