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Notenbank kauft Hypotheken 800 Milliarden Dollar für Amerikas Verbraucher

25.11.2008 ·  Die amerikanische Notenbank und das Finanzministerium versuchen alles: Mit neuen Milliardensummen wollen sie der Kreditkrise Herr werden. Nun soll der Markt für Konsumentenkredite gestärkt werden.

Von Claus Tigges
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Das amerikanische Finanzministerium und die Notenbank Federal Reserve (Fed) ergreifen zusätzliche Maßnahmen zur Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise. Sie wollen insgesamt rund 800 Milliarden Dollar einsetzen, um den daniederliegenden Markt für Konsumentendarlehen wieder in Schwung zu setzen.

„Millionen von Amerikanern können derzeit keine einigermaßen günstigen Kredite bekommen. Uns geht es darum, die Kreditvergabe zu fördern, denn sie ist unverzichtbar für das Wohlergehen unserer Wirtschaft“, sagte Finanzminister Henry Paulson am Dienstag in Washington.

Ein ausgetrockneter Markt soll wiederbelebt werden

Vorgesehen ist die Schaffung einer neuen, von der Fed verwalteten Kreditfazilität. Über sie können sich künftig jene Finanzmarktakteure Geld leihen, die in so genannte Wertpapiere „Asset-Backed Securities“ (ABS) investieren möchten. Dabei handelt es sich um Wertpapiere, die mit Forderungen aus Autokrediten, Studenten- und Kreditkartendarlehen besichert sind. Der Markt für diese Anleihen, der eine wichtige Finanzierungsquelle für die Vergabe von Konsumentenkrediten darstellt, ist in den vergangenen Wochen nahezu ausgetrocknet.

Eingeschlossen in dieses Programm sind auch staatliche Garantien für kleine Unternehmen, damit diese wieder leichter an Kredite zur Finanzierung von Investitionen herankommen können. Wie die Fed mitteilte, wird sie für diese „Term Asset-Backed Securities Loan Facility“ bis zu 200 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen, das Finanzministerium steuert aus dem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket für das Finanzsystem 20 Milliarden Dollar bei. Darüber hinaus wird die Fed in den kommenden Monaten für rund 600 Milliarden Dollar Hypothekendarlehen und Anleihen kaufen, die mit Forderungen aus Hypothekendarlehen besichert sind. Es handelt sich größtenteils um Kredite und Wertpapiere, die von den beiden im September verstaatlichten Immobilienfinanzierern Freddie Mac und Fannie Mae garantiert werden.

Wie Paulson erläuterte, soll auf diese Weise der Markt für Baukredite wieder in Gang gesetzt werden. „Nichts ist wichtiger zur Beendigung der Krise, als die Verfügbarkeit von günstigen Hypothekendarlehen“.

Fed ist nicht auf Mittelzuweisungen angewiesen

Das Finanzministerium hat damit nun die erste der beiden 350-Milliarden-Dollar-Tranchen des Anfang Oktober vom Kongress bewilligten Rettungspakets fast ganz ausgegeben. Der größte Teil davon ist in die Beteiligung der Regierung an zahlreichen Banken geflossen. Paulson sagte, er werde zu gegebener Zeit den Kongress darum ersuchen, die anderen 350 Milliarden Dollar freizugeben, einen festen Zeitplan gebe es aber nicht.

Die Federal Reserve ist nicht auf Mittelzuweisungen aus dem Kongress angewiesen; als Notenbank kann sie frisches Geld drucken und in Umlauf bringen. Zusätzlich zu dem Rettungspaket, das derzeit umgesetzt wird, planen der künftige Präsident Barack Obama und die Demokraten im Kongress ein Konjunkturpaket. Es könnte sich in der Größenordnung von 500 bis 700 Milliarden Dollar bewegen und soll möglichst schnell nach der Amtsübernahme im Januar beschlossen werden.

Börse reagiert relativ positiv

Die Nachricht von den neuen Hilfsprogrammen wurde an der Börse positiv aufgenommen. Der Dow Jones lag im Handelsverlauf im Plus. Dabei nährte eine Reihe von Konjunkturdaten die Befürchtung, dass die Wirtschaftskrise noch eine Weile fortdauern wird. Die Hauspreise in 20 Großstadtregionen Amerikas lagen im September durchschnittlich 17,4 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Das ist der schärfste Rückgang seit Beginn der Berechnung des Case-Shiller-Preisindex im Jahr 2000. Besonders betroffen sind Bundesstaaten, die während des Häuserbooms besonders hohe Preissteigerungen verzeichneten. In Phoenix im Bundesstaat Arizona waren Häuser im September durchschnittlich rund 32 Prozent billiger als ein Jahr zuvor.

Zuvor hatte das Wirtschaftsministerium seine Zahlen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal nach unten korrigiert. Das BIP sei zwischen Juli und September mit einer Jahresrate von 0,5 Prozent geschrumpft, hieß es. Eine erste, vorläufige Schätzung hatte auf minus 0,3 Prozent gelautet. Die Daten seien revidiert worden, weil die Konsumausgaben und auch der Export schneller gesunken seien, als zunächst angenommen. Für einen kleinen Lichtblick sorgte das Vertrauen der amerikanischen Verbraucher; der Vertrauens-Index des Conference Board erholte sich von 38,8 Punkten im Oktober auf 44,9 Punkte im November.

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