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Trotz der Finanzkrise Nie wieder DDR

07.10.2008 ·  Was wird jetzt nicht alles behauptet: Die Deregulierung der Märkte habe die Exzesse der Banker befeuert. Gier habe die Menschen verantwortungslos werden lassen. Die Privatisierung von Unternehmen sei doch der falsche Weg. Private Altersvorsorge führe in den Ruin. Nichts davon stimmt, jedenfalls nicht grundsätzlich.

Von Holger Appel
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Mit den Banken scheint auch der Glaube an die (soziale) Marktwirtschaft den Bach runterzugehen. Was wird jetzt nicht alles behauptet: Die Deregulierung der Märkte und mangelnde Aufsicht durch Staatsorgane habe die Exzesse der Banker befeuert. Gier habe die Menschen verantwortungslos werden lassen, die Banken betrieben Finanzakrobatik ohne jedes reale Geschäft. Die Privatisierung von Unternehmen sei doch der falsche Weg. Private Altersvorsorge führe in den Ruin. Nichts davon stimmt, jedenfalls nicht grundsätzlich.

Privatisierungen machen aus maroden Staatsbetrieben florierende Unternehmen. Beispiele erlebt jeder auf Flügen mit der Lufthansa, wenn er mit dem VW Golf statt mit dem Trabant zur Arbeit fährt, oder bei der Post. Selbst die Bahn modernisiert Bahnhöfe und Züge und macht Gewinn, seit sie die Börse in den Blick genommen hat. Wettbewerb auf dem Markt sorgt für sinkende Preise, wie das Beispiel Telekom beweist.

Auf Dauer kann es der Staat nicht besser

Das als Gier verunglimpfte Gewinnstreben findet jeder Angestellte und selbst die linkeste Gewerkschaft spätestens dann wieder gut, wenn sie 8 Prozent Lohnerhöhung fordert. Dass Banken Kredite neu strukturieren und deren Risiken verteilen, ist ein Segen für den Mittelstand, dem dadurch die Möglichkeit für neue Kredite, zur Ausweitung seines Geschäfts und zur Schaffung von Arbeitsplätzen gegeben wird. Und private Altersvorsorge ist unerlässlich, lässt sich doch die Lücke in der staatlichen Sicherung glasklar absehen.

Einige Banker haben, da gibt es nichts zu beschönigen, mit risikoreichen Konstruktionen und unter Verletzung aller goldenen Regeln das Weltfinanzsystem an den Abgrund gebracht und das Vertrauen in die Banken und den Markt nachhaltig erschüttert. Manche haben das aus eigenem Antrieb für höhere Renditen und höhere Boni gemacht, andere wurden wie in Amerikas Hypothekenmarkt, dem Nukleus des Desasters, durch den Staat zusätzlich animiert. Leider bezahlen dafür nun die Steuerzahler, aber die Manager selbst werden auch bestraft. Sie verlieren, meist ohne Abfindung, ihren Job. Ihre Bank verschwindet oder verliert ihre Selbständigkeit.

Solche Rückschläge gehören dazu. Sie sind kein Grund, an der grundsätzlich segensreichen Wirkung der Marktwirtschaft zu zweifeln. Auf Dauer kann es der Staat nicht besser, das haben die vergangenen Jahrzehnte bewiesen, und das wird auch wieder gelten, wenn sich der Pulverdampf verzogen hat. Wer ernsthaft glaubt, die DDR sei die bessere Lebensform, der möge sich melden und hernach nach Nordkorea auswandern.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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