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Citigroup Erstmals seit fünf Quartalen wieder Gewinn

17.04.2009 ·  Nach den Konkurrenten Goldman Sachs und J.P. Morgan Chase hat auch die Großbank Citigroup mit ihrem Quartalsabschluss positiv überrascht: Erstmals seit fünf Quartalen mit Verlust verbuchte der Finanzkonzern nun wieder einen Gewinn. Konzernchef Pandit zeigte sich zufrieden.

Von Norbert Kuls
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Die amerikanische Citigroup Inc. hat erstmals seit fünf Quartalen mit Verlust nun wieder einen Gewinn verbucht. Die Bank erwirtschaftete für diesen Zeitraum vor allem aufgrund eines robusten Geschäfts im Anleihehandel einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Dollar. Dennoch wies die Citigroup einen Verlust von 18 Cent je Stammaktie aus. Sie begründete das mit einer Zurücksetzung des Wandlungspreises für Vorzugsaktien, die im Januar 2008 ausgegeben worden waren. Der Verlust für die Stammaktionäre erklärt sich zudem mit Dividendenzahlungen an Vorzugsaktionäre.

Die Citigroup hatte im vergangenen Jahr Vorzugsaktien ausgegeben, um angesichts steigender Verluste Kapital aufzunehmen. Die amerikanische Regierung stützte die Citigroup auf diese Weise mit insgesamt 45 Milliarden Dollar. Seit dem Beginn der Finanzkrise im zweiten Halbjahr 2007 hatte das Fnanzinstitut Verluste von 28 Milliarden Dollar angehäuft. Das Ergebnis der Citigroup übertraf die Erwartungen der Analysten an der Wall Street, die im Durchschnitt mit einem Verlust von 34 Cent je Aktie gerechnet hat. Der Aktienkurs reagierte im Handel an der New Yorker Börse aber mit Abschlägen.

Pandit „zufrieden“ mit Gesamtergebnis

Citigroup-Vorstandschef Vikram Pandit hatte die Wende eingeleitet, nachdem er in einer internen Mitteilung von profitablem Geschäft im Januar und Februar gesprochen hatte. Ähnliche Aussagen von Konkurrenten führten zu einer allgemeinen Erholung der Aktienkurse an den amerikanischen Börsen.

Die Einkünfte der Citigroup haben sich im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr auf 24,8 Milliarden Dollar verdoppelt. Die Kreditkosten waren allerdings hoch. Die Bank schrieb 7,3 Milliarden Dollar notleidender Kredite ab und erhöhte zudem die Risikovorsorge wegen notleidender Darlehen um 2,7 Milliarden Dollar. Pandit zeigte sich „zufrieden“ mit dem Gesamtergebnis. „Es war insgesamt das beste Quartal seit dem zweiten Quartal 2007“, erklärte er in einer Presseerklärung. Die Citigroup hat im vergangenen Quartal auch die Kosten gesenkt. Insgesamt wurde die Zahl der Mitarbeiter um 13 000 Stellen gesenkt. Die Citigroup beschäftigt jetzt weltweit 309 000 Angestellte.

Die Citigroup bestätigt mit ihren Ergebnissen einen allgemeinen Trend bei amerikanischen Banken. Auch die Konkurrenten J.P. Morgan Chase & Co. und Goldman Sachs hatten aufgrund starker Einkünfte im Wertpapierhandel die Gewinnerwartungen der Analysten für das erste Quartal deutlich übertroffen. „Hohe Kursschwankungen und größere Abstände zwischen Kauf- und Verkaufkursen bei vielen Produkten schafften günstige Gelegenheiten für den Handel mit festverzinslichen Wertpapieren“, hieß es. Der Anleihehandel trug 4,7 Milliarden Dollar zu den Gesamteinkünften von 7,2 Milliarden Dollar in der Investmentbanking-Sparte bei. Im Kreditkartengeschäft und in der Privatkundensparte gingen die Einkünfte der Citigroup zurück.

„Für diese Sparten ein gutes Zeichen“

J.P. Morgan hatte am Donnerstag einen gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent auf 2,14 Milliarden Dollar gefallenen Nettogewinn berichtet. Auch J.P. Morgan hat wegen der anhaltenden Rezession die Rückstellungen wegen möglicher Kreditausfälle erhöht. Die Einkünfte der Investmentbank von J.P. Morgan beliefen sich auf einen Rekordbetrag von 8,3 Milliarden Dollar - etwas mehr als bei der Citigroup. Auch dort stammte der Großteil, in diesem Fall 4,9 Milliarden Dollar, aus dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren. „Wir haben gute Resultate im Handel von J.P. Morgan, von Goldman Sachs und jetzt von Citi gesehen“, sagte Gary Townsend, der Vorstandschef des Wertpapierhauses Hill-Townsend Capital. „Es besteht zwar eine Frage wegen deren Nachhaltigkeit, aber es ist für diese Sparten klar ein gutes Zeichen“, sagte Townsend.

Am Montag hatte Goldman Sachs aufgrund robuster Ergebnisse im Anleihehandel für das erste Quartal einen überraschend hohen Nettogewinn von 1,8 Milliarden Dollar ausgewiesen. In der vergangenen Woche hatte die amerikanische Bank Wells Fargo & Co. einen Rekordgewinn für das erste Quartal angekündigt. Die Bank of America wird am kommenden Montag ihre Quartalsergebnisse bekanntgeben.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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