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Finanzpolitik Asiaten erhöhen den Einsatz gegen die Krise

04.05.2009 ·  China, Japan, Südkorea und die zehn südostasiatischen Länder wollen einen eigenen Währungsfonds gründen - als regionale Alternative zum IWF. Der asiatische Pool soll „etwas nachsichtiger und flexibler“ gegenüber Asiaten sein.

Von Christoph Hein, Nusa Dua
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Asien will einen eigenen Währungsfonds gründen. China, Japan, Südkorea und die zehn südostasiatischen Länder (Asean plus 3) stocken ihre Krisenhilfe von 80 auf 120 Milliarden Dollar auf. Bis Ende des Jahres soll der Fonds arbeitsfähig sein. „Der Internationale Währungsfonds arbeitet weltumspannend. Wir werden jetzt aber auf regionaler Ebene das Gleiche tun“, sagt Rajat Nag, Geschäftsführer der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB), auf deren Jahrestagung im indonesischen Nusa Dua der F.A.Z. „Der Sinn dieses Fonds ist es, eine Alternative zum IWF zu bilden. Deshalb sollte der asiatische Pool etwas nachsichtiger und flexibler sein“, sagte Surin Pitsuwan, Generalsekretär des Staatenbundes Asean.

Zugleich hat die ADB ihr Kapital auf nun 165 Milliarden Dollar verdreifacht. Durch die Stärkung wird es ihr leichter fallen, frisches Geld aufzunehmen. Ihre Ausleihungen will die Bank für dieses und das kommende Jahr um ein knappes Drittel auf 32 Milliarden Dollar erhöhen. Im vergangenen Jahr teilte sie die Rekordsumme von 10,5 Milliarden Dollar aus.

„Es bereitet uns Sorge, dass Geld aus Asien abfließt“

„Es bereitet uns Sorge, dass Geld aus Asien abfließt. Die Folge davon ist, dass mehr und mehr Länder daran scheitern, Geld an den Kapitalmärkten aufzunehmen. Dabei schließen die Risikoprämien einige Länder aus“, sagte ADB-Präsident Haruhiko Kuroda. Analysten schätzen, dass der Nettokapitalabfluss aus Asien in diesem Jahr bei mehr als 30 Milliarden Dollar liegen dürfte. "Daran gemessen scheinen 10 Milliarden Dollar nicht ausreichend. Aber einige Länder der Region, wie etwa China, können immer noch am freien Markt Geld aufnehmen." 3 Milliarden Dollar aus ihrem Portfolio reicht die ADB nun "billiger und schneller" an Regierungen aus, die dringend Hilfe benötigen.

Obwohl Asiens Volkswirtschaften im Vergleich zu Amerika oder Europa noch relativ hohe Wachstumszahlen verzeichnen, sind die Exportländer dort hart getroffen. „Die gegenwärtige Weltlage erfordert mehr abgestimmte Anstrengungen, um das Vertrauen zu schaffen, Finanzstabilität zu erhalten und eine weitere Verringerung des Wachstums aufzuhalten. Die Schweinegrippe zwingt uns, sehr aufmerksam auf drohende Auswirkungen auf das Wirtschaftsleben zu achten“, heißt es in der Erklärung der Asean plus 3.

Japan, China und Südkorea zahlen am meisten ein

Knapp eine Billion Dollar haben Asiens Regierungen seit Ausbruch der Krise in den Wirtschaftskreislauf gepumpt. An dem nun aufgestockten Swap-Abkommen beteiligen sich Japan und China mit jeweils 38,4 Milliarden Dollar. Allerdings greift China erstmals auf das - eigentlich autonom verwaltete - Geld seiner Sonderverwaltungsregion Hongkong, das 4,2 Milliarden Dollar beisteuern muss. Südkoreas Beitrag liegt bei 19,2 Milliarden Dollar, den Rest steuert Südostasien bei.

Faktisch gründet Asien damit einen eigenen Währungsfonds, was unter der Regierung Bush in Amerika unmöglich schien: Denn am Sitz der ADB in Manila soll eine eigene volkswirtschaftliche Abteilung geschaffen werden, die über die Lage der Länder und Vergabe der Mittel wacht. Im Wettlauf zwischen China und Japan um die Gunst Südostasiens bietet Japan den Entwicklungsländern zusätzlich einen Krisenfonds über 6 Billionen Yen (45,23 Milliarden Euro) auf und besichert Unternehmensanleihen in Japan im Wert von umgerechnet 500 Milliarden Yen.

Die ADB schätzt, dass die Krise bis zum kommenden Jahr knapp 100 Millionen Menschen in Asien dazu zwingt, mit einem Einkommen von weniger als 1,25 Dollar täglich weiterhin in extremer Armut zu verharren. 130 Millionen Menschen werden weiterhin mit nur 2 Dollar täglich auskommen müssen. Die Wachstumsrate in Asien wird in diesem Jahr so gering ausfallen wie zuletzt während der asiatischen Finanzkrise 1998. Ohne Japan wird die Region in diesem Jahr um 3,4 Prozent wachsen, nach 6,3 Prozent im vergangenen Jahr.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

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