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Französische Großbank kauft sich ein BNP zahlt für Fortis 14,5 Milliarden Euro

06.10.2008 ·  Der Finanzkonzern Fortis gehörte einst zu den Branchenriesen Europas. Dann rettete nur noch eine Teilverstaatlichung das von der Finanzkrise angeschlagene Unternehmen. Jetzt steigen die Franzosen bei der belgischen Bank ein: BNP Paribas übernimmt das Fortis-Bankgeschäft in Belgien und Luxemburg für 14,5 Milliarden Euro.

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Die französische Bank BNP Paribas übernimmt das Geschäft der angeschlagenen Bank Fortis in Belgien und Luxemburg für 14,5 Milliarden Euro. Belgien und Luxemburg blieben jeweils wichtige Aktionäre mit Sperrminorität, teilte die Bank am Montagmorgen in Paris mit. Damit wird BNP Paribas zur führenden Bank im Privatkundengeschäft in Belgien und Luxemburg. Die belgische Regierung übernimmt 11,6 Prozent der Anteile an BNP Paribas, die luxemburgische Regierung 1,1 Prozent. BNP Paribas hatte bereits Ende September ein Angebot vorgelegt, das abgelehnt worden war.

Für den Kauf der Bank-Aktivitäten, in denen auch Teile der im vergangenen Jahr von Fortis gekauften niederländischen ABN Amro enthalten sind, will BNP insgesamt knapp 133 Millionen neue Aktien zu 68 Euro je Stück ausgeben. Der belgische Staat bleibt mit 25 Prozent an der Fortis Bank beteiligt und soll Anteile am Käufer BNP Paribas erhalten. Der Vereinbarung zufolge übernimmt Belgien die verbleibenden Anteile an Fortis Belgien für 4,7 Milliarden Euro und verkauft anschließend 75 Prozent ihres Anteils an BNP Paribas für 8,25 Milliarden Euro. Die im Gegenzug vorgesehene Sperrminorität bei BNP werde sicherstellen, dass die französische Bank keine Arbeitsplätze bei Fortis abbauen werde, sagte Belgiens Ministerpräsident Yves Leterme. In Belgien beschäftigt Fortis rund 25.000 Mitarbeiter.

Die Teilverstaatlichung brachte das Vertrauen nicht zurück

Die belgische Regierung hatte zuvor zwei Tage lang gemeinsam mit Bankenmanagern über die Rettung von Fortis beraten. Die Gesellschaft, die einst zu Europas größten Finanzinstituten zählte, ist inzwischen praktisch in einen niederländischen und einen belgischen Teil gespalten, nachdem die Niederlande am Freitag den dortigen Geschäftsbetrieb der Bank verstaatlicht haben.

Vor einer Woche hatten die Niederlande, Belgien und Luxemburg bereits 49 Prozent von Fortis übernommen, um den Finanzkonzern vor dem Kollaps zu retten. Doch konnte diese Teilverstaatlichung das Vertrauen der Finanzmärkte in die Bank nicht wiederherstellen. Mit ihrem Einstieg bei der größten niederländischen Bank ABN Amro war Fortis im Oktober 2007 zu einem der 20 größten Finanzkonzerne in Europa mit rund 85.000 Mitarbeitern in 50 Ländern aufgerückt. Der Preis dafür war mit 24 Milliarden Euro aber zu hoch: Seit dem Zukauf hat die Fortis-Aktie rund vier Fünftel ihres ursprünglichen Werts verloren.

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