Die Vereinigten Staaten stecken viel tiefer in der Rezession als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt sank im vierten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 6,2 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit Anfang 1982, wie das amerikanische Wirtschaftsministerium am Freitag nach neuen Berechnungen mitteilte.
Das ursprünglich ermittelte Minus von 3,8 Prozent wurde deutlich nach unten korrigiert. Damit wurden die pessimistischen Prognosen der Analysten übertroffen, die ein Minus von 5,4 Prozent erwartet hatten. Im dritten Quartal war die Wirtschaft um 0,5 Prozent geschrumpft.
Auch Gesamtjahreswachstum reduziert
Für das Gesamtjahr ergibt sich laut Handelsministerium ein Wachstum von 1,1 Prozent. Auch hier wurde die erste Schätzung nach unten revidiert. Zunächst war ein Wert von plus 1,3 Prozent angegeben worden. Dies ist das schwächste Wachstum seit dem Jahr 2001.
Grund für den Einbruch am Jahresende waren stark sinkende Konsumausgaben und ein Rückgang des Exports. Die Verbraucher schränkten ihre Ausgaben um 4,3 Prozent ein. Das ist das größte Minus seit Frühjahr 1980. Der Export brach sogar um 23,6 Prozent ein. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt 1971.
Wegen der schwachen Wirtschaftsleitung verringerte sich zudem der Preisauftrieb im vierten Quartal deutlich. Die annualisierte Kernrate des Preisindex PCE lag bei 0,8 Prozent (Erstschätzung: plus 0,6 Prozent). Im dritten Quartal hatte die Kernrate noch bei 2,4 Prozent gelegen. Die Kernrate des PCE wird von der Fed besonders beachtet.
Seit Dezember 2007 in der Rezession
Eine schnelle Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft ist Experten zufolge nicht in Sicht. „Die USA befinden sich in der schärfsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, vermutlich seit den frühen Dreißigern“, sagte Helaba-Experte Ulrich Wortberg. „Anzeichen für eine konjunkturelle Belebung gibt es bislang nicht.“
Auch für das erste Quartal 2009 sei in Amerika mit einem massiven Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zu rechnen, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie des Bankhauses. Der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten, der mit einer Verzögerung von etwa einem Quartal auf die Entwicklungen der gesamtwirtschaftlichen Aktivität reagiere, werde in den kommenden Monaten sehr schwach ausfallen. Anzeichen für eine konjunkturelle Belebung gebe es bislang nicht.
Die Vereinigten Staaten stecken seit Dezember 2007 in der Rezession. Im Kampf gegen den Abschwung hatte die amerikanische Notenbank Fed den Leitzins im Dezember auf eine historisch niedrige Spanne von null bis 0,25 Prozent gesenkt.
ich hoffe, die Frage ist hier nicht deplatziert,aber
Liese Müller (MuellerLieschen)
- 27.02.2009, 16:02 Uhr
@ Müller's Lieschen: steuerliche Geltendmachung der Verluste
Lars Kuntermann (Leserlein)
- 27.02.2009, 16:21 Uhr
@Liese Müller
Alfred Weimann (GigaroCDA)
- 27.02.2009, 16:38 Uhr
Mal sehen was Altmeister Soros
Andreas Kirsch (A.Kirsch)
- 27.02.2009, 18:14 Uhr
