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Nach Sitzung des Verwaltungsrates Bayern LB bittet mit 5,4 Milliarden den Bund zur Kasse

21.10.2008 ·  Die angeschlagene bayerische Landesbank nutzt als erste den Stabilisierungsfonds der Bundesregierung. Die Bayern LB braucht 6,4 Milliarden Euro Kapital - 5,4 Milliarden sollen aus dem staatlichen Banken-Rettungspaket kommen.

Von Marcus Theurer, München
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Die Bayern LB braucht wegen hoher Verluste aus der Finanzmarktkrise eine Kapitalerhöhung und nutzt dafür als erste Bank den neuen Stabilisierungsfonds der Bundesregierung für den Finanzsektor. Wie die zweitgrößte deutsche Landesbank am Dienstagabend nach einer Krisensitzung des Verwaltungsrates mitteilte, soll die Eigenkapitalbasis um insgesamt 6,4 Milliarden Euro gestärkt werden.

Mit 5,4 Milliarden Euro solle der größte Teil bei der eben erst gegründeten Finanzmarktstabilisierungsanstalt (FMSA) der Bundesregierung als Hilfe beantragt werden, sagte der scheidende CSU-Vorsitzende und Verwaltungsratschef der Bank, Erwin Huber. Den Rest steuern die beiden Anteilseigner der Bayern LB bei: 700 Millionen sollen vom Freistaat, 300 Millionen von den bayerischen Sparkassen kommen. Eine bislang geplante Bürgschaft der Eigentümer für das Geldhaus sei damit nicht mehr nötig.

Michael Kemmer, der Vorstandschef der Staatsbank, sagte nach der fast fünfstündigen Sitzung, der Bayern LB drohe in diesem Jahr aus heutiger Sicht ein Verlust von rund 3 Milliarden. Allein im dritten Quartal sei ein Fehlbetrag von rund einer Milliarde Euro vor Steuern aufgelaufen. Im ersten Halbjahr hat die Bayern LB bereits mehr als 600 Millionen Euro verloren.

„Tiefgreifende strukturelle Veränderungen“

Der Verwaltungsrat sei bereit zu „tiefgreifenden strukturellen Veränderungen“, heißt es in einer Mitteilung der Bank. So sollen weiterhin eine Fusion mit einer anderen Bank und eine Beteiligung privater Investoren an der Bayern LB ausgelotet werden. Die bayerischen Sparkassen favorisieren seit langem ein Zusammengehen der Bayern LB mit der Stuttgarter Landesbank Baden Württemberg (LBBW).

Wegen des Milliardenlochs will die Bayern LB in den kommenden drei Jahren Kosten von 400 Millionen Euro einsparen. Dies sind 250 Millionen Euro mehr als bislang geplant. Der Vorstand muss mit Gehaltskürzungen rechnen. Der Verwaltungsrat werde mit den Managern deren Verträge neu verhandeln, kündigte die Bank an. Bonuszahlungen würden ausgesetzt. Die Regeln des Stabilisierungsfonds sehen vor, dass die Bezüge von Bankmanagern auf eine halbe Million Euro im Jahr gekürzt werden, wenn Hilfen in Anspruch genommen werden.

Am stärksten betroffen

Die Bayern LB zählt zu den deutschen Banken, die am stärksten von der seit mehr als einem Jahr tobenden weltweiten Finanzkrise getroffen wurden. Das Eigenkapital der Bank ist allein bis zur Jahresmitte um 4,9 Milliarden Euro zusammengeschmolzen. Das Kreditinstitut musste damit die höchsten Belastungen aller Landesbanken hinnehmen. Hauptgrund für die Schäden sind Wertberichtigungen auf sogenannte strukturierte Finanzprodukte, die im Mittelpunkt der Krise stehen.

Die Bayern LB hat außerhalb ihrer Bilanz und ohne Eigenkapitalunterlegung mehr als 30 Milliarden Euro in solche Geschäfte investiert. Auch die Krise des isländischen Finanzsystems und die Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers haben das Geldhaus getroffen.

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