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Finanzkrise Opel bittet Kanzlerin um Hilfe für Autoindustrie

10.11.2008 ·  Der Autohersteller Opel setzt seine Hoffnung jetzt auf Angela Merkel. Die deutsche Tochter des angeschlagenen amerikanischen GM-Konzerns hat die Bundeskanzlerin in einem Brief, der der F.A.Z. vorliegt, um Hilfe gebeten. Unter anderem geht es um ein milliardenschweres Kreditprogramm für die Branche.

Von Henning Peitsmeier
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Der Autohersteller Opel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell um Hilfe gebeten. Geschäftsführung und Betriebsrat fordern in einem Brief die Kanzlerin auf, sich für ein 40-Milliarden-Kreditprogramm der Europäischen Investitionsbank für Europas Autoindustrie einzusetzen. Dazu solle es obendrein in Deutschland eine Verschrottungsprämie für Altautos geben sowie zinsgünstige Verbraucherkredite zum Kauf von Neuwagen. Vergleichbare Maßnahmen hatten die Regierungen in Italien oder Frankreich schon im vergangenen Jahr getroffen.

Das Schreiben, das der F.A.Z. vorliegt, haben der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster, Opel-Geschäftsführer Hans Demant sowie der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz unterzeichnet. Die drei Unterzeichner haben sich am Montag erstmals getroffen, um über weitere Einsparungen bei der deutschen Tochtergesellschaft des notleidenden General-Motors-Konzern zu verhandeln. „Wir überprüfen die gesamte Wertschöpfungskette auf Einsparpotentiale“, sagte ein GM-Sprecher. „2009 wird ein schwieriges Jahr und wir versuchen uns rechtzeitig darauf vorzubereiten, indem wir die Strukturkosten im Griff halten.“ Opel hatte als einer der ersten Autohersteller in Europa alle Fertigungsstraßen für mehrere Tage oder Wochen angehalten.

Mutter GM fordert Beiträge zur Sanierung

Der amerikanische Autokonzern verlangt derartige Schritte offenbar als Beitrag zur Sanierung. Opel-Betriebsrat Franz beziffert das Gesamtpaket der nun zu verhandelnden Einsparungen auf rund 750 Millionen Euro. Um einen Arbeitsplatzabbau oder Kürzungen bei den im Frühjahr vereinbarten Milliardeninvestitionen in neue Opel-Modelle gehe es dabei aber nicht, sagte der GM-Sprecher. Vielmehr muss sich Opel trotz der Produktionskürzungen darauf einstellen, dass in Märkten wie Spanien, England oder aber auch Ungarn die Nachfrage dramatisch gesunken ist. Hinzu kommen Wechselkursnachteile der schwedischen Tochtergesellschaft Saab, die ihre Autos von Europa nach Amerika exportiert. Und auch durch das starke britische Pfund sind GM in Großbritannien Währungsnachteile entstanden.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent in München.

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