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Bundesagentur für Arbeit „Schwere Zeiten für den Arbeitsmarkt“

24.10.2008 ·  Wie stark wird die Finanzkrise den deutschen Arbeitsmarkt treffen? Die Bundesagentur für Arbeit hat jetzt neue Berechnungen des hauseigenen Forschungs-Instituts für das kommende Jahr vorgelegt. Danach wäre vor allem Ostdeutschland betroffen.

Von Sven Astheimer
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Die Bundesagentur für Arbeit geht von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr aus. Einer Berechnung des hauseigenen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge steigt die Arbeitslosenzahl bei einer angenommenen wirtschaftlichen Stagnation im Jahresdurchschnitt um 30.000 auf 3,29 Millionen. Die Arbeitslosenquote betrüge 7,9 Prozent, die Erwerbstätigenzahl ginge um 0,1 Prozent auf 40,25 Millionen zurück. Vor allem Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte wären die Leidtragenden. Auch würden die östlichen Bundesländer stärker betroffen sein als der Westen. "Die Finanzkrise bringt schwere Zeiten für den Arbeitsmarkt", heißt es.

Bislang war die Behörde von einer positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt im kommenden Jahr ausgegangen. Die Neuberechnung wurde nötig, nachdem die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose vergangene Woche von 1,2 auf 0,2 Prozent nach unten korrigiert hatte. "Verglichen mit anderen Abschwungphasen, sind diese Verschlechterungen moderat", heißt es in der Studie.

In den Jahren 2002 und 2003 stieg die Arbeitslosigkeit in einem vergleichbaren Konjunkturumfeld um 210.000 beziehungsweise 320.000 Personen. Die neuen Daten deuteten darauf hin, dass der Abschwung den Arbeitsmarkt diesmal in einer besseren Verfassung treffe. Arbeitsmarktreformen und eine moderate Lohnpolitik hätten in den vergangenen Jahren zu einem Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit beigetragen. Außerdem wirke die demographische Entwicklung zunehmend entlastend auf den Arbeitsmarkt: 2009 sinkt die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um 130.000, erstmals nimmt dabei auch das Potential in Westdeutschland ab.

Das IAB weist aber darauf hin, dass der vergleichsweise gute Jahresdurchschnitt auf einen "statistischen Überhang" des laufenden Jahres zurückzuführen sei. Für 2008 wird eine Zunahme der Erwerbstätigkeit sowie ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um jeweils eine halbe Million Menschen erwartet. Davon profitiere der Arbeitsmarkt noch in den ersten Monaten des Jahres 2009. Im weiteren Verlauf sei jedoch mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen.

Neben dem Szenario eines Null-Wachstums hat das IAB zwei weitere Varianten berechnet. Ein halbes Prozent Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes angenommen, würde die Arbeitslosenzahl im Durchschnitt um 40.000 auf 3,22 Millionen sinken. Sollte die Wirtschaft um ein halbes Prozent schrumpfen, nähme die Erwerbstätigkeit um 140.000 Personen ab. Die Wissenschaftler machen deutlich, dass ein Einbruch um mehr als zwei Punkte mit großen Unsicherheiten behaftet wäre. Es gebe kaum Hinweise darauf, wie der Arbeitsmarkt dann reagiert.

Höhere Arbeitslosigkeit und sinkende Beschäftigung belasten die Arbeitslosenversicherung. In der kommenden Woche legt die Bundesagentur den Haushalt für 2009 vor. Während einer Sitzung des Verwaltungsrates am Freitag teilte der Vorstand mit, dass die beschlossene Beitragssenkung auf 2,8 Prozent bedeutet, dass die Finanzierung für drei Jahre sicher ist. Im Jahr 2012 entstünde dann ein Defizit.

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