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Deutsche Details Bayern vorn, Osten hinten, der Süden bedroht

16.04.2009 ·  Auch 20 Jahre nach dem Mauerfall liegen die neuen Bundesländer wirtschaftlich noch weit hinter dem Westen zurück. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Untersuchung aller deutschen Städte und Landkreise. Die gute Nachricht: Die Konjunkturkrise dürfte den Osten voraussichtlich in nur geringem Umfang treffen.

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Der Landkreis München liegt hinsichtlich der Lebens- und Standortqualität bundesweit an der Spitze. Dies ergab ein Wohlstands- und Wirtschaftsranking von 409 Kreisen und kreisfreien Städten, das die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft am Donnerstag in Köln vorstellte. In den Top 25 des deutschlandweiten Regionalvergleichs landeten demnach allein 15 Kreise und kreisfreie Städte aus Bayern sowie acht aus Baden-Württemberg und zwei aus Hessen. Die meisten Topregionen liegen in der Nähe zu den prosperierenden Städten München, Stuttgart und Frankfurt am Main.

Für das Regionalranking 2009 wertete das Institut IW Consult als Tochter des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft 39 ökonomische und strukturelle Indikatoren aus. Dazu zählen Altersstruktur, Arbeitsmarkt, Ausbildungsplatzdichte, Kaufkraft, Produktivität und Infrastruktur.

Osten auch 20 Jahre nach Mauerfall noch weit hinter dem Westen...

Bundesweit auf Platz zwei landete der bayerische Landkreis Starnberg, der damit gemeinsam mit dem Landkreis München auch in der Landeswertung für Bayern das Spitzenduo bildet. Sieger in weiteren Flächenländern wurden der Landkreis Böblingen (Baden-Württemberg), die kreisfreie Stadt Potsdam (Brandenburg), der Hochtaunuskreis (Hessen), der Kreis Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern) und der Landkreis Harburg (Niedersachsen). In Nordrhein-Westfalen kam der Kreis Olpe auf Platz eins, in Rheinland-Pfalz der Landkreis Mainz-Bingen, im Saarland der Landkreis St. Wendel, in Sachsen die kreisfreie Stadt Dresden, in Sachsen-Anhalt der Landkreis Börde, in Schleswig-Holstein der Landkreis Stormarn und in Thüringen die kreisfreie Stadt Jena.

Die neuen Bundesländer liegen der Studie zufolge auch 20 Jahre nach dem Mauerfall bei Wirtschaftsleistung und Wohlstand noch weit hinter dem Westen zurück. Unter den letzten 25 im Ranking finden sich alleine 24 Kreise und kreisfreie Städte aus Ostdeutschland und mit Gelsenkirchen nur eine Stadt aus dem Westen. Auch Jena als Landesbeste in Thüringen erreichte im bundesweiten Vergleich nur Rang 243.

...dafür vergleichsweise wenig von der Krise betroffen

Allerdings dürften die meisten Kreise und kreisfreien Städte im Osten von der Konjunkturkrise nur vergleichsweise wenig betroffen sein, wie die Forscher herausfanden. Als Grund nennt die Studie das Fehlen exportstarker Industriezweige in Osten, der mehr durch regionale und am Binnenmarkt aktive Unternehmen geprägt sei. Hingegen sehen die Wissenschaftler Gefahren durch die Wirtschaftskrise vor allem für den Südwesten Deutschlands.

Von 44 Kreisen und kreisfreien Städten in Baden-Württemberg wurden 28 als „sehr stark“ und zehn als „eher stark“ betroffen eingestuft. „Klassische Industrien mit hohem Exportanteil sind durch die Konjunkturkrise tendenziell stärker gefährdet, weil die Nachfrage global einbricht“, erklärte IW-Consult-Geschäftsführer Karl Lichtblau. Dazu zählten der Autobau inklusive Zulieferer ebenso wie der Maschinenbau und die Chemieindustrie.

Die Details zu allen deutschen Landkreisen: www.insm-regionalranking.de

Quelle: FAZ.NET mit dpa
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