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Finanzmärkte Sarkozy will Schranken für Kapitalverkehr

26.08.2010 ·  Frankreichs Präsident wählte deutliche Worte: „Wir haben jahrelang in der Illusion gelebt, die Öffnung der Kapitalmärkte wäre immer ein Fortschritt. Die Wirklichkeit hat uns gezeigt, dass dies nicht so ist.“ Sarkozy, der demnächst den G-20-Vorsitz übernimmt, will sich nun für Kapitalverkehrs-Schranken stark machen.

Von Christian Schubert, Paris
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Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat sich für neue Mechanismen zur Bewältigung internationaler Finanzkrisen ausgesprochen. Die Finanzkrise und die Euro-Krise hätten gezeigt, „dass die Welt in der Lage sein muss, schnell enorme Summen bereitzustellen, um irrationalen Marktspekulationen zu begegnen“, sagte Sarkozy in einer Rede vor ausländischen Botschaftern in Paris.

Daher müsse man nun „über die internationale Doktrin zum Kapitalverkehr diskutieren. Wir haben jahrelang in der Illusion gelebt, die Öffnung der Kapitalmärkte wäre immer ein Fortschritt. Die Wirklichkeit hat uns gezeigt, dass dies nicht so ist. Regulierende Maßnahmen von Ländern, die in hohem Maße von ausländischem Kapital abhängen, sind im Krisenfall berechtigt.“

Frankreich vor G-20- und G-8-Vorsitz

Frankreich übernimmt Mitte November die Präsidentschaft der Gruppe der zwanzig führenden Wirtschaftsnationen (G 20) und Anfang 2011 der G-8-Gruppe. Sarkozy will dabei eine Reform des Internationalen Währungssystems anstoßen. „Wer wird bestreiten, dass die instabilen Wechselkurse das globale Wachstum gefährden?“, fragte er. Es gehe nicht darum, zu einem System fester Wechselkurse zurückzukehren. Aber man bräuchte multilaterale Instrumente gegen übermäßige Schwankungen der Währungen und die Zunahme monetärer Ungleichgewichte.

Dabei wies Sarkozy darauf hin, dass seit 1990 die Schwellenländer 42 Mal einen plötzlichen Abzug ausländischen Kapitals erlebt hätten. Wenn die neuen Instrumente multilateral vereinbart würden, dann sei auch Protektionismus zu vermeiden, meinte er.

Die Stärkung des Internationalen Währungsfonds um 250 Milliarden Sonderziehungsrechte (375 Milliarden Dollar) weise in die richtige Richtung. Zur Bekämpfung von starken Schwankungen bei Energie- und Rohstoffpreisen sprach sich Sarkozy für eine stärkere Regulierung von Derivaten aus.

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