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Konjunkturaussichten Deutsche so pessimistisch wie lange nicht mehr

25.11.2008 ·  Das aktuelle Konsumklima ist gar nicht so schlecht, die Konjunkturerwartungen dagegen sind verheerend: So schätzen die Bundesbürger kurz vor Weihnachten 2008 die Entwicklung der Wirtschaft ein, wie die Marktforscher der Nürnberger GfK ermittelt haben. Der Konjunkturindikator sank auf den niedrigsten Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebungen 1991.

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Das Konsumklima in Deutschland hat sich zum Jahresende leicht verbessert, aber die Bundesbürger sind hinsichtlich der Konjunkturaussichten so pessimistisch wie lange nicht mehr. Dies berichtete die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag in Nürnberg. Der entsprechende Indikator für die Konjunkturerwartung sank auf den niedrigsten Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebungen 1991. Die Rezessionsängste seien inzwischen Realität.

Das Konsumklima könne zum Jahresende auf niedrigem Niveau aber noch einmal zulegen, lauteten die Erkenntnisse der Konsumforscher. Sowohl steigende Einkommensaussichten als auch eine verbesserte Anschaffungsneigung trügen dazu bei. Insofern sei die Finanzkrise bislang noch nicht auf die Verbraucherstimmung in Deutschland durchgeschlagen.

Sinkende Energiepreise stützen die Kaufkraft

Trotz Rezession prognostizierten die GfK-Marktforscher für Dezember den zweiten Anstieg ihres Konsumbarometers in Folge. Als wichtigste Kaufkraftstütze erwiesen sich sinkende Kraftstoff- und Energiepreise. Der GfK-Konsumklimaindex stieg von 1,9 auf 2,2 Punkte. „Die Finanzkrise ist zwar inzwischen in der Realwirtschaft angekommen, schlägt sich insgesamt aber nicht auf die Konsumlaune der Verbraucher nieder“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Das könne sich aber schnell ändern, sollte die Zahl der Arbeitlosen wieder spürbar steigen. Die 2000 befragten Deutschen rechnen angesichts der sinkenden Inflation mit einer höheren Kaufkraft. Grund dafür sind vor allem stark sinkende Preise für Benzin und Diesel. Ein Liter kostet derzeit deutlich weniger als 1,20 Euro. Im Sommer mussten zeitweise mehr als 1,50 Euro hingeblättert werden. Auch Heizöl wurde deutlich billiger, der Gaspreis dürfte in den kommenden Monaten ebenfalls fallen. Gleichzeitig lasse der Tarifabschluss in der Metallindustrie auf reale Einkommenserhöhungen hoffen, sagte Bürkl. Die Branche hatte sich auf ein Lohnplus von 4,2 Prozent plus Einmalzahlungen geeinigt.

Der Index für die Einkommenserwartung kletterte von minus 12,9 auf minus 6,9 Zähler. Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen nahm zu. „Geringere Energiekosten ermöglichen den Haushalten, mehr Geld für anderweitige Anschaffungen auszugeben“, sagte Bürkl. Der Teilindex für die Kaufbereitschaft stieg von minus 18,2 auf minus 6,7 Punkte.

„Rezessionsängste sind inzwischen Realität“

Pessimistisch blicken die Deutschen dagegen auf die wirtschaftliche Entwicklung. Der Index für die Konjunkturerwartungen büßte von minus 27,5 auf minus 30,1 Punkte ein. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebungen 1991. „Die von den Bundesbürgern in den vergangenen Monaten geäußerten Rezessionsängste sind inzwischen Realität“, sagte Bürkl. „Bislang konnten weder das von der Bundesregierung beschlossene Rettungspaket für den Finanzmarkt noch das kürzlich verabschiedete Konjunkturpaket für einen Stimmungsumschwung bei den Konsumenten sorgen.“

Die Produktionsstopps in der Autoindustrie schürten die Angst vor einem Jobverlust. Ob sich das Konsumklima 2009 weiter stabilisiert, hängt der GfK zufolge von Dauer und Tiefe der Rezession ab. „Sollte sich die Beschäftigungssituation erneut verschärfen und die Zahl der Arbeitslosen wieder deutlich steigen, würde dies auch die Konsumstimmung nachhaltig treffen“, sagte Bürkl. Der erwartete leichte Anstieg der Konsumausgaben rücke dann in weite Ferne.

Wirtschaftsleistung schrumpft zum zweiten Mal in Folge

Unterdessen hat ein leichtes Plus beim privaten Konsum und steigende Konsumausgaben des Staates Deutschland im dritten Quartal vor einem noch tieferen Absturz in die Rezession bewahrt. Im Sommer schrumpfte die Wirtschaftsleistung zum zweiten Mal in Folge: Von Juli bis Ende September ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag erste Zahlen von Mitte November bestätigte. Im zweiten Quartal hatte es ein Minus von 0,4 Prozent gegeben.

Positive Wachstumsimpulse kamen im dritten Quartal alleine aus dem Inland: Die privaten Konsumausgaben nahmen saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent zu, die Konsumausgaben des Staates waren um 0,8 Prozent höher als im zweiten Quartal 2008. Gebremst wurde das Wachstum unter anderem durch schwächere Exporte.

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