04.03.2009 · Hightech made in Germany - es gibt sie doch. Wizpac heißt das Berliner Unternehmen, das mit seinem elektronischen Lesegerät Txtr gegen Großunternehmen wie Amazon und Sony antreten will. Bei den Verlagen hat die Firma schon einen Stein im Brett.
Von Holger Schmidt, HannoverHightech made in Germany - es gibt sie doch. Wizpac heißt das Berliner Unternehmen, das mit seinem elektronischen Lesegerät Txtr gegen Großunternehmen wie Amazon und Sony antreten will. Wizpac will digitale Inhalte aus Zeitungen, Zeitschriften oder Büchern zunächst auf eine Internetplattform bringen und von dort auf das mobile Lesegerät transportieren.
Auf der Internetseite können die Nutzer ihre eigenen Inhalte aus dem Internet hinterlegen, ihren Freunden diese Texte empfehlen und kostenpflichtige Inhalte der Verlage kaufen. "Die Nutzer sind bereit, für diese Inhalte zu zahlen", gibt sich Andreas Steinhauser, der Technikchef von Wizpac, optimistisch.
Strom wird nur fürs Umblättern benötigt
Bei den Verlagen, die zurzeit intensiv nach neuen Erlösquellen für ihre digitalen Inhalte suchen, rennt er mit diesem Ansatz nach eigenen Angaben offene Türen ein. "So wie Apple den Musikverlagen das Geschäft kaputtgemacht hat, haben die Verlage nun Angst, dass Amazon mit Kindle ihnen die Preise diktiert", sagt Steinhauser. Bei seinem Konzept können die Verlage leichter die Kontrolle über die Preisgestaltung behalten.
Das Lesegerät Txtr ist leicht und schlank, soll aber zwei bis drei Wochen bis zu vier Stunden Lesespaß bieten. Möglich macht dies die sogenannte elektronische Tinte, die Strom nur beim Umblättern benötigt, nicht aber während der Textanzeige. "Im Moment ist der Bildschirm nur schwarzweiß, der Farbbildschirm kommt 2010", sagt Steinhauser.
Gerät dürfte mehr als 200 Euro kosten
Einzige Anschlussmöglichkeit ist ein Mikro-USB-Anschluss. Dank des Funkstandards W-Lan, einem schnellen UMTS-Mobilfunkanschluss und dem Kurzstreckenfunk Bluetooth kann sich der Txtr aber überall mit der Internetseite synchronisieren. Denn dort laufen neue Inhalte, die zum Beispiel per RSS-Feed von der Seite eines Verlages kommen, automatisch ein. Da die Schnittstellen der Internetseite offen sind, können Verlage auch eigene Anwendungen auf dieser Basis bauen und auf ihre eigenen Internetseiten stellen.
Der Preis für das Gerät stehe noch nicht fest, werde aber 200 Euro sicher überschreiten, sagt Steinhauser. Gegen Ende des Jahres soll das Projekt starten.
Ach du meine Güte,
Karl Isele (karlisele)
- 05.03.2009, 18:09 Uhr