Home
http://www.faz.net/-gbp-10odv
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

Nachfrageschwäche Volvo entlässt 3300 Leute

08.10.2008 ·  Schon gestern hatten viele Autobauer schlechte Nachrichten: Die schwache Nachfrage macht ihnen zu schaffen, einige kürzen die Produktion. Volvo geht heute noch einen Schritt weiter und hat angekündigt, sich von 3300 Mitarbeitern zu trennen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)

Der schwedische Autobauer Volvo entlässt wegen sinkender Nachfrage weltweit mindestens 3300 Mitarbeiter. In Schweden sollen 2000 Bandarbeiter gehen, sowie 700 Leute aus der Verwaltung. Außerhalb Schwedens sollen 600 Leute entlassen werden, wie Volvo am Mittwoch mitteilte. Volvo gehört zum Ford-Konzern.

Die Einschnitte begründete Volvo mit der schwachen Nachfrage und höheren Rohstoffkosten, die die Produktion verteuerten. Bereits im Juni hatte der Konzern die Streichung von 2000 Arbeitsplätzen angekündigt. Zuletzt beschäftigte Volvo weltweit 25.000 Menschen.

Produktionskürzungen bei großen Autobauern

Schon am Dienstag hatten zahlreiche deutsche Autokonzerne Produktionskürzungen wegen der weltweiten Finanzkrise angekündigt. So fahren Opel, Daimler, Ford und BMW ihre Produktion herunter (siehe auch: Opel stoppt Produktion in mehreren Werken). BMW hat außerdem im September einen Absatzeinbruch erlitten. Im vergangenen Monat seien die Auslieferungen binnen Jahresfrist um 14,6 Prozent geschrumpft, teilte der Konzern mit.

Bei Opel soll das Werk im thüringischen Eisenach drei Wochen stillstehen, im Bochumer Opel-Werk stehen die Bänder bereits seit der vergangenen Woche still. Auch Werke in Großbritannien, Polen und Spanien pausieren. Im größten inländischen Mercedes-Werk in Sindelfingen beginnen die Weihnachtsferien deutlich früher. Dort stehen die Bänder ab dem 17. Dezember still. Im Ford-Werk Saarlouis wird ebenfalls die Produktion gedrosselt, außerdem werden 204 Zeitarbeiter gekündigt. BMW plant eine Drosselung der Produktion in Europa um 40.000 Autos, betroffen ist auch das Werk Leipzig.

Branchenverband prüft Prognose für 2008

Der deutsche Auto-Branchenverband VDA will angesichts der Kürzungen seine Absatzprognose für das laufende Jahr überprüfen. Schon vorher hatte die tschechische VW-Tochter Skoda Produktionskürzungen angekündigt. Massenentlassungen sind nach Angaben der Hersteller nicht geplant. Genaueres lasse sich aber erst sagen, wenn die Absatzzahlen für Oktober vorlägen, wie der VDA erklärte Im Jahr 2007 war der deutsche Automarkt bereits um 9,2 Prozent auf 3,15 Millionen Neuzulassungen eingebrochen.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel